21.04.06 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Portrait: HSBC Trinkaus & Burkhardt Aktien-Basket-Zertifikat auf Biokraftstoffunternehmen

Die Nachfrage nach Biokraftstoffen steigt in Industrienationen und Schwellenländern, Beispielsweise Brasilien. Auch Bio-Ethanol
als Alternative zu fossilen Brennstoffen wird immer mehr beachtet. Branchenexperten wie Frost & Sullivan erwarten in Europa bis zum Jahr 2011 Wachstumsraten von bis zu 26 Prozent pro Jahr für den Sektor. Alleine in Schweden dürfte es einen Boom geben, denn das Land will die erste erdölfreie Volkswirtschaft aufbauen. Aufgrund der Dieselkraftstoff- Norm DIN EN 590 erlaubt die EU eine Beimischung von Biodiesel zum Dieselkraftstoff von bis zu fünf Prozent. Experten gehen davon aus, dass Beimischungen von bis zu 20 Prozent technisch machbar sind. Immer mehr Privatleute und vor allem auch Speditionen fahren allerdings sogar reinen Biodiesel oder reines Pflanzenöl. Eine Nischenbranche also, aber eine mit kräftiger Wachstumsperspektive. Die Unternehmen dieses noch kleinen Marktes sind teilweise auf Biokraftstoffe spezialisiert wie die deutsche EOP Biodiesel oder Biopetrol Industries aus der Schweiz, andere wie die englische Tate & Lyle oder die nordamerikanische Archer-Daniels-Midland haben andere Geschäftsfelder, die sie umstellen, beispielsweise Prozesse zur Zuckerraffinierung bzw. zur Verarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten auf die Herstellung von Biokraftstoffen.

Der Anteil der Kraftstoffe aus erneuerbaren Energien am weltweiten Kraftstoffverbrauch bewegt sich immer noch unterhalb der Prozentgrenze, denn nennenswerte Produktionsvolumina finden sich nur in einzelnen Ländern in Europa, den USA und Brasilien. Aber auch hier sind die Beiträge gering: Sie liegen in Europa bei etwa 0,2 Prozent, wobei in Deutschland und Frankreich - ebenso wie in den USA - Anteile im Bereich von 1 Prozent erreicht werden, in Schweden etwa 2 Prozent. Einzige Ausnahme bildet bisher Brasilien mit 12 Prozent. Als regenerative Kraftstoffe werden ausschließlich Bio-Ethanol und Biodiesel eingesetzt. Biodiesel wird vor allem in Europa in nennenswertem Umfang hergestellt (Frankreich, Deutschland, Italien, Österreich, Belgien, Tschechische Republik), während Ethanol in erster Linie in Brasilien und den USA für den Kraftstoffmarkt produziert wird. Während für die Herstellung von Biodiesel zum weitaus überwiegenden Teil Raps eingesetzt wird, sind die Ausgangsprodukte für Ethanol unterschiedlich.

HSBC Trinkaus & Burkhardt hat nun ein Aktien-Basket-Zertifikat (WKN TB0D2B) auf zwölf im Biokraftstoff-Bereich tätige nationale und internationale Unternehmen emittiert. "Die Nachfrage nach unseren Aktien-Basket-Zertifikaten ermutigt uns, auch weiterhin auf aktuelle Themen wie Biokraftstoffe zu setzen", sagt Werner Brinkhoff, Marketingleiter Retail Products bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. Dabei reicht die Bank erstmals die Hälfte der Dividendenausschüttungen der im Aktienkorb enthaltenen Unternehmen über eine Anpassung der jeweiligen Bezugsmenge an die Zertifikatsinhaber weiter. Eine zusätzliche Verwaltungsgebühr oder sonstige Gebühren erhebt die Bank nicht.

Den größten Anteil von rund 20 Prozent im Biokraftstoff-Basket-Zertifikat weist bei Auflegung der US-amerikanische Verarbeiter von landwirtschaftlichen Produkten Archer-Daniels-Midland auf, der landwirtschaftliche Produkte wie Sojabohnen, Getreide, Weizen oder Kakao unter anderem zu Ethanol und Biodiesel verarbeitet. Von den in Deutschland gelisteten Unternehmen gebührten die größten Anteile von je zehn Prozent Südzucker und GEA. KWS Saat, Biopetrol Industries und EOP Biodiesel kamen aufgrund der geringeren Marktkapitalisierung nur auf Anteile von fünf, drei und 1,5 Prozent bei Zertifikatsauflegung. Das Zertifikat ist nicht währungsgesichert. Da nicht alle Titel im Aktienkorb an den relevanten Börsen in Euro notieren, trägt der Anleger neben dem Kursrisiko auch ein Währungsrisiko.

