Mit ihren Mühlmaschinen verarbeitet Aby Ndao aus dem Senegal Getreide zu Babybrei, den sie verkauft. Die Mühlen hat sie mit Mikrokrediten finanziert. / Quelle: Oikocredit

  Finanzdienstleister

Oikocredit hat Finanzierung von Mikrokrediten ausgebaut

Eine positive Jahresbilanz hat die auf Mikrofinanz spezialisierte Genossenschaft Oikocredit vorgelegt. Die meisten Anleger der internationalen Genossenschaft mit Hauptsitz in den Niederlanden kommen aus Deutschland, sie haben nach ihren Angaben im internationalen Vergleich auch in 2013 die größte Summe investiert: 48 Prozent des verfügbaren Darlehenskapitals. Im vergangenen Jahr erreichte das Anlagekapital der deutschen Oikocredit-Förderkreise mit einem Netto-Kapitalzufluss von 42 Millionen Euro insgesamt 299 Millionen Euro.

21.700 Privatleute und Institutionen aus Deutschland investierten im Jahr 2013 bei Oikocredit. Man kann sich ab 200 Euro über einen der acht deutschen Förderkreise beteiligen. Die Dividende liegt in der Regel bei zwei Prozent. Die Genossenschaft erzielte 2013 einen konsolidierten Nettoerlös von 13,4 Millionen Euro. 11,6 Millionen Euro wurden als Dividende vorgeschlagen, die von der Oikocredit-Generalversammlung im Juni 2014 bewilligt werden muss. Oikocredit finanziert nach eigener Darstellung mehr als 800 Partnerorganisationen in rund 70 Ländern.

Dank der Zuflüsse konnte Oikocredit im Jahr 2013 die Finanzierungen ihrer Partnerorganisationen in Entwicklungs- und Schwellenländern um 11 Prozent auf 591 Millionen Euro steigern. Die Genossenschaft vergibt Darlehen und Kapitalbeteiligungen an Organisationen aus den Bereichen Mikrofinanz und Landwirtschaft.

Besonders das Engagement in ländlichen Regionen der Entwicklungsländer will Oikocredit weiter intensivieren. 2014 sollen allein 27 Millionen Euro neuer Darlehen im Bereich Landwirtschaft vergeben werden – mit einem Schwerpunkt auf kleinbäuerlichen Genossenschaften und ländlichen Wertschöpfungsketten. Denn um mehr Arbeitsplätze und eine bessere Lebenssituation für die ländliche Bevölkerung zu erreichen, müsse auch in Verarbeitung von Lebensmitteln Kapital fließen, stellte dazu Oikocredit fest.

Die Genossenschaft nennt als Beispiel für einen solchen Aufbau einer Wertschöpfungskette ihre Zusammenarbeit mit der kenianischen Mikrofinanzorganisation Molyn Credit. Oikocredit beriet Molyn Credit dabei, passende Angebote für die Landbevölkerung zu entwickeln. Nach einer Befragung von Kleinbauernfamilien legte Molyn Credit in einer Pilotregion ein Programm zum Aufbau einer Milchwirtschaft auf. Das geht weit über übliche Mikrokredite hinaus: Als Kredit bekommen die Kleinbauernfamilien eine Milchkuh, aber auch Schulungen und laufende Beratung. Parallel wurde die Infrastruktur aufgebaut: Ein neues Vermarktungszentrum organisiert nicht nur den Vertrieb der Milch, sondern bietet auch Futter, Medikamente, Versicherungen und tierärztliche Betreuung. Bislang beteiligen sich laut Oikocredit bereits 700 Kleinbäuerinnen und -bauern. Sie konnten ihr Einkommen verbessern und neue Arbeitsplätze in der Milchproduktion schaffen.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x