27.10.09

Österreichische Elektrizitätswirtschafts AG (Verbund): Quartalsergebnis

Die untenstehende Meldung ist eine Original-Meldung des Unternehmens. Sie ist nicht von der ECOreporter.de-Redaktion bearbeitet. Die presserechtliche Verantwortlichkeit liegt bei dem meldenden Unternehmen.

Österreichische Elektrizitätswirtschafts AG: Quartal 1-3/2009: Ergebnis aufgrund schwacher Spotmarktpreise für Strom und negativer Einmaleffekte leicht rückläufig

Der Verbund, Österreichs führendes Elektrizitätsunternehmen, präsentiert in den Quartalen 1-3/2009 ein zufriedenstellendes Ergebnis, das allerdings unter dem Rekordergebnis der Vergleichsperiode des Vorjahres liegt.

Im Vergleich zum Rekordjahr 2008 fielen die Umsatzerlöse um 7,2 % auf 2.446,7 Mio. EUR, sank das Operative Ergebnis um 9,3 % auf 802,9 Mio. EUR und reduzierte sich das Konzernergebnis um 8,4 % auf 551,8 Mio. EUR. Die steuerungsrelevanten betriebswirtschaftlichen Kennzahlen entwickelten sich wie folgt: Die EBIT-Marge sank von 33,6 % auf 32,8 %, das Gearing erhöhte sich von 76,5 % auf 127,3 % und der operative Cash-flow fiel von 985,1 Mio. EUR auf 707,3 Mio. EUR. Der Economic Value Added (EVA), die für den Verbund-Konzern steuerungsrelevante Kennzahl für die Wertschaffung, sank um 147,3 Mio. EUR auf 317,0 Mio. EUR.


Schwache Spotmarktpreise und negative Einmaleffekte belasten operatives Ergebnis

Die operative Ergebnisentwicklung war - wie schon in den Quartalen 1 und 2 - von niedrigen europäischen Spotmarkt-Preisen für Strom, einer überdurchschnittlichen Wasserführung und negativen Einmal-Effekten geprägt.

Das Spotmarkt-Preisniveau für Strom ging in den Quartalen 1-3/2009, verglichen mit dem Vorjahr, stark zurück, und zwar um 40 % für Bandstrom und um 41 % für Spitzenstrom. Dieser Rückgang spiegelt das gesunkene Niveau der CO2-Spotmarktpreise, die wesentlich niedrigeren Preise für Primärenergieträger und die geringere Nachfrage für Strom wider. Auch die Preise für Quartals- und Monatsforwards für Strom sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Der Verbund verkauft etwa 40 % seiner Eigenerzeugung auf Basis von Spotmarktpreisen sowie Quartals- und Monatsforwards. Die restlichen 60 % wurden im Rahmen der Hedging-Strategie bereits ein Jahr im Voraus, zu noch deutlich höheren Strompreisen verkauft.

Positiv auf das Quartalsergebnis wirkte die überdurchschnittliche Wasserführung in Österreichs Fließgewässern. Der Erzeugungskoeffizient lag in den Quartalen 1-3/2009 mit 1,07 um 7 % über dem vieljährigen Durchschnitt und um 5 % über dem Vorjahreswert. Somit konnte in den Laufkraftwerken mehr Storm erzeugt werden. Aber auch die Erzeugung der Speicherkraftwerke wurde erhöht, und zwar infolge der gegenüber 2008 höheren Speicherstände zu Jahresbeginn und hervorragender Zuflussbedingungen aus der Schneeschmelze. Die Wasserkrafterzeugung des Verbund-Konzerns stieg somit insgesamt um 6,3 % oder 1.272 GWh. Diese zusätzlichen Mengen konnten überwiegend allerdings nur auf Basis des oben beschriebenen geringen Spotmarktpreisniveaus verkauft werden, wodurch der positive Effekt der zusätzlichen Mengen gedämpft wurde. Die thermische Erzeugung zeigte im Vergleich zum Vorjahr aufgrund des geringen Spotmarktpreisniveaus einen Rückgang um 32,6 % oder 734 GWh. Die Erzeugung aus Wind und Sonne betrug in den Quartalen 1-3/2009 77 GWh. Insgesamt stieg die Eigenerzeugung um 616 GWh auf 23.064 GWh.

Belastend auf das Operative Ergebnis wirkten, wie schon im Halbjahresergebnis, negative bilanzielle Sondereffekte in Höhe von rd. 74 Mio. EUR, während im Finanzergebnis positive bilanzielle Sondereffekte in Höhe von rd. 23 Mio. EUR verbucht wurden.


Starke Position gefestigt

Obwohl vorerst keine nachhaltige Erholung der Wirtschaft zu erkennen ist, hält der Verbund an seiner antizyklischen Investitionstätigkeit fest und will von einer künftigen wirtschaftlichen Aufschwungphase verstärkt profitieren. Dabei konzentriert sich der Verbund auf den Ausbau erneuerbarer Energieträger, insbesondere Wasserkraft sowie auf die Modernisierung des heimischen Stromnetzes. Die Investitionen in die ausländischen Kernmärkte Türkei, Frankreich und Italien werden ebenfalls - wenn auch teilweise mit zeitlichen Verschiebungen - weitergeführt.

Vor diesem Hintergrund hat der Verbund seine starke Position im europäischen Strommarkt weiter gefestigt. Die Übernahme von 13 Wasserkraftwerken am bayerischen Inn von der deutschen E.ON wurde per 31.08.2009 abgeschlossen. Die Innkraftwerke mit einer Leistung von insgesamt 312 MW werden in der VERBUND-Innkraftwerke GmbH mit Sitz in Bayern geführt. Ab September 2009 erhöht sich die jährliche Erzeugung des Verbund somit um 1,8 TWh.

Ausgebaut hat der Verbund auch sein Engagement im französischen Strommarkt. Im Rahmen einer Kapitalerhöhung in Höhe von 75 Mio. EUR im Quartal 3/2009 und des Erwerbs der Anteile von POWEO-Gründer Charles Beigbeder sowie der Anteile von POWEO-Mitbegründer Frédéric Granotier hat der Verbund seine Anteile an POWEO S.A. auf 46,0 % aufgestockt. Verbund ist somit größter Einzelaktionär.


Ausblick

Aufgrund weiterhin schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und unverändert sehr schwacher Spotmarktpreise erwarten wir für das Gesamtjahr 2009 ein im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufiges Ergebnis. Wir halten an unserer Dividendenpolitik fest und streben eine Ausschüttungsquote von zumindest 45 % an.

Detailinformationen zum Zwischenergebnis Quartale 1-3/2009 finden Sie unter http://www.verbund.at/. Dort steht Ihnen ab sofort der Zwischenbericht auch als benutzerfreundliche Online-Version zur Verfügung.

Kontakt: Mag. Andreas Wollein Leiter Finanzmanagement und Investor Relations T.: +43 (0)5 03 13 - 52604 F.: +43 (0)5 03 13 - 52694 mailto:investor@verbund.at
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x