Einblick in die Produktion von REC Silicon in den USA. Das Werk in Moses Lake wird bis zum Jahresende 2015 nicht mehr mit voller Kraft betrieben. / Foto: Unternehmen

16.07.15 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Preisdruck belastet REC Silicon – US-Werk heruntergefahren

Der norwegische Solarzulieferer REC Silicon ASA hat sowohl im zweiten Quartal als auch im ersten Halbjahr 2015 weniger Umsatz und mehr Verlust eingefahren als  2014. Die Unternehmensführung erklärte die Entwicklung vor allem mit dem Preisdruck am Markt für Solarsilizium für die Photovoltaikindustrie. Außerdem fährt REC Silicon einen großen Teil seiner Produktion bis auf weiteres zurück. Die REC-Silicon-Aktie erfuhr dennoch einen Kurssprung.

Der Siliziumhersteller REC Silicon ASA hat das erste Halbjahr 2015 mit 167,4 Millionen Dollar Umsatz und 40,9 Millionen Dollar Verlust beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) beendet. Das geht aus der aktuellen Bilanz des Unternehmens mit Sitz in Lysaker nahe Oslo und Produktionsstätten unter anderem in den USA hervor. Gemessen an der Vorjahreshälfte sank der Umsatz damit um 30,3 Prozent, während der EBIT-Verlust sich deutlich mehr als verdoppelte. Im Vorjahr hatte REC Solar hier noch 17,6 Millionen Euro Verlust verbucht.
Ähnlich verlief auch das zweite Quartal. Hier fiel der Umsatz auf Jahressicht um 26,7 Prozent auf 93 Millionen Dollar. Zugleich vervielfachte sich der Quartalsverlust beim EBIT auf 29,4 Millionen Dollar nach 1,7 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Zwar sei es gelungen, sowohl den Absatz von Silizium als auch den Verkauf von Silan-Gas zu verbessern, heißt es dazu im Quartalsbericht. Allerdings habe der schwächelnde Marktpreis in beiden Segmenten das Ergebnis belastet. Zum einen seien die Siliziumpreise allein im zweiten Quartal um 20 Prozent gefallen. Zum anderen sei der Preis für Silan-Gas in dieser Zeit um 21 Prozent gesunken.

US-Produktion wird heruntergefahren: bis Jahresende  halbe Kraft
Zudem leidet REC Solar nach eigenen Angaben unter den Folgen des Photovoltaik-Handelsstreits zwischen USA und China. Nachdem die USA seit 2012 Importzölle für Solarprodukte aus chinesischer Herstellung erheben, reagierte China mit vergleichbaren Restriktionen für Photovoltaik-Rohstofflieferanten, die wie REC Silicon in den USA produzieren. Als eine Konsequenz daraus hat REC Solar zwei Reaktoren der Siliziumfabrik in Moses Lake zunächst bis Ende 2015 stillgelegt, was „grob der Halbierung der dortigen Produktion“ gleichkomme, hieß es.  „Wir sind zwar der am günstigsten produzierende Solarsiliziumhersteller der Welt. Aber auch wir sind unter den Umständen, die sich aus dem Handelsstreit ergeben, nicht länger in der Lage, den chinesischen Markt zu bedienen“, erklärte Tore Torvund, Chief Executive Officer (CEO) von REC Silicon. Kein Mitbewerber außerhalb der USA sei mit vergleichbar hohen Importzöllen (57 Prozent Aufschlag) belegt worden. Falls Bewegung in den handelspolitischen Streit komme, könne REC Silicon die Produktion wieder hochfahren. Das Joint Venture, das REC Silicon in China gegründet hat, sei „im Plan“, erklärte der Vorstand. Näher ging er auf die Entwicklung dort nicht ein.
Aktie ein Pennystock
Bis 11 Uhr kletterte die REC-Silicon-Aktie heute an der Deutschen Börse um 14,9 Prozent auf 0,17 Euro, Gemessen am Kurs von vor einem Monat liegt die Aktie damit allerdings noch 13 Prozent im Minus. Auf Jahressicht beläuft sich der Kursverlust auf 58,8 Prozent.
REC Silicon ASA: ISIN NO0010112675 / WKN A0BKK5
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x