Energieeffiziente und "smarte" Stadtbeleuchtung von Osram in der Stadt Wipperfürth: Per Bluetooth-Signal können die Leuchten Informationen an eine Handy-App senden. Osram stellte früher Glühlampen her, heute fokussiert sich das Unternehmen auf innovative Lichttechnologie. / Foto: Osram Licht AG

01.03.18 Aktien-Favoriten , Mittelklasse-Aktien

Osram Licht: Leuchtmittel für die Industrie

Osram ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie. Warum, das erfahren Sie in diesem Porträt des Leuchtmittel-Spezialisten.

Die Osram Licht AG ist nach dem Philips-Konzern der zweitgrößte Hersteller von Beleuchtungsprodukten weltweit - mit 25.900 Mitarbeitern an 24 Standorten (Geschäftsjahr 2016/2017). Sie stellt unterschiedliche Leuchtmittel und -systeme her, darunter auch Leuchtdioden (LEDs). Hauptabnehmer ist die Industrie. Das Unternehmen hat seinen Stammsitz in München und wurde 1919 in Berlin gegründet.

Von 1978 bis 2013 war Osram Licht eine hundertprozentige Tochter der Siemens AG: Nach der Abspaltung ging das Unternehmen im Jahr 2013 an die Börse. Seit dem Börsengang hielt die Siemens AG einen Anteil von 17 Prozent am Unternehmen.

Ende Oktober 2017 verkaufte Siemens alle restlichen Aktien, bis auf eine geringe Anzahl. Die Osram-Aktie ist seit September 2013 im Mittelstands-Aktienindex MDAX der Frankfurter Börse gelistet.

Drei Bereiche mit unterschiedlichen Produkten

Die Produkte und Dienstleistungen teilen sich in drei Bereiche auf: Osram Opto Semiconductors, Osram Lighting Solutions & Systems und Osram Specialty Lighting. Osram Opto Semiconductors produziert LEDs für Auto- und  Bühnenscheinwerfer sowie für Büro- und Straßenbeleuchtung. Kleinste Leuchtdioden für mobile Endgeräte, beispielsweise für Fitnessarmbänder oder Autos, gehören ebenfalls zum Produktportfolio.

Osram Lighting Solutions & Systems bietet über seine drei Marken Osram, Siteco und Traxon Technologies Lichtlösungen für Industrie, Sport und Freizeit, Bürobeleuchtung und Einzelhandel an. Osram Specialty Lighting entwickelt, produziert und vertreibt Lampen und Systeme für die (Fahrzeug-)Industrie sowie im medizinischen Segment.

Osram setzt langfristig auf innovative Lichttechnologie und will deshalb die LED-Chipfertigung ausweiten sowie neue Laserlampen für Autos und Sensoren für die Sicherheitstechnik entwickeln.

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Stetig wachsender Umsatz und steigender Gewinn - mit einer Ausnahme

Osram wächst nicht schnell, aber stetig. Seit dem Börsengang Ende 2013 belief sich der Umsatz jedes Jahr auf zwischen 3,7 und 4,1 Milliarden Euro. 2017 lag der Umsatz bei fast 4,13 Milliarden Euro.

Osram hatte 2016 Umsatzprobleme: Er lag in dem Jahr nur bei 3,79 Milliarden Euro, unter anderem durch die Abspaltung des Privatkundengeschäfts, also der Sparte Glühlampen und LED-Lampen. Dieser Bereich hatte zuvor etwa ein Drittel zum Gesamtkonzernumsatz beigetragen.

Zwischen 2013 und 2017 konnte das Unternehmen seinen Gewinn jedes Jahr steigern. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) lag 2013 noch bei 86,1 Millionen Euro, wuchs dann rasant auf 695 Millionen Euro in 2017 (2015: 268,9 Millionen Euro, 2016: 652 Millionen Euro).

Umsatz und Gewinn sollen auch 2018 weiter im einstelligen Prozentbereich ansteigen. Osram hatte Anfang 2017 eine Marktkapitalisierung von mehr als 6,9 Milliarden Euro.

Dividende: Osram zahlt seit dem Börsengang 2013 einmal jährlich im Februar eine Dividende an die Aktionäre. Die Dividendenrendite liegt konstant zwischen 1,9 und 3,1 Prozent. Das Unternehmen versucht, die Ausschüttungsquote beständig bei unter 60 Prozent des Gewinns zu halten.

Höher soll sie nicht ausfallen. Denn je niedriger die Ausschüttungsquote ist, desto mehr Geld aus dem Gewinn kann Osram beispielsweise in die Entwicklung neuer Lichttechnologien, den Rückkauf eigener Aktien oder in die Rückzahlung von Verbindlichkeiten investieren.

2015 und 2016 hat Osram eine Jahresdividende von 0,9 Euro und 1 Euro ausgeschüttet, 2017 war es 1,11 Euro je Aktie. Das Management strebt für die folgenden Jahre mindestens eine Ausschüttung auf Vorjahresniveau an. Laufen die Geschäfte gut, soll die Dividende erhöht werden.

Nachhaltigkeit: Die Licht-Spezialistin informiert auf ihrer Homepage umfassend über die eigene Nachhaltigkeit, ihre Ziele und Richtlinien. Osram hat sich durchschnittliche Klimaziele gesetzt - damit ist der Konzern kein Nachhaltigkeitsprimus.

Er produziert hochwertige LED-Lampen, mit denen bis zu 90 Prozent Energie und Kosten gegenüber herkömmlichen Leuchtmitteln eingespart werden können. In den Produktionsstätten achten Mitarbeiter auf den sparsamen Umgang mit Energie, Wasser und Chemikalien und überwachen die Emissionen.

Osram hat sich einer Recyclinginitiative der Lampenindustrie angeschlossen, welche die Sammlung und umweltgerechte Entsorgung von Altgeräten organisiert. Über 90 Prozent der Osram-Lampenteile sind laut Unternehmen recycelbar. Osram verwendet möglichst wenig umweltgefährdende Stoffe, wie z.B. Quecksilber, und verzichtet auf unnötige Verpackungsmaterialien.

Das Unternehmen ist im Nachhaltigkeitsindex DJSI World gelistet und zudem 2005 dem UN Global Compact beigetreten: einem Pakt von Unternehmen, die nicht nur nach Gewinnen streben, sondern die Globalisierung sozialer und ökologischer gestalten wollen.

K.O.-Kriterien: Keine

Osram Licht AG: ISIN DE000LED4000 / WKN LED400

 

Stand: 3/2018

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