Ein Bild, das in Deutschland seltener geworden ist. Solarmonteure bwei der Arbeit. / Quelle: BPsolar

  Erneuerbare Energie

Preise für Solarmodule sind auf breiter Front gesunken

DiePresie für Solarmodule sind unter Druck geraten. Das zeigt der aktuelle Index zur Preisentwicklung von Solarmodulen von pvXchange.

In Kooperation mit dem Partner pvXchange berichtet ECOreporter.de monatlich über die Entwicklung der Preise auf dem Markt für Solarmodule. pvXchange stellt dafür ein „Preisbarometer“ zur Verfügung. Dieses soll einen schnellen Überblick auf die Trends im Solarmarkt ermöglichen.

Marktkommentar zum Preisindex im April 2014

Ist Photovoltaik in Europa noch ein Zukunftsmodell? Aktuelle Situation lässt daran zweifeln. Es herrscht in Europa, speziell in Deutschland, noch immer eine abwartende Haltung. Nach der Festsetzung der neuen Mindestimportpreise sanken die Preise allgemein um etwa 3 Eurocent pro Wattpeak. Nun sind zumindest die Durchschnittspreise für chinesische Ware wieder um 0,56 Euro pro Wattpeak herum festzementiert. Der Preisnachlass belebte den Markt aber keineswegs. Einmal mehr wurden von der Bundesnetzagentur gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunkene Zubauzahlen gemeldet, was befürchten lässt, dass die 2-Gigawatt-Marke in Deutschland bis zum Jahresende nicht mehr erreicht wird.

Global gesehen ist die Situation ambivalent – es gibt neben den Schreckensmeldungen auch Lichtblicke. Die Solarmodulhersteller JA Solar, Canadian Solar, Kyocera und First Solar haben ihr Nettoergebnis im ersten Quartal 2014 durch gesteigerte Verkäufe verbessern können und sogar ihre Umsatzprognosen für das ganze Jahr nach oben korrigiert. In Großbritannien kamen im ersten Quartal diesen Jahres bereits 1.085 Megawatt Photovoltaikleistung hinzu, was mehr ist als die im gesamten letzten Jahr zugebaute Leistung (1.030 Megawatt). Marktforscher gehen davon aus, dass diese Entwicklung aufgrund der politischen Stabilität und des erfolgreichen ROC-Programms (Renewables Obligation Credit) weiter anhält. Damit könnte in diesem Jahr Großbritannien zum erfolgreichsten PV-Markt innerhalb Europas werden.



1. Es werden nur Netto-Preise für Photovoltaik-Module angezeigt
2. Die Preise sind keine Endkundenpreise. Für eine durchschnittliche schlüsselfertige Solaranlage muss der Wert in Deutschland etwa mit dem Faktor 2 - 2,5 multiliziert werden.
3. Die Preise stellen die durchschnittlichen Angebotspreise auf dem europäischen Spotmarkt dar (verzollte Ware).

Grafik: pvXchange


Erläuterung zur Grafik:

Die bunten Pfeile veranschaulichen die Entwicklung, der Bezug zum Vormonat oder zum Anfang des Jahr es verdeutlicht auftretende Schwankungen auf dem Markt. Das Barometer zeigt ausschließlich die Nettopreise pro Watt-Leistung für den gewerblichen Handel mit Photovoltaik-Modulen, Endkundenpreise werden nicht genannt. Als Faustregel gilt dennoch: Für eine durchschnittliche schlüsselfertige Solaranlage mit kristallinen Modulen muss der Wert in Deutschland etwa mit 1,8 multipliziert werden.Das Barometer zeigt immer den arithmetischen Mittelwert eines gesamten Monats für Module einer Technologie sowie der Herstellerregion an.

Die Angaben für Europa enthalten nach Angaben von pvXchange fast ausschließlich die Module von deutschen Firmen. Die wenigen spanischen, italienischen und skandinavischen Angebote seien statistisch nicht mehr relevant. Daher sei das Barometer zum 1. Januar 2011 entspre chend angepasst worden. Japan und China sind zwei weitere wichtige Herstellernationen. Sie werden getrennt aufgezählt, da die PV-Preise der beiden asiatischen Länder in der Regel in Europa sehr unterschiedlich sind.Wie pvXchange erläutert, werden die Daten nicht über Hochrechnungen oder Umfragen erhoben. Die Preise würden stattdessen hunderte von realen Angeboten widerspiegeln, die jeden Monat auf dem internationalen Spotmarkt für Photovoltaik-Module, pvXchange, veröffentlicht werden. Zur möglichst exakten Darstellung der Preisstruktur eines Monats würden nur die Offerten hinzugezogen, bei dem die Module in dem entsprechenden Monat ausgeliefert werden. Die Preise würden sich zudem nur auf gehandelte Modulkontingente zwischen 5 und max. 999 kWp beziehen, da größere Abnahme-Mengen die Preise für gebräuchliche Anlagen verfälschen.

Bis September 2013 erfasste der Preisbaromenter auch ähnliche Dünnschicht-Solarmodule. Dabei waren ähnliche Technologien zusammengefasst dargestellt. Die Preiserhebung für Dünnschichtmodule wurde jedoch eingestellt. Mangels verfügbarer Produkte ist eine representative Erhebung für pvXchange in diesem Bereich nicht mehr möglich. Um der Entwicklung am asiatischen Markt gerecht zu werden, hat pvXchange einen neuen Preispunkt mit dem Titel „Südostasien“ eingeführt. Dazu zählen unter anderem Thailand, Indonesien und - geografisch gesehen nicht ganz korrekt - Indien. Aus wirtschaftlicher Sicht macht die Umstellung laut pvXchange Sinn. Denn den für diese Gruppe angegebenen durchschnittlichen Marktpreis kann man pvXchange zufolge für chinesische Module ansetzen, die nicht in die EU eingeführt werden müssen – er bildet also den Weltmarktpreis für asiatische Ware allgemein ab. Die bisherige Preiskurve für chinesische Module wird repräsentativ für EU-Importe weitergeführt.


Die Daten werden mit freundlicher Unterstützung von pvXchange zur Verfügung gestellt. pvXchange wurde 2004 gegründet und ist eigenen Angaben zufolge der weltweit größte markenunabhängige Marktplatz für Solarmodule und Wechselrichter im Geschäftskundenbereich.


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