In einer aktuellen Studie kritisieren Forscher die Umweltbilanzen der Photovoltaik-Produktion in China. Im Bild: Ein Einblick in eine Fabrik von JA Solar. / Quelle: Unternehmen

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Photovoltaik aus China oft auf Kosten der Umwelt billiger

China ist zwar ein preiswerter Ort, um Solaranlagen zu produzieren. Umso höher sind jedoch die Umweltkosten bei der Herstellung von Solarkollektoren im Reich der Mitte, wie eine neue Untersuchung der Northwestern University zeigt. Geringere Umweltstandards und weniger umweltschonende Energiequellen sind die Hauptgründe für diese Diskrepanz.

Die Forscher analysierten die langfristigen Umweltkosten jeder einzelnen Stufe der Photovoltaik-Anlagenproduktion - inklusive dem Abbau des Rohmaterials, dem Transport und der Stromversorgung der Fabriken. Das Ergebnis: Die Umweltkosten zur Herstellung einer Solaranlage sind in China etwa doppelt so hoch wie die in Europa. Das sagt Fengqi You, einer der Autoren der Studie vom Argonne National Laboratory, das an der Erstellung der Erhebung federführend beteiligt war. „Während es also eine ökonomisch attraktive Option ist, die Produktion von Sonnenkollektoren von Europa nach China zu verlagern, ist dies der eindeutig weniger nachhaltige Weg aus Sicht der Ökobilanz",  erklärt die Mitautorin. Laut Huang Xianjin von der übersehen viele Kunden von Solaranlagen oft die Umweltkosten, die diese Technologie verursacht. „In China haben wir eine Vielzahl von Photovoltaik-Herstellern, die auch von der Regierung unterstützt werden. Aber ein hoher Anteil der Umweltverschmutzung stammt auch davon“, kritisiert Xianjin.

China ist die Photovoltaik-Werkbank der Welt

Dank der geringeren Produktionskosten und der Anreize der Regierung ist China zum größten Photovoltaik-Hersteller der Welt aufgestiegen. Gemessen am weltweiten Absatz sind sieben der zehn weltgrößten Solarhersteller 2013 entweder chinesische Konzerne oder fertigen einen Großteil ihrer Ware in chinesischen Werken (mehr zu den Kräfteverhältnissen am Photovoltaik-Weltmarkt lesen Sie  hier (Link entfernt)). Angaben des Earth Policy Institutes zufolge entfielen 2012 rund 60 Prozent der Weltproduktion auf das Reich der Mitte. Die Studie besagt zudem, dass chinesische Photovoltaik-Anlagen etwa 20 bis 30 Prozent länger in Betrieb stehen müssten als europäische Modelle, um den Energieaufwand zu kompensieren, den die Produktion in China verursacht.

Umdenken in Richtung mehr Nachhaltigkeit setzt ein

Jedoch sehen die Forscher auch, dass China bereits damit begonnen hat, stärkere Umweltstandards zu setzen und somit auch dort die Lücke zu Europa zu schließen. So wurde bereits 2011 eine Photovoltaik-Produktionsstätte in Zhejang gesperrt, nachdem die Bürger der Provinz tagelang gegen die Verschmutzung der Luft und des Wassers demonstriert hatten. Dabei handelte es sich um ein Werk von JinkoSolar. (ECOreporter.de berichtete). Allerdings gibt es Studien, die zeigen, dass einige Solarkonzerne in China sehr wohl Num bessere Ökobilanzen bei der Produkton bemüht sind und dies auch in Nachhaltigkeitsberichten darlegen. Trina Solar Co. Ltd., Yingli Green Energy Co. Ltd. und auch die chinesisch-koreanische Hanwha SolarOne Co. Ltd sind Beispiele für Unternehmen, die sich seit mehreren Jahren in dieser Weise engagieren.   

Yingli Green Energy Co. Ltd: ISIN US98584B1035 / WKN A0MR90
Trina Solar Co. Ltd: ISIN US89628E1047 / WKN A0LF3P
Jinko Solar Co Ltd: ISIN US47759T1007 / WKN A0Q87R
Hanwha SolarOne: ISIN US41135V1035 / WKN A1H6P5
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