Ein Solarmodul des chinesischen Markenherstellers JA Solar Co. Ltd. Die Einfuhrbeschränkungen der EU machen solche Produkte teurer. / Foto: Unternehmen

26.02.15 Erneuerbare Energie

Preisbarometer: Trendwende? – Solarmodule wieder teurer

Solarmodule sind fast überall auf der Welt wieder etwas teurer.  Den größten Preisanstieg verzeichnete der Markt in Taiwan vor dem in China und schließlich Deutschland. Nur in Japan und Korea, wo Module ohnehin teurer sind als anderswo auf der Welt, ging der Preis pro Watt weiter abwärts. Im Vergleich zum Preisniveau vor einem Jahr hat sich Solartechnik weltweit stark verbilligt.
Lesen Sie dazu den Marktkommentar des Photovoltaikhändlers pvXchange GmbH.

In Kooperation mit dem Partner pvXchange berichtet ECOreporter.de monatlich über die Entwicklung der Preise auf dem Markt für Solarmodule. pvXchange stellt dafür ein „Preisbarometer“ zur Verfügung. Dieses soll einen schnellen Überblick auf die Trends im Solarmarkt ermöglichen.

Marktkommentar für Januar 2015

Eine Materialverknappung aufgrund benachteiligter Belieferung des Europäischen Marktes durch asiatische Hersteller hat zu einem leichten Anstieg der Preise geführt, trotz der verhaltenen Nachfrage im Januar. Insbesondere polykristalline Module der etablierten chinesischen Hersteller finden kaum noch den Weg nach Europa. Die realisierbaren Marktpreise entsprechen nicht mehr den erlaubten Verkaufspreisen. In vielen Fällen werden nur noch hocheffiziente monokristalline Module in den Markt gebracht, was zwangsläufig einen allgemeinen Preisanstieg zur Folge hat.
Die Kosten für Produkte aus Japan und Korea bleiben zu Jahresanfang weitestgehend stabil, zumal sie ohnehin das obere Ende der Preisspanne abdecken. Aktuelle Schwankungen sind eher auf Rundungsfehler zurück zu führen und nicht trendgebend. Deutsche Module verschwinden nach dem Ausstieg von Bosch, Conergy, Centrosolar, Hanwha Q-Cells & Co. schleichend aus dem Markt. Wie lange es noch Produkte der Solar-Fabrik und von Aleo geben wird, steht in den Sternen.
In Europa haben sich viele Großhändler und Installateure bereits zurückgezogen, da die Vergütung laufend gekürzt wurde, aber die Produktpreise aufgrund der Importbeschränkungen der EU-Kommission nicht nachziehen konnten. Die Folge ist ein stetiges Nachlassen der Attraktivität von Photovoltaik-Installationen und damit der Nachfrage allgemein. Insgesamt sind dadurch vermutlich schon deutlich mehr Arbeitsplätze in der Solarbranche verloren gegangen, als durch protektionistische Maßnahmen der EU-Kommission bei den wenigen heimischen Produzenten gerettet werden konnten.

Es wird Zeit, dem internationalen Handel für Solarprodukte wieder freien Lauf zu geben, damit existierende Kostenreduzierungen und notwendige Preisnachlässe endlich an den Markt weiter gegeben werden können.



Hinweise zur Darstellung:

1. Es werden nur Netto-Preise für Photovoltaik-Module angezeigt.
2. Die Preise sind keine Endkundenpreise. Für eine durchschnittliche schlüsselfertige Solaranlage muss der Wert in Deutschland etwa mit dem Faktor 1,8 - 3 multipliliziert werden.
3. Die Preise stellen die durchschnittlichen Angebotspreise auf dem europäischen Spotmarkt dar (verzollte Ware).


