Österreichische Elektrizitätswirtschafts-AG (Verbund): Ergebnis 2008 deutlich gesteigert

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Der Verbund erzielte aufgrund seiner starken Ausrichtung auf die Energiegewinnung aus nachhaltiger Wasserkraft auch im Berichtsjahr ein sehr positives Ergebnis: In einem schwierigen Marktumfeld konnte der Verbund den Umsatz um 23,2 % auf 3.744,7 Mio. Euro steigern, das Operative Ergebnis um 24,3 % auf 1.138,6 Mio. Euro verbessern und das Konzernergebnis um 18,6 % auf 686,6 Mio. Euro heben. Der Vorstand wird der Hauptversammlung eine Erhöhung der Dividende um 16,7 % auf 1,05 Euro je Aktie vorschlagen.


Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber erklärte dazu heute, Mittwoch, bei der Verbund-Bilanzpressekonferenz in Wien: "Mit dem erneut sehr guten Ergebnis 2008, das in einem zunehmend schwieriger werdenden gesamtwirtschaftlichen Umfeld erzielt wurde, haben wir die Basis für ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2009 gelegt. Wir sind strategisch gut aufgestellt und agieren flexibel und zugleich vorausschauend. So haben wir für das laufende Jahr bereits mehr als zwei Drittel unserer Eigenerzeugung im voraus zu noch guten Preisen verkauft."


Die EBIT-Marge stieg von 30,2 % auf 30,4 %, das Gearing verschlechterte sich geringfügig von 70,0 % auf 80,2 % und der operative Cashflow konnte von 807,6 Mio. Euro auf 934,2 Mio. Euro gesteigert werden. Der Economic Value Added (EVA), die für den Verbund-Konzern steuerungsrelevante Kennzahl für die Wertschaffung, lag im Geschäftsjahr 2008 trotz einer Erhöhung der Kapitalkosten auf einem stabilen Wert von 440,8 Mio. Euro.


Höhere Absatzpreise in den europäischen Strommärkten erzielt

Der Verbund konnte 2008 seine durchschnittlichen Absatzpreise in den europäischen Strommärkten neuerlich deutlich erhöhen. Der durchschnittlich erzielte Vertragspreis lag bei 63,34 Euro/MWh (2007: 53,15). Für das Jahr 2009 wurden per 31.12.2008 bereits 68 % der Eigenerzeugung zu durchschnittlich 70,28 Euro/MWh verkauft.


Konzernerzeugung um 1,2 % gestiegen

Die Gesamterzeugung des Konzerns lag mit 28.660 GWh um 1,2 % über dem Vorjahresniveau. Die Erzeugung aus heimischer Wasserkraft betrug 88 %. Das ist vor allem auf die gute Wasserführung der heimischen Flüsse zurückzuführen. Insgesamt erhöhte sich die Stromaufbringung aus Wasserkraft um 987 GWh auf 25.308 GWh.


Höchstbewertetes Unternehmen an der Wiener Börse

Die Verbund-Aktie konnte sich dem äußerst negativen Börseumfeld nicht entziehen. Sie schloss daher Ende 2008 mit einer negativen Performance von 32,0 %, entwickelte sich damit jedoch deutlich besser als der Wiener ATX (- 61,2 %).


Der Verbund-Konzern war über das gesamte Jahr 2008 - bezogen auf die Marktkapitalisierung - das höchstbewertete Unternehmen an der Wiener Börse. Mit Wirkung vom 22.12.2008 wurde die Verbund-Aktie in den "ATX five" aufgenommen.


Investitionskraft trotz Finanzmarktkrise gesichert

Der Verbund wurde durch die Finanzmarktkrise und die daraus resultierende Krise der Realwirtschaft mit nur geringfügigen negativen Auswirkungen für das Jahr 2008 belastet. Die Erzeugungsstruktur, die gute Ertragslage der vergangenen Jahre und die ausgezeichnete Positionierung am europäischen Energiesektor ermöglichen es dem Konzern, seinen wertschaffenden Investitionskurs fortzusetzen.


Erleichtert wird dies durch die hohe Innenfinanzierungskraft und durch die gute Liquidität des Verbund, die durch die gute Ergebnisentwicklung, die steigenden Cashflows begründet und das starke Rating begünstigt ist.


