Die Ostwind AG hat seit 1994 nach eigenen Angaben 496 Windräder mit 783 Megawatt Leistungskapazität geplant, gebaut und ans Stromnetz gebracht. / Foto; Unternehmen (Grabe)

05.08.15 Erneuerbare Energie , Anleihen / AIF

Ostwind AG zieht es nach Ostdeutschland

Konsequenzen aus der Energiepolitik in Bayern zieht der Windkraftprojektierer Ostwind AG. Das Regensburger Familienunternehmen mit knapp 20 Jahren Firmengeschichte hat die Eröffnung jetzt ein Regionalbüro in Potsdam angekündigt, das dazu beitragen soll den regionalen Schwerpunkt der Ostwind AG zu verlagern. Daher habe die Ostwind AG zugleich auch in der Niederlassung in Nordrhein-Westfalen personell aufgestockt, hieß es.
„Wir setzen damit konsequent die Anfang des Jahres angekündigte Strategie um, unsere Projektentwicklung zukünftig auf windstärkere Regionen auszurichten“, erklärte OSTWIND-Vorstand Bernd Kiermeier. Allerdings werde der Ostwind-Hauptsitz in Regensburg verbleiben, so der Vorstand weiter. Hintergrund dieser Neuausrichtung sei die Einführung der 10-H-Regel. Diese Regel wurde auf Betreiben der bayrischen Landesregierung in dem Bundesland eingeführt. Es geht um den Abstand von Windrädern zur nächstgelegenen Wohnbebauung. 10-H sorgt dafür, dass bei der Errichtung moderner Windräder ein Mindestabstand von zwei Kilometern eingehalten werden muss (das zehnfache der Höhe einer Windkraftanlage).Anderswo in Deutschland, wo die 10H-Regel nicht gilt, liegt der einzuhaltende Mindestabstand bei 800 Metern. Näheres zur 10H-Regel lesen Sie  hier). Die Ostwind AG bezeichnet diese Regelung als „Bayerns Abkehr von einer Energiewende mit Wind“. Die Ausbauzahlen der Windkraft zeigten, dass die Planung von Windkraftbauvorhaben landesweit zum Erliegen gekommen sei, so der Ostwind-Geschäftsführer Dr. Rolf Bungart, „und leider müssen wir uns hier auch von Projekten verabschieden, in die wir schon viel Arbeit investiert haben.“

Die neue Strategie der Ostwind AG umfasst jedoch mehr als nur eine regionale Neuorientierung. Ziel sei es auch als Dienstleiter für Industriebetriebe verstärkt Windparks zu betreiben, hieß es. Für die energiepolitische Umstellung von der festen Einspeisevergütung für Windkraft hin zu einem Ausschreibungsmodell sei Ostwind gut gerüstet, so die Unternehmensführung weiter. Allerdings gehe diese Umstellung zu Lasten der dezentralen Energiewende. Das Ausschreibungsmodell für Erneuerbare Energien wird derzeit bei größeren Solaranlagen getestet. Es soll 2017 auch für die Windkraft eingeführt werden (mehr zu den Ausschreibungen und der Kritik aus den „grünen“ Energiebranchen lesen Sie  hier).

Ein Windkraftprojekt in Bayern, das die Ostwind-Gruppe nach wie vor umsetzt, ist der Ostwindpark Rotmainquelle. Dazu hat Ostwind ein Nachrangdarlehen mit 3,75 Prozent Basiszins auf das angelegte Kapital auf den Markt gebracht. Dieser  ECOanlagecheck bietet die unabhängige Analyse zu dem Angebot.
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