12.05.15

Petrotec AG: Schwache Q1-Ergebnisse

Die Petrotec AG hat ihre Bilanz für das erste Quartal 2015 veröffentlicht. Der Quartalsumsatz ging auf Jahressicht zurück und es entstand ein Verlust vor Steuern und Zinsen. Die Unternehmensführung führt „saisonale Effekte und der Einführung der Dekarbonisierungsregelung“ als Gründe für die Entwicklung an. Lesen Sie dazu die Original-Meldung des Unternehmens.

Die  untenstehende Meldung ist eine Original-Meldung des Unternehmens. Sie ist nicht von der ECOreporter.de-Redaktion bearbeitet. Die presserechtliche Verantwortlichkeit liegt bei dem meldenden Unternehmen.

PETROTEC AG: Schwache Q1-Ergebnisse infolge saisonaler Effekte und der Einführung der Dekarbonisierungsregelung

Pressemeldung

Ergebnisse 1. Quartal 2015 (1. Januar bis 31. März)

PETROTEC AG: Schwache Q1-Ergebnisse infolge saisonaler Effekte und der Einführung der Dekarbonisierungsregelung

- Umsatz von EUR 26,6 Mio. in Q1 2015, ein Rückgang um 42,2 % (Q1 2014: EUR 46,0 Mio.)

- Verkaufsmenge geht hauptsächlich aufgrund gesunkener Handelsaktivitäten auf 29.800 Tonnen in Q1 2015 zurück (Q1 2014: 47.600 Tonnen), ein Rückgang um 37,4 %

- Allgemein gesunkenes Preisniveau für Biodiesel führt zu negativer EBIT-Marge von -3 % in Q1 2015

- Nettoertrag und EBITDA trotz deutlichen Rückgangs der Umsatzerlöse auf dem Niveau von Q1 2014 gehalten

Borken, 11. Mai 2015 - PETROTEC AG (ISIN DE000PET111) erwirtschaftet im ersten Quartal (1. Januar bis 31. März) des Geschäftsjahres 2015 einen Konzern-Umsatz in Höhe von EUR 26,6 Mio., ein Rückgang um 42,2 % verglichen mit dem gleichen Vorjahreszeitraum (Q1 2014: EUR 46,0 Mio.). Das Unternehmen verzeichnete einen Betriebsverlust (EBIT, Ergebnis vor Steuern und Zinsen) von EUR 0,8 Mio. (Q1 2014: Betriebsverlust von EUR 0,8 Mio.). Als Ergebnis vor Steuern (EBT) weist das Unternehmen minus EUR 1,1 Mio. (Q1 2014: minus EUR 1,2 Mio.) aus, sowie ein Ergebnis pro Aktie (EPS) von minus EUR 0,05 in Q1 2014 und in Q1 2015. Ursachen sind insbesondere das allgemein gesunkene Preisniveau für Biodiesel sowie das geringere Handelsvolumen beim Einkauf von anderen Herstellern.

Die Verkaufsmenge gab gegenüber dem Vorjahr aufgrund gesunkener Preise für abfallbasierten Biodiesel in Q1 2015 verglichen mit Q1 2014 sowie aufgrund der gesunkenen Handelsaktivitäten (1.857 Tonnen in Q1 2015 gegenüber 11.743 Tonnen in Q1 2014) nach. Die Produktionsmenge der eigenen Produktionsanlagen ging um 2.751 Tonnen auf 32.132 Tonnen zurück (Q1 2014: 34.883 Tonnen).

Bedingt durch logistische Einschränkungen in Verbindung mit der Rohstoff-Knappheit und technischen Störungen fiel die Anlagenauslastung in Q1 2015 auf 70% gegenüber 76% in Q1 2014.

Trotz der oben genannten Marktbedingungen und des sehr deutlichen Rückgangs der Umsatzerlöse (~EUR 20 Mio.) gelang es dem Unternehmen, das EBITDA auf dem Vorjahresniveau von minus EUR 0,09 Mio. und damit dicht an der Break-Even-Schwelle zu halten.

Eigenkapitalquote steigt auf 52,3 %

Zum 31. März 2015 verzeichnete die Bilanzsumme einen Rückgang um EUR 3,0 Mio. auf EUR 44,1 Mio. gegenüber einer Bilanzsumme von EUR 47,1 Mio. zum Jahresende 2014. Dieser Rückgang ist in erster Linie auf den Rückgang des Sachanlagevermögens infolge regulärer Abschreibung, den Rückgang des Kassenbestandes sowie der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Lieferungen zurückzuführen. Dem gegenüber erhöhte sich der Bestand an Vorräten um EUR 2,8 Mio. Ferner leistete PETROTEC Zinszahlungen in Höhe von EUR 0,7 Mio. sowie tätigte Investitionen im Umfang von insgesamt EUR 0,3 Mio. in die Anlagentechnologie und in den Fuhrpark. Auf der Passivseite hat das Unternehmen seine Verbindlichkeiten insgesamt von EUR 23,0 Mio. zum 31. Dezember 2014 auf EUR 21,0 Mio. gesenkt. Zum 31. März 2015 hatte sich die Eigenkapitalquote auf 52,3 % verbessert, gegenüber 51,2 % zum Bilanzstichtag am 31. Dezember 2014.

