25.08.10 Nachhaltige Aktien , Meldungen

PCB-Skandal drückt Bilanz der Envio AG gewaltig

Einen Verlust von 6,5 Millionen Euro vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbucht das Dortmunder Recycling-Unternehmen Envio AG für das abgelaufene Geschäftsjahr. Dies geht aus der nun vorgelegten endgültigen Bilanz für 2009 hervor. Der Betrieb der Envio AG ist im Zuge des PCB-Skandals am Dortmunder Hafen seit Mai 2010 stillgelegt (ECOreporter.de Opens external link in new windowberichtete). Für „ungewisse Verbindlichkeiten“, die auf den Konzern im Zuge dessen zukommen könnten, habe die Envio AG Rückstellungen in Höhe von 7 Millionen Euro gebildet, hieß es dazu. 2008 hatte die Recycling-Spezialistin noch 2,6 Millionen Euro Gewinn vor Steuern und Abschreibungen verbuchen können.

Die Umsatz der Envio AG stieg im Vergleich zum Vorjahr um 7,5 Millionen Euro auf 17,6 Millionen Euro. Der Konzernüberschuss im operativen Geschäft (EBITDA) erreichte sogar Rekordniveau. Er steigerte sich von minus 638.000 Euro auf 4,3 Millionen Euro. Im Konzernergebnis schreibt die Envio AG wiederum rote Zahlen. Nach 1,9 Millionen Euro Ertrag im Vorjahr schlägt für 2009 ein Fehlbetrag von 7,2 Millionen Euro zu Buche. Zum Bilanzstichtag 31.Dezember 2009 verfügte die Envio AG laut ihrer Jahresbilanz über 3,12 Millionen Euro liquide Mittel, etwas mehr als doppelt so viel wie noch im Jahr 2008.

Eine Prognose für das laufende Jahr gab die Konzernspitze nicht. Derzeit sei noch ungewiss, wie lang die Stilllegung des PCB-verseuchten Betriebsgeländes noch andauern werde. Die Envio AG hatte die Sanierungsarbeiten auf dem Gelände vor kurzem gestoppt, weil sie sich außerstande sieht, eine von der Bezirksregierung geforderte Sicherheitsleistung in Höhe von 1,5 Millionen Euro zu zahlen. Envio-Chef Dr. Dirk Neupert hatte sich in dieser Woche erstmals öffentlich für die Folgen der PCB-Verseuchung entschuldigt.
Envio AG:  ISIN DE000A0N4P19 / WKN A0N4P1
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