Furnierschichtholz macht Steico-Holzprodukte sehr belastbar. Das Unternehmen fertigt den Werkstoff selbst und will dessen Produktion stark ausbauen. Die Marge dürfte dadurch weiter steigen. / Foto: Unternehmen

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Öko-Aktie im Aufwind: Steico will Produktion stark steigern

Die Umweltaktie von Steico SE hat seit der letzten Kaufempfehlung von ECOreporter.de innerhalb eines Monats weitere zehn Prozent zugelegt. Seit unserem Aktientipp vom August 2015 hat sich der Aktienkurs im Xetra sogar fast verdoppelt, auf 12,4 Euro. Nun will der Anbeiter ökologischer Dämmstoffe und Bauteile die Produktionskapazitäten ausbauen. Was bedeutet das für die Öko-Aktie?

Seit Steico am polnischen Standort Czarna Woda eine eigene Produktionsanlage für Furnierschichtholz betreibt, ist der Gewinn der Holzdämm- und Baustoffspezialistin deutlich gestiegen. Denn dadurch konnte das Unternehmen aus Feldkirchen bei München die steigende Nachfrage besser bedienen und Kosten deutlich verringern. Im ersten Halbjahr ermöglichte dies Steico eine Verbesserung beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 5,4 Millionen auf 9,8 Millionen Euro (wir haben im  Aktientipp vom 21. Juli  über die Halbjahreszahlen berichtet).

Nun hat die Unternehmensführung angekündigt, die erst Anfang 2016 in Betrieb genommene Produktionsanlage für Furnierschichtholz zu erweitern. Bis Mitte 2018 soll sich deren Produktionskapazität von derzeit rund 80.000 Kubikmeter auf rund 160.000 Kubikmeter verdoppeln.

Banken finanzieren den Ausbau der Steico-Produktion

Wie Steico mitteilt, wird die Anlagentechnik wie bei der bestehenden Produktionsanlage vom finnischen Anlagenbauer Raute Corporation geliefert. Den Auftragswert für die Anlagentechnik beziffert das Unternehmen mit rund 17,5 Millionen Euro. Hinzu kommen Investitionen unter anderem für begleitende Komponenten wie einen zweiten Biomassekessel und die Erweiterung von Gebäuden. Steico rechnet nach eigener Darstellung für den Produktionsausbau mit rund 45 Millionen Euro Gesamtinvestitionen. Die Kosten lägen den Berechnungen zufolge deutlich unter denen für die erste Produktionslinie. Der Ausbau der Produktion werde durch die Erweiterung des bestehenden Kreditvertrages finanziert, den Deutsche Bank AG, Commerzbank AG, HSBC Trinkaus & Burkhardt AG, Landesbank Baden-Württemberg (BW-Bank) sowie Unicredit AG mit steico abgeschlossen haben.

Auf lange Sicht ist das eine gute Nachricht für die Steico-Aktionäre. Denn das Unternehmen eröffnet sich mit der Erweiterung der Furnierschichtholz-Produktion neues Wachstumspotential. Furnierschichtholz ist ein sehr belastbarer und vielseitig verwendbarer Werkstoff, die Nachfrage aus der Baubranche dafür steigt. Und je größer die Produktionsmenge von Steico, desto geringer fallen die Kosten je Produktionseinheit aus. Steico hat schon durch den Start einer eigenen Fertigungsanlage für Furnierschichtholz die Marge erheblich verbessert. Sie kann durch die Verdoppelung der Produktionsmenge stark steigen. Aber bis dahin werden voraussichtlich noch zwei Jahre vergehen. Mögliche Verzögerungen bei der Umsetzung eingerechnet dürfte die Erweiterung erst ab dem Geschäftsjahr 2019 die Einnahmen von Steico ansteigen lassen. Der moderate Kursanstieg der Steico-Aktie von etwas über drei Prozent nach der Ankündigung des Ausbaus reflektiert diesen Umstand.

Langfristig bleibt die Steico-Aktie aussichtsreich

Doch schon das Geschäftsjahr 2016 dürfte besser ausfallen als das Jahr zuvor. Ein Vorteil ist, dass Steico den Ausbau der Fertigung nicht aus den Einnahmen finanzieren muss, denn das hätte den Gewinn vermindert. Eine höhere Kreditbelastung kann das Untenrehmen verschmerzen. Schließlich wies es zur Jahresmitte 2016 eine hohe Eigenkapitalquote von rund 47,5 Prozent aus. Die Erweiterung der Kreditvereinbarung ist zudem ein Vertrauensbeweis der finanzierenden Banken.

2017 dürfte dann ein Übergangsjahr für Steico werden. In dem Jahr wird sich wohl zeigen, welche Auswirkungen der Brexit auf die Geschäfte der Holzdämm- und Baustoffspezialistin haben wird. Denn Großbritannien ist nach Deutschland der zweitgrößte Absatzmarkt von Steico und ein Verfall der britischen Währung wäre für den Konzern von Nachteil. Ihm bleibt aber genug Zeit, um den Absatz stärker auf andere Märkte zu verlagern, wenn dies nötig sein sollte. Ab 2018 könnte dann die Aussicht auf den Abschluss der Produktionserweiterung der Steico-Aktie neuen Schwung geben.

Daher raten wir langfrsitig ausgerichteten Anlegern weiterhin zum Kauf der Aktie von Steico. Sie gehört zu den ECOreporter-Favoriten aus der Reihe nachhaltiger Small Cap-Aktien (lesen Sie  hier (Link entfernt)  mehr darüber). Nur wer mögliche Kurstäler bis 2019 nicht aussitzen kann, sollte die Kursgewinne der letzten Monate jetzt zu Geld machen.

Steico SE: ISIN DE000A0LR936 / WKN A0LR93
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