Modulproduktion in Asien. Dies ist ein Einblick in eine Fabrik von REC Solar. / Foto: Unternehmen

21.05.15 Erneuerbare Energie

Preisbarometer: Solarmodule werden fast überall teurer

Solarmodule werden wieder teurer. Fast überall auf der Welt sind die Preise im April 2015 und seit Jahresbeginn angestiegen. Nur in Europa bleiben die Preise bisher stabil. Das zeigt das aktuelle Preisbarometer der Handelsplattform pvXchange. Demnach legten die Preise in Südostasien und Taiwan am stärksren zu, gefolgt von China auf dem zweiten Rang vor Japan und Korea. Auf das bisherige Jahr bezogen verzeichnen Japan und Korea mit knapp fünf Prozent den höchsten Preisanstieg vor Südostasien und Taiwan mit 4,3 Prozent. Lesen Sie dazu den
 
In Kooperation mit dem Partner pvXchange berichtet ECOreporter.de monatlich über die Entwicklung der Preise auf dem Markt für Solarmodule. pvXchange stellt dafür ein „Preisbarometer“ zur Verfügung. Dieses soll einen schnellen Überblick auf die Trends im Solarmarkt ermöglichen.


Marktkommentar von pvXchange für April 2015

Wie erwartet steigen die Preise asiatischer Produkte auch im April  unaufhaltsam weiter. Allein die Modulpreise der wenigen noch existierenden deutschen und europäischen Hersteller scheinen seit Jahresanfang festzementiert zu sein. Gleichzeitig gelingt es den Produzenten jedoch, immer mehr Leistung auf gleicher Fläche unterzubringen. Mittlerweile gehören 260 bis 270 Wp bei einem 60-zelligen Modul zum Standard, Tendenz steigend.

Die Restriktionen der EU-Kommission in Kombination mit umfangreichen Kontrollen der Zollbehörden haben dazu geführt, dass immer weniger kostengünstige Ware aus China und Taiwan auf den europäischen Markt kommt. Auch die erneute Anhebung des Mindestimportpreises scheint langsam Wirkung zu zeigen, so dass die leichte Erholung des Euro-Wechselkurses im April zu keinem Gegensteuern bei den Modulpreisen führte. Dadurch wird der Bau ökonomisch interessanter Photovoltaikprojekte zunehmend erschwert. Man darf gespannt sein, auf welche Produkte und Herkunftsregionen die Gewinner der kürzlich beendeten ersten Ausschreibungsrunde für deutsche Großprojekte setzen werden und wann sie mit der Realisierung beginnen. Die aktuelle Preisentwicklung spricht zumindest gegen einen kurzfristigen Baubeginn.

Die vom deutschen Hersteller SolarWorld initiierte und dominierte Vereinigung EU Prosun hat auch noch eine neue Beschwerde gegen chinesische Hersteller eingereicht. Vorstand Frank Asbeck will mit allen Mitteln verhindern, dass das geltende Undertaking mit Mindestimportpreisen und Einfuhrbeschränkungen zum 7. Dezember 2015 ausläuft. Vielmehr soll schnell eine Anschlussregelung her, die einen zu erwartenden Preisrutsch verhindert. Das derartiger Protektionismus der europäischen Branche eher schadet als nützt und die Marktentwicklung lähmt, hat zumindest die EPIA (Europäischer Photovoltaik-Branchenverband) mittlerweile auch festgestellt und eine Abschaffung aller Marktbeschränkungen gefordert. Dem kann man sich nur anschließen!



Hinweise zur Darstellung:

1. Es werden nur Netto-Preise für Photovoltaik-Module angezeigt.
2. Die Preise sind keine Endkundenpreise. Für eine durchschnittliche schlüsselfertige Solaranlage muss der Wert in Deutschland etwa mit dem Faktor 2 - 3 multiliziert werden.
3. Die Preise stellen die durchschnittlichen Angebotspreise auf dem europäischen Spotmarkt dar (verzollte Ware).

Erläuterung zur Grafik:

Die bunten Pfeile veranschaulichen die Entwicklung, der Bezug zum Vormonat oder zum Anfang des Jahr es verdeutlicht auftretende Schwankungen auf dem Markt. Das Barometer zeigt ausschließlich die Nettopreise pro Watt-Leistung für den gewerblichen Handel mit Photovoltaik-Modulen, Endkundenpreise werden nicht genannt. Als Faustregel gilt dennoch: Für eine durchschnittliche schlüsselfertige Solaranlage mit kristallinen Modulen muss der Wert in Deutschland etwa mit 1,8 multipliziert werden.Das Barometer zeigt immer den arithmetischen Mittelwert eines gesamten Monats für Module einer Technologie sowie der Herstellerregion an.

Die Angaben für Europa enthalten nach Angaben von pvXchange fast ausschließlich die Module von deutschen Firmen. Die wenigen spanischen, italienischen und skandinavischen Angebote seien statistisch nicht mehr relevant. Daher sei das Barometer zum 1. Januar 2011 entspre chend angepasst worden. Japan und China sind zwei weitere wichtige Herstellernationen. Sie werden getrennt aufgezählt, da die PV-Preise der beiden asiatischen Länder in der Regel in Europa sehr unterschiedlich sind.Wie pvXchange erläutert, werden die Daten nicht über Hochrechnungen oder Umfragen erhoben. Die Preise würden stattdessen hunderte von realen Angeboten widerspiegeln, die jeden Monat auf dem internationalen Spotmarkt für Photovoltaik-Module, pvXchange, veröffentlicht werden. Zur möglichst exakten Darstellung der Preisstruktur eines Monats würden nur die Offerten hinzugezogen, bei dem die Module in dem entsprechenden Monat ausgeliefert werden. Die Preise würden sich zudem nur auf gehandelte Modulkontingente zwischen 5 und max. 999 kWp beziehen, da größere Abnahme-Mengen die Preise für gebräuchliche Anlagen verfälschen.

Bis September 2013 erfasste der Preisbaromenter auch ähnliche Dünnschicht-Solarmodule. Dabei waren ähnliche Technologien zusammengefasst dargestellt. Die Preiserhebung für Dünnschichtmodule wurde jedoch eingestellt. Mangels verfügbarer Produkte ist eine representative Erhebung für pvXchange in diesem Bereich nicht mehr möglich. Um der Entwicklung am asiatischen Markt gerecht zu werden, hat pvXchange einen neuen Preispunkt mit dem Titel „Südostasien“ eingeführt. Dazu zählen unter anderem Thailand, Indonesien und - geografisch gesehen nicht ganz korrekt - Indien. Aus wirtschaftlicher Sicht macht die Umstellung laut pvXchange Sinn. Denn den für diese Gruppe angegebenen durchschnittlichen Marktpreis kann man pvXchange zufolge für chinesische Module ansetzen, die nicht in die EU eingeführt werden müssen – er bildet also den Weltmarktpreis für asiatische Ware allgemein ab. Die bisherige Preiskurve für chinesische Module wird repräsentativ für EU-Importe weitergeführt.
Die Daten werden mit freundlicher Unterstützung von pvXchange zur Verfügung gestellt. pvXchange wurde 2004 gegründet und ist eigenen Angaben zufolge der weltweit größte markenunabhängige Marktplatz für Solarmodule und Wechselrichter im Geschäftskundenbereich.

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