Erläuterung zur Grafik:

Die bunten Pfeile veranschaulichen die Entwicklung, der Bezug zum Vormonat oder zum Anfang des Jahres verdeutlicht auftretende Schwankungen auf dem Markt. Das Barometer zeigt ausschließlich die Nettopreise pro Watt-Leistung für den gewerblichen Handel mit Photovoltaik-Modulen, Endkundenpreise werden nicht genannt. Als Faustregel gilt: Das Barometer zeigt immer den arithmetischen Mittelwert eines gesamten Monats für Module einer Technologie sowie der Herstellerregion an.


Die Angaben für Europa enthalten nach Angaben von pvXchange fast ausschließlich die Module von deutschen Firmen. Die wenigen spanischen, italienischen und skandinavischen Angebote seien statistisch nicht mehr relevant. Daher sei das Barometer zum 1. Januar 2011 entspre chend angepasst worden. Japan und China sind zwei weitere wichtige Herstellernationen. Sie werden getrennt aufgezählt, da die PV-Preise der beiden asiatischen Länder in der Regel in Europa sehr unterschiedlich sind.Wie pvXchange erläutert, werden die Daten nicht über Hochrechnungen oder Umfragen erhoben. Die Preise würden stattdessen hunderte von realen Angeboten widerspiegeln, die jeden Monat auf dem internationalen Spotmarkt für Photovoltaik-Module, pvXchange, veröffentlicht werden. Zur möglichst exakten Darstellung der Preisstruktur eines Monats würden nur die Offerten hinzugezogen, bei dem die Module in dem entsprechenden Monat ausgeliefert werden. Die Preise würden sich zudem nur auf gehandelte Modulkontingente zwischen 5 und max. 999 kWp beziehen, da größere Abnahme-Mengen die Preise für gebräuchliche Anlagen verfälschen.


Bis September 2013 erfasste das Preisbaromenter auch ähnliche Dünnschicht-Solarmodule. Dabei waren ähnliche Technologien zusammengefasst dargestellt. Die Preiserhebung für Dünnschichtmodule wurde jedoch eingestellt. Mangels verfügbarer Produkte ist eine repräsentative Erhebung für pvXchange in diesem Bereich nicht mehr möglich. Um der Entwicklung am asiatischen Markt gerecht zu werden, hat pvXchange einen neuen Preispunkt mit dem Titel „Südostasien“ eingeführt. Dazu zählen unter anderem Thailand, Indonesien und - geografisch gesehen nicht ganz korrekt - Indien. Aus wirtschaftlicher Sicht macht die Umstellung laut pvXchange Sinn. Denn den für diese Gruppe angegebenen durchschnittlichen Marktpreis kann man pvXchange zufolge für chinesische Module ansetzen, die nicht in die EU eingeführt werden müssen – er bildet also den Weltmarktpreis für asiatische Ware allgemein ab. Die bisherige Preiskurve für chinesische Module wird repräsentativ für EU-Importe weitergeführt.
Die Daten werden mit freundlicher Unterstützung von pvXchange zur Verfügung gestellt. pvXchange wurde 2004 gegründet und ist eigenen Angaben zufolge der weltweit größte markenunabhängige Marktplatz für Solarmodule und Wechselrichter im Geschäftskundenbereich.


Die Preise haben im Dezember gegenüber dem Vormonat nochmals etwas nachgelassen. Offenbar wurden existierende Lagerbestände nicht so schnell abgebaut, wie erhofft. Es gab weitere Preisnachlässe bei allen Modultypen und aus allen Herkunftsregionen. Im Januar werden sich die Preise aber zunächst nicht weiter nach unten bewegen. Viele Anbieter haben eine abwartende Haltung eingenommen und harren der Dinge, die da kommen werden.


Nachdem der deutsche Markt zum zweiten und der europäische Markt 2014 zum dritten Mal in Folge gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen sind, finden Module aus Asien oftmals nur auf Bestellung den Weg auf den Kontinent. Gepaart mit einer durch die milden Temperaturen frühzeitig anspringenden Nachfrage kommt es dadurch vereinzelt zu Lieferengpässen, selbst bei Standardmodulen der großen Hersteller. Außerdem sorgt der schwache Euro für eine Verteuerung importierter Photovoltaikprodukte über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg.
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