Im Vergleich zum Jahresende 2014 stieg das Betriebskapital (Working Capital) deutlich um EUR 4,3 Mio. auf EUR 10,5 Mio., hauptsächlich bedingt durch die Zunahme des Vorratsvermögens. Auch die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten verringerten sich um EUR 1,9 Mio. Folglich verzeichnete PETROTEC im Berichtszeitraum einen negativen operativen Cashflow aus operativer Tätigkeit in Höhe von minus EUR 4,1 Mio. gegenüber minus EUR 3,2 Mio. in Q1 2014. Der Kassenbestand ging vornehmlich aufgrund der Bestandserhöhung der Vorräte zurück.

Delisting der PETROTEC AG

Der Vorstand des Unternehmens hat am 20. März 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrates beschlossen, bei der Frankfurter Wertpapierbörse, der Börse, bei der die Aktien der PETROTEC AG im Teilbereich (Prime Standard) am amtlichen Markt gelistet sind, einen Antrag auf Widerruf der Zulassung zum regulierten Markt zu stellen (sogenanntes Delisting). Der Antrag wurde am 24. März 2015 gestellt. Am 8. April 2015 hat die Frankfurter Wertpapierbörse diesem Antrag entsprochen und den Widerruf veröffentlicht, so dass der Widerruf der Zulassung der Aktien für den Handel am regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse mit Ablauf des 8. Oktobers 2015 wirksam wird. Dementsprechend werden die Aktien der PETROTEC AG nach dem 8. Oktober 2015 an keinem regulierten Markt einer Wertpapierbörse mehr gehandelt werden.

Regulierung

Zum 1. Januar 2015 trat die Regelung zur Treibhausgasreduzierung (Dekarbonisierung) in Kraft mit folgenden Vorgaben zur CO2-Reduzierung beim Vertrieb fossiler Brennstoffe: 2015: 3,5 %, 2017: 4 %, 2020: 6 %. Bisher sieht die Geschäftsführung infolge der Einführung dieser Regulierung einen negativen Einfluss auf die Nachfrage und Preisgestaltung für abfallbasierten Biodiesel in Deutschland.

Nach fortlaufenden Verhandlungen in Q1 erzielten die Botschafter der EU-Mitgliedsstaaten im Ausschuss der ständigen Vertreter am 1. April 2015 eine neue Vereinbarung zum ILUC-Vorschlag. Diese letzte Verhandlungsposition i) behält eine 7 %-Obergrenze für Biokraftstoffe aus Nutzpflanzen bei, ii) lehnt die Aufnahme der ILUC-Faktoren ab, iii) und stellt klar, dass eine Doppelzählung für nicht im Handel erhältliche, fortschrittliche Biokraftstoffe in Teil A des Anhangs IX auf das für 2020 vorgesehene 10 %-Ziel der Nutzung erneuerbarer Energien im Verkehrssektor angerechnet werden sollte, wie es mit dem System der doppelten Gewichtung für Teil B des Anhangs IX der Fall ist, der Biodiesel auf Basis von Altspeisefetten berücksichtigt.

Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments akzeptierte den vorgeschlagenen Wortlaut und die positive Schlussabstimmung in der Plenarsitzung des Europäischen Parlaments fand am 29. April 2015 statt.

Status bezüglich Altspeisefett: Sowohl der Rat als auch das Parlament wollen das System der doppelten Gewichtung für Altspeisefett-basierte Biokraftstoffe erhalten und erklären, dass nach 2020 (wenn die RED-Zielvorgaben auslaufen) nur Biokraftstoffe mit geringem ILUC-Risiko und hohen Treibhausgaseinsparungen gefördert werden. .

Ausblick

In Q1 2015 stabilisierten sich die Biodieselpreise und begannen, leicht zu steigen. Dieser sich leicht verbessernde Trend veranlasste die Rohstofflieferanten dazu, dem Preisanstieg für ihre Rohstoffe parallel zu folgen. Vorausschauend sieht die Geschäftsführung eine schwächere Nachfrage auf dem deutschen Markt nach dem nachhaltigen Produkt des Unternehmens, da die Beimischer weitere Alternativen sehen, um die Beimischungsverpflichtungen mit verschiedenen anderen Biokraftstoffen zu erfüllen, einschließlich Frischöl-basierten Biodiesels. Die Auswirkungen der Dekarbonisierungsregelung auf den deutschen Biodieselmarkt haben sich noch nicht vollends entfaltet, und doch geht die Geschäftsführung davon aus, dass die Gesamtnachfrage geringer ausfallen wird, als es in den vergangenen Jahren für diesen Markt erlebt wurde. Aufgrund des kurzfristig rückläufigen Trends bei den Preisen für abfallbasierten Biodiesel infolge der schwächeren Nachfrage nach dem Produkt, erwartet die Geschäftsführung ein relativ schwaches zweites Quartal.

