Im Bild eine Windkraftanlage von Nordex. Das Unternehmen will die Produktion ausbauen, hat aber dennoch Einsparungen beschlossen. / Foto: Unternehmen

06.09.17 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Aktien-Favoriten , Meldungen

Nordex SE muss sparen - sollten Anleger investiert bleiben?

Eine rückläufige Nachfrage und stark veränderte Marktbedingungen verhageln Nordex das Geschäft: Im Kern- und Heimatmarkt Deutschland als auch in weiteren europäischen Ländern. Das Unternehmen muss die Kosten senken.

Der Hamburger Spezialist für Windenergieanlagen will im Jahr 2018 insgesamt 45 Millionen Euro einsparen. Davon entfallen 21 Millionen Euro auf Materialkosten und betriebliche Aufwendungen. 24 Millionen Euro sollen beim Personal eingespart werden.

Bis zu 500 Stellen werden abgebaut

Vor diesem Hintergrund hat das Unternehmen die Arbeitnehmervertreter über einen Stellenabbau informiert. In Europa will es bis Ende des laufenden Jahres zwischen 400 und 500 Arbeitsplätze streichen. Davon sind hauptsächlich Arbeitnehmer in Deutschland betroffen. Aktuell beschäftigt die Nordex-Gruppe rund 5.200 Mitarbeiter, davon etwa 2.500 in Deutschland.

Wachstumsbereiche sind vom Stellenabbau ausgeschlossen

Geschäftsbereiche, mit denen Nordex zukünftiges Wachstum generieren will, sind vom Stellenabbau ausgeschlossen. José Luis, Vorstandsvorsitzender der Unternehmensgruppe, sagte dazu: "Der globale Markt für Windenergie expandiert mittelfristig wieder stärker. Allerdings ist er gleichzeitig von Systemumstellungen, starken Preisdruck und einer Verschiebung des Wachstums von den etablierten Märkten in Schwellenländern geprägt."
Der Konzernchef sieht sich für die Herausforderungen gut aufgestellt. Dennoch sei in den europäischen Kernmärkten aktuell eine eher stagnierende bis rückläufige Geschäftsentwicklung festzustellen, sagte er. Für das laufende Geschäftsjahr 2017 fielen zudem Kosten im unteren zweistelligen Millionenbereich an. Daher müssten kurzfristig wirksame Einsparungen realisiert werden, so Luis.  In einem Beitrag vom 26. Juli haben wir auf das schwierige Geschäft mit der Türkei verwiesen und geschildert, welche Auswirkungen das auf die Nordex-Aktie hat.

Mit Acciona Windpower für die Zukunft gut gerüstet

2016 hat sich Nordex mit dem spanischen Konkurrentin Acciona Windpower zusammengetan. Durch die Fusion ist ein noch größeres Produktportfolio, eine globale Präsenz mit Schwerpunkt in Europa sowie eine wettbewerbsfähige Konzerngröße entstanden.

Nordex sieht sich gut aufgestellt, um sich den wandelnden Marktbedingungen langfristig erfolgreich zu stellen, auch in technischer Hinsicht. Erst kürzlich hat das Unternehmen eine neue und leistungsstärkere Turbine der 4,0-Megawattklasse vorgestellt.

Fazit: Aktie haltenswert, Anleger können Neu-Position eingehen

Nordex musste durch die Fusion mit der spanischen Acciona-Gruppe hohe Kosten stemmen. Doch der Zusammenschluss war wichtig und richtig, um sich global zu positionieren und sich der Konkurrenz entgegenzustellen. Nun folgen weitere Schritte: Einsparungen, leider auch beim Personal. Wachstumsbereiche sind davon ausgeschlossen. Sollten diese Bereiche langfristig erfolgreich sein, dürften hier aber auch wieder neue Arbeitsplätze entstehen.

Wir halten die Nordex-Aktie unter langfristigen Gesichtspunkten weiterhin für haltenswert. Neu-Einsteiger können beim derzeit niedrigen Aktienkurs eine kleine Position aufbauen. Sollten die Pläne von Nordex zukünftig Früchte tragen, sind Höchstkurse wie Ende 2015 durchaus möglich.

Aktuell (6. September 2017) notiert die Nordex-Aktie bei 10,85 Euro im Xetra-Handel. Nordex ist eine  ECOreporter-Favoriten-Aktie (Link entfernt) der  Mittelklasse-Kategorie. (Link entfernt)

Nordex SE: ISIN DE000A0D6554  / WKN A0D65
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