25.06.10 Fonds / ETF

Öl- und Gaskonzerne bemühen sich nicht ausreichend um Nachhaltigkeit

Immer höhere Risiken gehen Öl- und Gaskonzernen ein, um die letzten fossilen Rohstoffreserven der Erde zu fördern. Dies geschieht auf Kosten von Mensch und Umwelt, stellte die Münchener Ratingagentur oekom research AG in einer aktuellen Branchenstudie fest.

Die Rating-Agentur hat 27 der weltweit größten, börsennotierten Öl- und Gaskonzerne danach untersucht, wie sie sich ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung und den damit verbundenen Herausforderungen stellen. Die beste Beurteilung auf einer Skala von A+ (Bestnote) bis D- erreichte mit der Gesamtnote B der österreichische integrierte Öl- und Gaskonzern OMV. Auf den Plätzen 2 und 3 folgen Snam Rete Gas aus Italien und Total aus Frankreich, die beide ebenfalls die Note B erzielten.

Die meisten Konzerne verzichten der Studie zufolge auf verbindliche Ziele zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen und auf konkrete Ansätze zur Erschließung neuer Geschäftsfelder in Richtung erneuerbarer Energien. Selbst die in diesem Bereich engagierten Unternehmen investieren hier lediglich verschwindend geringe Anteile ihrer Umsätze.

 „Die Bereitschaft der Unternehmen, Risiken einzugehen, um die verbleibenden Rohstoffvorkommen auszubeuten, steigt angesichts schwindender Reserven und gleichbleibend hoher bis steigender Nachfrage“, sagt Kristina Rüter, Research Director und branchenverantwortliche Analystin bei oekom research. Wenn die Branche keine Kurskorrektur vornimmt, seien weitere Katastrophen absehbar, warnt Rüter.

„Bei den meisten Öl- und Gas-Konzernen erkennen wir Bemühungen um Umweltstandards und die Beziehung zu Stakeholdern“, berichtet Kristina Rüter. Speziell die Branchenbesten zeichneten sich zum Beispiel durch vergleichsweise verbindliche Klimaziele, hohe Transparenz und positive Ansätze in der Korruptionsbekämpfung aus. „Insgesamt agieren jedoch alle von uns analysierten Unternehmen viel zu zögerlich in Sachen Nachhaltigkeit. Im Wettlauf um die letzten fossilen Ressourcen gehen sie zunehmend höhere, unverantwortliche Risiken ein“, fasst Rüter zusammen. Der Untergang der BP Ölplattform Deepwater Horizon sei zwar bisher der folgenreichste im Offshore-Geschäft. „Aber es kann jederzeit anderswo der nächste Unfall passieren.“ Der wichtigste Schritt zu mehr Nachhaltigkeit sei deshalb die Abkehr von fossilen Rohstoffen und die aktive Mitgestaltung eines Übergangs zu erneuerbaren Energien.

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