29.07.08

Österreichische Elektrizitätswirtschafts AG (Verbund): Halbjahreszahlen

Die Geschäftszahlen des Verbund in den Quartalen 1-2/2008 zeigen weiterhin steil nach oben. Die Umsatzerlöse stiegen um 10,6 % auf 1.649,2 Mio. EUR, das Operative Ergebnis konnte um 26,1 % auf 564,2 Mio. EUR verbessert werden, und das Konzernergebnis erhöhte sich um 30,0 % auf 429,0 Mio. EUR.

Die steuerungsrelevanten betriebswirtschaftlichen Kennzahlen entwickelten sich wie folgt: Die EBIT-Marge stieg von 30,0 % auf 34,2 %, die EBITDA-Marge von 36,1 % auf 39,6 % und der Verschuldungsgrad sank von 85,2 % auf 72,1 %. Auch der operative Cash-flow konnte deutlich verbessert werden - er stieg von 384,3 Mio. EUR auf 950,3 Mio. EUR. Der Economic Value Added zeigt ein Plus von 86,7 %.

Kennzahlen Einheit Q1-2/2007 Q1-2/2008 Veränderung

Umsatzerlöse Mio.EUR 1.490,8 1.649,2 10,6 % Operatives Ergebnis Mio.EUR 447,4 564,2 26,1 % Konzernergebnis Mio.EUR 329,9 429,0 30,0 % Net Gearing % 85,2 72,1 15,4 % Operativer Cash-flow Mio.EUR 384,3 950,3 147,3 %

Höhere Absatzpreise in den europäischen Strommärkten erzielt

Die Spotmarktpreise für Strom erholten sich bereits im Quartal 1/2008 von den sehr schwachen Notierungen im Jahr 2007. Im Quartal 2/2008 setzte sich dieser Trend - bedingt im wesentlichen durch die hohen Preise für Primärenergieträger und CO2-Emissionsrechte - weiter fort. Der Verbund konnte daher im Quartal 1-2/2008 seine durchschnittlichen Absatzpreise in den europäischen Strommärkten neuerlich deutlich erhöhen.

Höhere Erzeugung aus Wasserkraft / Einmaleffekt verringert thermische Erzeugung

Die Wasserführung der heimischen Flüsse, die mit dem Erzeugungskoeffizienten gemessen wird, lag in den Quartalen 1-2/2008 mit 1,04 um vier Prozentpunkte über dem Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre und um 17 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Die Erzeugung der Laufkraftwerke stieg daher gegenüber dem Vorjahr deutlich an. Die Erzeugung aus Speicherkraftwerken ging infolge der gegenüber 2007 niedrigeren Speicherstände um rund 20 % zurück. Insgesamt erhöhte sich die Stromaufbringung aus Wasserkraft um 1.303 GWh auf 13.009 GWh. Die Erzeugung aus thermischen Kraftwerken zeigte einen Rückgang um 296 GWh oder 17,4 %, was durch die von April bis Juni im Kraftwerk Dürnrohr einmalig durchgeführten Erneuerungsarbeiten verursacht wurde. Die Gesamterzeugung des Konzerns lag mit 14.418 GWh um 7,5 % über dem Vorjahresniveau.

Auslands-Joint-Ventures erfolgreich ausgebaut In Italien hat der Verbund mit seinem Partner CIR für das gemeinsame Joint-Venture Sorgenia eine einseitige Kapitalerhöhung um 200 Mio. EUR im laufenden Jahr sowie um 150 Mio. EUR im Jahr 2009 vereinbart. Damit steigen die direkten und indirekten Anteile des Verbund an der Sorgenia, mittlerweile Italiens fünftgrößtes Strom- und Gasunternehmen, zunächst von 38 % auf 41 % sowie auf 44 % im kommenden Jahr.

In der Türkei ersteigerte der Verbund Anfang Juli 2008 gemeinsam mit dem türkischen Partner Sabanci-Holding den bisher staatlichen Stromversorger Baskent EDAS. Der Gesamtpreis betrug 1,225 Mrd. US-$ (ca. 780 Mio. EUR). Die rechtliche Übertragung erfolgt in den kommenden Monaten.

Darüber hinaus setzt das Joint-Venture EnerjiSA, an dem Verbund und die türkische Sabanci Holding zu je 50 % beteiligt sind, weitere Schritte zur Realisierung seines ambitionierten Businessplans. Für die Finanzierung von Kraftwerksprojekten in der Türkei schloss EnerjiSA einen Kredit in Höhe von 1 Mrd. EUR mit einem breiten Bankensyndikat unter Führung der IFC (Mitglied der Weltbank-Gruppe), West LB und der Akbank ab. Bis 2015 will EnerjiSA mit einer installierten Leistung von 5.000 MW 10 % am türkischen Strommarkt halten.

In Frankreich ist der Bau des thermischen Kraftwerks Pont sur Sambre (412 MW) bereits weit fortgeschritten, die Inbetriebnahme ist für das Quartal 1/2009 vorgesehen. Weitere thermische Kraftwerke befinden sich derzeit in der Planungs- und Genehmigungsphase.

Ausbau heimischer Kraftwerke und Netze

In Österreich schreitet das in den vergangenen Jahren vom Verbund forcierte Kraftwerks- und Leitungsausbauprogramm zügig voran. So haben die Entscheidungsgremien des Verbund kürzlich grünes Licht für den Bau des 850-MW-Gaskraftwerks Mellach bei Graz gegeben. Plangemäß verläuft der Bau der Steiermarkleitung, eines wichtigen Teilstücks des künftigen 380-kV-Hochspannungsrings in Österreich und die Bauarbeiten für das neue Pumpspeicherkraftwerk Limberg II, welches ab 2012 die Leistung der Verbund-Kraftwerksgruppe Kaprun mehr als verdoppeln wird, liegen sogar mehrere Monate vor dem Terminplan.

Ergebnisprognose für 2008 erneut erhöht

Unter der Annahme einer durchschnittlichen Wasserführung für das Restjahr und einer stabilen Entwicklung der Spotmarkt-Preise sowie der kurzfristigen Forward-Preise (Monats- und Quartalsprodukte) erwarten wir eine Steigerung des Operativen Ergebnisses und des Konzernergebnisses von zumindest 20 %. Zusätzlich beabsichtigen wir für das Geschäftsjahr 2008 eine weitere Erhöhung der Dividende auf Basis einer Pay-out-Ratio zwischen 45 % und 50 %.

Der Zwischenbericht 1-2/2008 ist auf www.verbund.at abrufbar.

Kontakt: Mag. Andreas Wollein Leiter Finanzmanagement und Investor Relations T.: +43 (0)5 03 13 - 52604 F.: +43 (0)5 03 13 - 52694 mailto:investor@verbund.at
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