01.07.08 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Phoenix Solar AG gründet Tochter in Australien - ECOreporter.de fragte nach Bedingungen und Potential des Solarmarktes 'down under'

Die Phoenix Solar AG aus dem bayrischen Sulzemoos hat eine Tochtergesellschaft in Australien gegründet. Damit setzt sie ihren Expansionskurs im Ausland fort. Zuvor hat die Tochtergesellschaften in Singapur, Spanien und Griechenland installiert und sich an RED 2002 in Italien beteiligt. Laut dem TecDAX-Unternehmen soll die neue Tochter Phoenix Solar Pty Ltd, mit Sitz in Adelaide im Bundesstaat South Australia den gesamten australischen Kontinent bedienen. Ihre Aufgabe sei es, das Geschäftsmodell der Muttergesellschaft mit den Geschäftssegmenten Kraftwerke sowie Fachgroßhandel für Solarsysteme, Solarmodule und Komponenten aufzubauen. Das Angebot richte sich dabei zum einen an Installationsbetriebe, denen Phoenix Solar netzgekoppelte Solarstromanlagen für Eigenheimbesitzer, Schulen und Kommunen anbiete. Zum anderen soll sie  zukünftig Großinvestoren oder Energieversorgungsunternehmen betreuen, denen Phoenix Solar schlüsselfertige Freiflächen Solarkraftwerke oder große Dachanlagen liefere.

Wie Andrea Zepf gegenüber ECOreporter.de erläuterte, tritt in diesem Monat im Bundesstaat South Australia das erste Photovoltaik Einspeisegesetz Australiens in Kraft. Die Vergütung sei mit 44 Australischen Dollar pro Kilowattstunde „mittelattraktiv“, so Zepf. Vor allem sei dieses gesetz aber ein viel versprechender Anfang. Er mache Hoffnung darauf, dass in Australien nun ein Solarmarkt mit Zukunft entstehe. Nach der Ablösung der stark auf fossile Energieerzeugung setzenden Howard-Regierung, die sich auch dem Kyoto-Protokoll verweigert hatte, sei nun mit einem Aufschwung für die Solarenergie zu rechnen. Australien habe sich nun zur Versorgung aus 20 Prozent erneuerbarer Energie bis 2020 verpflichtet. Die Photovoltaik werde dabei eine wichtige Rolle spielen, „im Besonderen als zuverlässiger Lieferant von Spitzenlaststrom“. Auf Bundesebene erfahre die Photovoltaik Unterstützung über Zuschussprogramme für Privathaushalte, Schulen und Kommunen. Zudem hätten die Bundesstaaten Queensland und Victoria eigene Entwürfe für ein Einspeisegesetz veröffentlicht.

Auf Nachfrage räumte Zepf ein, dass sich der Ausbau der Solarenergie in dem großflächigen, jenseits der Küste aber sehr dünn besiedeltem Land zunächst wohl auf die Regionen um die Ballungszentren konzentrieren werde. Phoenix Solar habe sich mit dem Standort in South Australia aber nicht nur im sonnigsten Bundesstaat dieses sonnigsten Kontinents weltweit niedergelassen. Dieser Bundesstaat sei trotz eines Bevölkerungsanteils von nur acht Prozent der Vorreiter in der Unterstützung der Solarenergie mit 40 Prozent aller netzgekoppelten Photovoltaikinstallationen in Australien. Ein erstes Projekt habe die Phoenix Solar Pty Ltd, bereits in Zusammenarbeit mit Desert Knowledge Australia initiiert: als Teil einer von der Bundesregierung geförderten Solartechnologie Demonstrationsanlage werde die erste Freiflächenanlage ihrer Art auf dem fünften Kontinent „die Leistungsfähigkeit der Anlagentechnik von Phoenix Solar unter Beweis stellen“. Ein zweites Projekt sei eine Solarstromanlage auf der Deutschen Schule in Sydney, die Phoenix Solar im September diesen Jahres installieren will. Sie soll Spitzenleistung von 10 Kilowatt erreichen. Zepf sieht darin „Leuchtturmprojekte“, mit denen sich Phönix Solar für potentielle Kunden in Australien profilieren könne. Es gebe bereits erste Anfragen.

Geschäftsführer der australischen Tochtergesellschaft ist Christian Bindel. Der 35-jährige Diplom-Ingenieur war von 2003 bis 2006 für Phoenix Solar in Deutschland tätig und bereitet seit 2007 in Australien den Markteintritt vor. Bindel verfügt dem Unternehmen zufolge über weitreichende Erfahrungen in Planung und Bau von Solarkraftwerken im Megawattbereich und ist Spezialist für Systemkonfigurationen mit Dünnschichtmodulen. „Mit der Verwendung der Dünnschichttechnologie seit 2003 ist die Phoenix Solar AG ein Vorreiter im Einsatz einer neuen Generation von Photovoltaikmodulen im solaren Kraftwerksbau“, meint Christian Bindel. „Diese Erfahrung werden wir nun für den australischen Markt nutzen und können damit Photovoltaikanlagen anbieten mit den geringsten Stromgestehungskosten im nationalen Vergleich“, so der Geschäftsführer.

ECOreporter.de fragte nach der Konkurrenzsituation ‚down under’. Zepf verwies darauf, dass der australische Solarmarkt sich trotz des enormen Potentials noch im Anfangsstudiem befinde. Zwar tummelten sich dort durchaus schon Konkurrenten, als Beispiel nannte sie BP Solar. Die Solarsparte des Mineralölkonzerns besitzt Fertigungsanlagen für Solarzellen und Module in Sydney. Laut Zepf sieht sich Phönix Solar aber durch seine vielfältigen Erfahrungen insbesondere bei Großanlagen gut für den Wettbewerb in Australien gerüstet.

Die Aktie der Bayern zeigt weiter eine überzeugende Performance. In Frankfurt notiert sie heute Mittag mit 48,31 Euro um 135 Prozent über dem Vorjahreswert. Beim Börsendebüt im November 2004 war das Wertpapier der Phoenix Solar AG mit 8,50 Euro gestartet.

Phoenix Solar AG: ISIN DE000A0BVU93 / WKN A0BVU9

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