Die EthikBank fürchtet die EU-Bürokratie und fordert ihre Interessensverteter zum Protest auf / Foto: EthikBank

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Offener Brief an den Bundesverband: EthikBank kritisiert "existenzbedrohende Überregulierung"

Aus Sorge vor wachsender Regulierung hat die EthikBank einen  offenen Brief an den Bundesverband Deutscher Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) geschrieben. Darin fordert die Bank dazu auf, sich endlich mit den existenziellen Forderungen der kleinen und mittleren Genossenschaftsbanken auseinanderzusetzen.

Der Konflikt schwelt schon länger, weil die Genossenschaftsbanken Wettbewerbsnachteile durch die EU befürchten. Sie sehen ihre Existenz bedroht, weil sie ständig neue Richtlinien erfüllen, neue Kontrollen einführen oder der Aufsicht neue Daten schicken müssen. Zum Hintergrund: Im Juli haben sich 406 Volksbanken und Raiffeisenbanken gemeinsam an den BVR gewandt, der ihre Interessen vertritt. Sie warnten vor der „überproportional hohen“ Regulierung durch die EU, die „mitunter existenzbedrohende Dimensionen erreicht“ hat und forderten von ihrem Bundesverband „abgestimmte öffentlichkeitswirksame Protestmaßnahmen“.

Der BVR als Interessenvertretung der Genossenschaftsbanken äußerte öffentlich, dass die Sorgen der kleineren Institute berechtigt seien. Allerdings würde der Bundesverband keinerlei Handlungsbedarf für öffentlichkeitswirksame Protestaktionen sehen. Eine gemeinsame öffentliche Aktion mit den Sparkassen sei derzeit nicht zielführend. "Eine Begründung für diese Einschätzung wurde nicht mitgeliefert", monierte die EthikBank. Ihr Vorstandsvorsitzender Klaus Euler hält das Ignorieren der Forderungen von 40 Prozent der Mitglieder für nicht vertretbar: Es sei "elementare Aufgabe des BVR", die Interessen seiner Genossenschaftsbanken zu vertreten. 

Die EthikBank hat daher in dem offenen Brief den BVR aufgefordert, sich mit den Forderungen der 406 Mitgliedsbanken grundlegend auseinanderzusetzen.

Mehr über die EthikBank erfahren Sie in diesem  Kurzporträt (Link entfernt).
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