Bei der geplanten Expansion will sich der Verbund in erster Linie auf die Umsetzung und Entwicklung in Bau befindlicher bzw. genehmigter Projekte konzentrieren. Neue Projekte werden nur nach strengen wertschaffenden Kriterien realisiert.

Gleichbleibendes Ergebnis für 2009 angestrebt

2009 strebt der Verbund an, unter weiterhin sehr schwierigen Rahmenbedingungen und auf Basis einer durchschnittlichen Wasserführung ein ähnliches Ergebnis wie 2008 zu erzielen. Weiters will der Verbund an der Dividendenpolitik auf Basis einer Pay-out-Ratio von ca. 45 % festhalten.


Konzern-Chef Anzengruber will in heimische Wasserkraft investieren

Wir wollen einen wichtigen Beitrag zur Entschärfung der herrschenden Wirtschafts- und Stimmungskrise leisten", sagte der neue Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber heute, Mittwoch, bei der Bilanz-Pressekonferenz des Unternehmens in Wien. "Wir können - wenn die Rahmenbedingungen stimmen - sofort in den Ausbau der heimischen Wasserkraft investieren und damit Arbeitsplätze sichern bzw. neu schaffen. Nutzen wir die historische Chance, machen wir einen großen Schritt weiter in eine bessere Energiezukunft - sicherer, unabhängiger, umweltfreundlicher und sozialer."


Bereits seit einigen Jahren investiert der Verbund massiv in Österreich. Der Fokus liegt dabei auf der Wasserkraft. Auch 2008 wurde zügig gebaut: Das  Pumpspeicherkraftwerk Limberg II mit einer Leistung von 480 Megawatt (MW) liegt mehrere Monate vor Terminplan, im Donaukraftwerk Aschach wird die Erneuerung der Maschinen fortgesetzt. Und das neue Salzach-Kraftwerk Werfen/Pfarrwerfen liefert bereits den ersten Strom.


Ohne Wärmekraft ist der Strombedarf Österreichs mittelfristig nicht zu sichern. Deshalb investiert der Verbund auch in die Stromgewinnung aus Erdgas, das weniger klimabelastend wirkt als Öl und Kohle. Am 30.10. erfolgte der Spatenstich für das Gaskraftwerk Mellach bei Graz (832 MW), dessen Inbetriebnahme für 2011 vorgesehen ist.


Im Netzsektor schreiten die Arbeiten an der 380-kV-Höchstspannungsleitung in der Steiermark zügig voran, mit einer Fertigstellung ist Mitte 2009 zu rechnen. Der Baubeginn  des Abschnitts "Salzach neu-St. Peter" der geplanten 380-kV-Salzburgleitung ist für Mitte 2009 vorgesehen, die Inbetriebnahme für Ende 2010/Anfang 2011. Auch an der Errichtung des Teilstücks "Tauern-Salzach neu? als Freileitung hält der Verbund fest.


Erfolge im Bereich "neue" erneuerbare Energien

Durch den Ankauf von drei Windparks in Niederösterreich mit einer Gesamtleistung von 49 MW gelangen dem Verbund in Österreich große Fortschritte im Bereich der "neuen" erneuerbaren Energien. In Rumänien, Bulgarien und Kroatien sind derzeit weitere Windkraftprojekte in Planung. Ebenfalls 2008 gingen die beiden vom Verbund in Spanien erworbenen Photovoltaik-Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 3 MW ans Netz.


Ausbau der internationalen Geschäftsaktivitäten

Die Joint-Ventures des Verbund in Italien, Frankreich und der Türkei entwickeln sich ebenfalls positiv. In Italien erhöht der Verbund gemeinsam mit seinem Partner CIR - nach einem ersten Schritt in 2008 - auch heuer seinen Anteil am gemeinsamen Joint-Venture Sorgenia, und zwar auf 44 %. In der Türkei ersteigerte der Verbund Anfang Juli 2008 gemeinsam mit dem Partner Sabanci-Holding den bisher staatlichen Stromversorger Baskent EDAS mit 3 Mio. Kunden. In Frankreich wird das Erdgas-Kraftwerk Pont sur Sambre (412 MW) Mitte dieses Jahres in Betrieb gehen. In Albanien wird der Verbund bis 2012 das 48-MW-Wasserkraftwerk Ashta am Drin-Fluss nahe der Stadt Shkoder bauen.
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