20.02.13

Photovoltaik-Verband AFSE macht weiter gegen EU-Strafzölle mobil

Seine Kritik an der möglichen Einführung von Anti-Dumping-Zöllen auf Solartechnik-Importe aus chinesischer Herstellung in die EU hat der Photovoltaik-Branchenverband Allianz für bezahlbare Solarenergie (englisch Alliance For Affordable Solar Energy, kurz AFASE) erneuert. Die Einführung der Zölle werde Europas Volkswirtschaft in drei Jahren zwischen 18,4 und 27,2 Milliarden Euro kosten. Zusätzlich dazu würden in dieser Zeit zwischen 175.500 und 242.000 Arbeitsplätze vernichtet, so die AFASE Dabei stützt sich der internationale Zusammenschluss von Solarunternehmen, die für freien internationalen Handel eintreten, auf eine neue Studie des Meinungsforschungsinstituts Prognos, die vom AFASE selbst in Auftrag gegeben worden war.In einer früheren Studie war von 30.000 Arbeitsplätzen und 13,5 Milliarden Euro Schaden bis 2015 ausgegangen worden (ECOreporter.de Opens external link in new windowberichtete).

Wie in der Vorgängeruntersuchung wurde eine Kosten- und Arbeitsplatzverlust-Prognose für drei mögliche Szenarien erstellt: für 20, 35 und 60 Prozent Strafzoll auf in China hergestellte Solartechnik bei der Einfuhr nach Europa. „Anti-Dumping- und/oder Ausgleichszölle auf chinesische Solarimporte rufen in jeglicher Höhe einen Nachfragerückgang nach Solarprodukten hervor, der  deutliche Arbeitsplatzverluste  und einen volkswirtschaftlichen Schaden entlang der gesamten europäischen Photovoltaik-Wertschöpfungskette nach sich zieht“, ist eine zentrale These der Studienautoren. Auf ein Jahr gesehen sollen sich die Jobverluste zwischen 115.600 und 199.700 bewegen, während der Volkswirtschaftliche Schaden zwischen 4,7 und 8,1 Milliarden Euro liegen soll.

„Durch die Einführung von Strafzöllen steigt die Produktion europäischer Solarhersteller. Die dadurch entstehenden Arbeitsplätze entsprechen jedoch höchstens 20 Prozent der Stellen, die durch die Einführung von Strafzöllen entlang der gesamten PV-Wertschöpfungskette verloren gehen”, sagt Thorsten Preugschas, CEO des deutschen Projektentwicklers Soventix und Sprecher der AFASE. Erstaunlicherweise sind die Jobverluste und Kosten im 35-Prozent-Szenario der Studie höher als im 60-Prozent Szenario. Die ermittelten Schwankungen liegen zwischen 0,8 und 2,1 Prozent bezogen auf den vermuteten wirtschaftlichen Schaden.

Der AFSE gehören nach eigenen Angaben 180 Branchenunternehmen aus allen Segmenten der Solarindustrie an. Der AFSE gegenüber steht Organisation EU Pro Sun, die unter der Federführung der SolarWorld AG ein Anti-Dumping-Verfahren der EU-Kommission angestoßen hat (mehr dazu lesen Sie Opens external link in new windowhier).

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