Mit dem Aktien-Basket-Zertifikat auf Unternehmen, die von der Herstellung und dem Vertrieb von Biokraftstoffen mittelbar und unmittelbar profitieren, soll der Anleger an der Kursentwicklung eines Aktienkorbes teilhaben. Der Auszahlungsbetrag des Zertifikates ergibt sich aus der Summe der Produkte aus den ggf. in Euro umgerechneten Berechnungskursen der im Aktienkorb enthaltenen Aktien am Feststellungstag und den jeweiligen Bezugsmengen.

Basiswert: Aktienkorb aus zwölf Biokraftstoff-Unternehmen
WKN: TB0D2B
Erster Handelstag: 9. März 2006, Fälligkeitstag: 19. März 2008
Verkaufspreis: 111,06 EUR je Zertifikat
Stand: 18. April 2006
Korbaktien/Gesellschaften WKN Korbaktien
anfängliche
Tabelle: Die Zusammensetzung des Zertifikats: Firma/WKN/Börse/Gewichtung im Korb

Archer-Daniels-Midland Co. 854161 0,7494 New York Stock Exchange
(NYSE) 20 Prozent
Abengoa S.A. 904239 0,3916 Bolsa de Madrid 7,50 Prozent
Ebro Puleva S.A. 914506 0,5014 Bolsa de Madrid 7,50 Prozent
BIOPETROL Industries AG A0HNQ5 0,2000 Deutsche Börse AG (Xetra®) 3 Prozent
CSR Ltd. 855877 3,2430 Australian Stock Exchange (ASX) 7,50 Prozent
EOP Biodiesel AG A0DP37 0,1123 Deutsche Börse AG (Xetra®) 1,50 Prozent
KWS SAAT AG 707400 0,0600 Deutsche Börse AG (Xetra®) 5 Prozent
Syngenta AG 580854 0,1266 virt-x Exchange Limited 15 Prozent
Südzucker AG 729700 0,4653 Deutsche Börse AG (Xetra®) 10 Prozent
GEA Group AG 660200 0,7225 Deutsche Börse AG (Xetra®) 10 Prozent
Tate & Lyle PLC 854798 1,1546 London Stock Exchange plc. (LSE) 10 Prozent
Pacific Ethanol Inc. A0D9R1 0,1873 NASDAQ National Market System (NMS) 3 Prozent
oder sonstige Gebühren erhebt die
Bank nicht.

Archer-Daniels-Midland:
Verarbeiter von landwirtschaftlichen Produkten. Außerdem gibt das Unternehmen an, als weiteres Standbein eine Ethanolproduktion aufzubauen.
Pacific Ethanol
Produzent von Ethanol und Vertreiber von Biokraftstoff aus Kalifornien.
BIOPETROL Industries
Die Biopetrol Industries mit Sitz in Zug (Schweiz) produziert und vertreibt mit ihren deutschen Tochtergesellschaften u. a. Biodiesel. Der zu dem Unternehmen gehörende Standort Schwarzheide ist eine Biodiesel-Produktionsstätte in Deutschland. Bemerkenswerte Vorgeschichte: Mitinhaber des Unternehmens war früher Inhaber des Wasseraufberituntsgeräter-Herstellers Wedeco aus Düsseldorf. Schwarzheide war ein Projekt einer Tochterfirma der Pleite gegangenen UmweltKontorRenewables Energy.
EOP Biodiesel
Das Unternehmen ging 2005 an die Börse und stellt Biodiesel her.
Südzucker
Internationales Unternehmen, das Agrarrohstoffe verarbeitet. Südzucker erwirtschaftet bereits einen Teil seines Umsatzes außerhalb Deutschlands. Als Wachstumssegment soll laut Unternehmensangaben eine Bioethanolproduktion aufgebaut werden.
EBRO Puleva
Spanischer Nahrungsmittelkonzern, aktiv u. a. in der Zuckergewinnung und -verarbeitung, der Biotechnologie und der Biokraftstoffherstellung in Südamerika.
KWS Saat
Unter anderem ist das Unternehmen in der Zuckergewinnung und dem Saatgutgeschäft aktiv und könnte daher vom Anstieg der Biodieselnachfrage profitieren.
CSR
Ist nach eigenen Angaben Australiens größter Zuckerhersteller mit Standbein in der Ethanolherstellung.
Abengoa
Ein Unternehmen, das mit der Tochter Abengoa Bioenergy ein Standbein in der
Biokraftstoffgewinnung hat.
Syngenta
Syngenta ist ein Agribusiness-Unternehmen und könnte über die eigene Saatgutproduktion ebenfalls Profiteur der weltweit steigenden Biokraftstoffnachfrage werden.
GEA
Im Spezialmaschinenbau tätig, vor allem über die Tochter Lurgi von der steigenden Nachfrage nach Produktionsanlagen zur Herstellung von Treibstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen wie Biodiesel oder Bioethanol betroffen.
Tate & Lyle
Zuckerhersteller, der ebenfalls Interesse an der Ethanolherstellung bekundet

Bildhinweis:
Biodieselwerk der Biopetrol Industries AG in Schwarzheide / Quelle: Unternehmen;
Mais ist eine der Grundlagen für Biokraftstoffe / Quelle: frei
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