Von einer generelleren Perspektive ist die Geschäftsführung davon überzeugt, dass das Unternehmen gegenüber anderen Produzenten von abfallbasiertem Biodiesel über die nötigen Wettbewerbsattribute verfügt, um sich von den Verlusten zu erholen, die es in den wenigen vergangenen Quartalen hinnehmen musste, sobald sich Angebot und Nachfrage auf dem Markt wieder in geregelten Bahnen bewegen.

Bericht Download

Der vollständige Q1-Bericht 2015 steht unter dem folgenden Link zum Download zur Verfügung:

http://www.petrotec.de/core/cms/front_content.php?idcat=23&lang=1

Petrotec Konzern-Finanzkennzahlen
EUR in Mio.     2014     2013     Q1 2015     Q1 2014
Umsatz     167,2     193,3     26,6     46,0
EBITDA     0,6     7,5     -0,09     -0,09
EBIT     -2,2     4,9     -0,8     -0,8
EBT     -3,8     3,1     -1,1     -1,2
Gewinn/Verlust der Periode     -3,8     4,0     -1,1     -1,2
EPS in EUR     -0,15     0,16     -0,05     -0,05
Operativer Cashflow     11,1     11,6     -4,1     -3,2
Liquide Mittel     11,1     9,9     6,1     4,3
Eigenkapitalquote %     51,2     47,6     52,3     47,9
Aktienanzahl zum
31. Dez. / 31. Mrz.     24.543.741     24.543.741     24.543.741     24.543.741

Disclaimer

Diese Corporate News enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, welche auf Annahmen und Schätzungen des Unternehmensmanagements der PETROTEC AG beruhen. Auch wenn die Unternehmensleitung der Ansicht ist, dass diese Annahmen und Schätzungen zutreffend sind, können die künftigen, tatsächlichen Entwicklungen und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund vielfältiger Faktoren erheblich abweichen. Zu diesen Faktoren können beispielsweise die Veränderung der gesamtwirtschaftlichen Lage, die gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen in Deutschland und der EU sowie Veränderungen in Petrotecs generellem Geschäft sowie im Wettbewerbsumfeld gehören. Die PETROTEC AG übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in dieser Corporate News geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden.

Über die PETROTEC AG

Die PETROTEC AG ist Europas größter Produzent abfallbasierten Biodiesels, überwiegend auf Basis von Altspeisefetten. Das Unternehmen verfügt über nominale Biodiesel-Produktionskapazitäten in Höhe von insgesamt 185.000 Tonnen pro Jahr an zwei Standorten in Deutschland. PETROTEC betreibt ein vertikal integriertes Geschäftsmodell - von der Entsorgung von Altspeisefetten bei mehr als 15.000 Restaurants und Lebensmittelverarbeitern mit eigener Logistik über die Aufbereitung und Raffination des Rohstoffs bis zur technologisch anspruchsvollen Produktion des Biodiesels aus Abfall. Das Unternehmen verkauft seinen Biodiesel in erster Linie an große Mineralölgesellschaften in Nordwest-Europa. Das Inverkehrbringen von abfallbasiertem Biodiesel durch die Mineralölgesellschaften erfährt über das System der sogenannten doppelten Anrechnung ("double counting") in den wichtigsten EU Ländern im Rahmen der verpflichtenden Beimischungsquoten einen besonderen Anreiz. PETROTECs EcoPremium Biodiesel weist gegenüber fossilem Diesel entscheidende Vorteile für die Umwelt und den Klimaschutz mit der höchsten CO2 Emissions-Ersparnis von 83 % gemäß Erneuerbare Energien-Richtlinie (2009/28/EG) der EU auf. Seit ihrem Börsengang 2006 hat PETROTEC mehr als 800.000 Tonnen Abfall entsorgt und aufbereitet und damit über 2,5 Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermieden. PETROTEC (ISIN DE000PET1111) ist im Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse notiert und erfüllt mit dem Listing im Prime Standard-Segment hohe, internationale Transparenz-Standards. Das Grundkapital beträgt 24.543.741 Euro, das entspricht 24.543.741 Aktien. Zum Bilanzstichtag am 31. Dezember 2014 ist REG European Holdings B.V., Niederlande, Hauptaktionär mit einem Anteil von 84 %, der Freefloat liegt bei rund 10 %. Im Geschäftsjahr 2014 (1. Januar bis 31. Dezember) machte PETROTEC einen Umsatz von 167,2 Millionen Euro und erzielte ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von -2,2 Millionen Euro und einen Jahresfehlbetrag von -3,8 Millionen Euro. Das Unternehmen beschäftigt rund 105 Mitarbeiter.

Presse Kontakt

PETROTEC AG
Vera Berlin
Investor Relations
Tel.: +49 (0) 2862 910080
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