Dieser Solarpark in Senftenberg stammt von Phoenix Solar. Die Unternehmenssparte, die große Solarparks in Europa mit Service und Wartung betreute steht unmittelbar vor dem Verkauf. / Foto: Unternehmen

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Phoenix Solar kappt Prognose – Servicesparte wird verkauft

Die Führung der Phoenix Solar AG gab heute Nachmittag eine Gewinnwarnung für das Gesamtjahr 2014 heraus. Geplante Auftragseingänge in den USA hätten sich erheblich verzögert, hieß es. Außerdem sei ein Abnehmer für das Service- und Wartungsgeschäft gefunden worden.

Bislang war der Vorstand der Phoenix Solar AG davon ausgegangen, das Geschäftsjahr 2014 mit 150 bis 160 Millionen Euro Umsatz und 2 bis 5 Millionen Euro Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) zu beenden. Die Verzögerungen im US-Geschäft nahm die Unternehmensführung zum Anlass, die Prognose deutlich zu senken: Als möglichen „Umsatz-Korridor“ nennt der Vorstand nun 70 bis 100 Millionen Euro. Beim EBIT rechnen die Verantwortlichen noch mit maximal 3 Millionen Euro. Käme es so, läge der Umsatz 2014 um 35 bis 50 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Damals erzielte Phoenix Solar 141,2 Millionen Euro Umsatz bei 1,4 Millionen Euro EBIT-Verlust.

Konzentration auf Asien und USA

Außerdem kehrt die Phoenix Solar AG dem Heimatmarkt Deutschland noch ein Stück mehr den Rücken und stößt ihre Service- und Wartungssparte mit Sitz in Ulm ab. Die auf Steuerungstechnik für Solaranlagen spezialisierte SMA Solar AG aus Kassel, der weltgrößte Hersteller von Wechselrichtern, hat nach ihren Angaben einen Kaufvertrag für die Wartungs- und Servicesparte von Phoenix Solar unterzeichnet. Über vertragliche Details sei Stillschweigen vereinbart worden, hieß  es. Übernommen werde der gesamte Phoenix-Solar-Standort im Ulm, der mit 18 Mitarbeitern Service und Wartungsleistungen für Kunden in Deutschland, Frankreich Spanien und Italien erbringe. Sobald eine ausreichende Zahl der bisherigen Phoenix-Solar-Service-Kunden zustimme, werde die Transaktion vollzogen, hieß es von beiden Unternehmen.  „Wir haben uns die Entscheidung für die Trennung vom Standort Ulm nicht leicht gemacht. Aber mit unserer strategischen Ausrichtung auf Asien und die USA war die Betreuung großer Solarparks in Europa nicht mehr gut zu vereinbaren“, erklärte Phoenix-Solar-Vorstandschef Dr. Bernd Köhler. Mit dem Verkaufserlös könne sein Unternehmen Schulden reduzieren und das Kerngeschäft stärken. In der aktualisierten Prognose für 2014 sei die Transaktion schon berücksichtigt.

SMA Solar sieht das  Service-Geschäft in Europa als wichtigen Baustein einer „Wachstumsstrategie“, die mit dem Aufbau einer Servicesparte in den USA begonnen worden sei und weiter fortgesetzt werde. SMA Solar hatte selbst vor wenigen Tagen eine Gewinnwarnung herausgegeben, worauf die Aktie auf Talfahrt ging (ECOreporter.de  berichtete). Bis zum späten Nachmittag legte die SMA-Aktie heute im Xetra ein Prozent zu und erreichte 20,80 Euro. Damit notiert sie 27,5 Prozent unter dem Kursniveau von vor vier Wochen und ist 17,8 Prozent billiger als vor einem Jahr.


Aktie von Phoenix-Solar unter Druck
Der Abwärtstrend der Phoenix Solar Aktie setzt sich indes fort: Bis 15:55 Uhr fiel ihr Kurs an der Deutschen Börse um 2,6 Prozent auf 1,83 Euro. Damit ist der Anteilsschein knapp 36 Prozent billiger als vor vier Wochen und auf Jahressicht liegt der Kursverlust bei 28,5 Prozent.

Phoenix Solar AG: ISIN DE000A0BVU93 / WKN A0BVU9
SMA Solar Technology AG: ISIN DE000A0DJ6J9/ WKN A0DJ6J

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