Solarmodule von Trina Solar verbaut in einem Sonnenstromkraftwerk von Siemens. / Quelle: Unternehmen

21.10.13 Erneuerbare Energie

Preisverfall bei Solarmodulen in Europa gestoppt

In Kooperation mit dem Partner pvXchange berichtet ECOreporter.de monatlich über die Entwicklung der Preise auf dem Markt für Solarmodule. pvXchange stellt dafür ein „Preisbarometer“ zur Verfügung. Dieses soll einen schnellen Überblick auf die Trends im Solarmarkt ermöglichen.


Marktkommentar für September 2013

Die Preise auf dem europäischen Markt sind nun seit vielen Wochen weitestgehend stabil. Es gibt kaum noch Ausreißer nach oben oder unten. Die Bildung zweier Lager bei asiatischen Herstellern asiatische Module mit unterschiedlichen Preisniveaus setzt sich fort – auf der einen Seite stehen Module aus chinesischer Produktion und auf der anderen Module aus dem übrigen asiatischen Raum. Dies wird beim pvXchange-Preisbarometer durch Einführung eines neuen Preispunktes berücksichtigt.

Die Preisdynamik im Modulmarkt scheint also der Vergangenheit anzugehören. Die Strategie, insbesondere der chinesischen Hersteller, scheint zu lauten: wenn die Preise durch die EU-Richtlinie schon nicht mehr variiert werden können, soll es wenigstens immer mehr Leistung zum festgelegten Preis geben.  Denn es  werden kaum noch Module unterhalb der 250-Watt-Marke von den führenden Herstellern aus Asien auf den europäischen Markt gebracht.
Dabei bleibt zu hoffen, dass viele Hersteller auch die Produktqualität erhöhen. Daran wurde in Zeiten der absoluten Tiefstpreise gerne gespart. Sollte diese Sparpolitik nun endgültig der Vergangenheit angehören, hätte das Anti-Dumping-Verfahren der EU-Kommission doch noch eine gute Seite.

Grafik: pvXchange

Neuerungen im Preisindex  2013


Die Preiserhebung für Dünnschichtmodule wurde eingestellt. Mangels verfügbarer Produkte ist eine representative Erhebung in diesem Bereich nicht mehr möglich. Um der Entwicklung am asiatischen Markt gerecht zu werden, hat pvXchange einen neuen Preispunkt mit dem Titel „Südostasien“ ein. Dazu zählen unter anderem Thailand, Indonesien und geografisch gesehen nicht ganz korrekt Indien. Aus wirtschaftlicher Sicht macht die Umstellung Sinn. Denn den für diese Gruppe angegebenen durchschnittlichen Marktpreis kann man für chinesische Module ansetzen, die nicht in die EU eingeführt werden müssen – er bildet also den Weltmarktpreis für asiatische Ware allgemein ab. Die bisherige Preiskurve für chinesische Module wird repräsentativ für EU-Importe weitergeführt.


Erläuterung zur Grafik:

Die bunten Pfeile veranschaulichen die Entwicklung, der Bezug zum Vormonat oder zum Anfang des Jahr es verdeutlicht auftretende Schwankungen auf dem Markt. Das Barometer zeigt ausschließlich die Nettopreise pro Watt-Leistung für den gewerblichen Handel mit Photovoltaik-Modulen, Endkundenpreise werden nicht genannt. Als Faustregel gilt dennoch: Für eine durchschnittliche schlüsselfertige Solaranlage mit kristallinen Modulen muss der Wert in Deutschland etwa mit 1,8 multipliziert werden.Das Barometer zeigt immer den arithmetischen Mittelwert eines gesamten Monats für Module einer Technologie sowie der Herstellerregion an.


Die Angaben für Europa enthalten nach Angaben von pvXchange fast ausschließlich die Module von deutschen Firmen. Die wenigen spanischen, italienischen und skandinavischen Angebote seien statistisch nicht mehr relevant. Daher sei das Barometer zum 1. Januar 2011 entspre chend angepasst worden. Japan und China sind zwei weitere wichtige Herstellernationen. Sie werden getrennt aufgezählt, da die PV-Preise der beiden asiatischen Länder in der Regel in Europa sehr unterschiedlich sind.Wie pvXchange erläutert, werden die Daten nicht über Hochrechnungen oder Umfragen erhoben. Die Preise würden stattdessen hunderte von realen Angeboten widerspiegeln, die jeden Monat auf dem internationalen Spotmarkt für Photovoltaik-Module, pvXchange, veröffentlicht werden. Zur möglichst exakten Darstellung der Preisstruktur eines Monats würden nur die Offerten hinzugezogen, bei dem die Module in dem entsprechenden Monat ausgeliefert werden. Die Preise würden sich zudem nur auf gehandelte Modulkontingente zwischen 5 und max. 999 kWp beziehen, da größere Abnahme-Mengen die Preise für gebräuchliche Anlagen verfälschen.


Ähnliche Dünnschicht-Technologien sind zusammengefasst, auch wenn Preis und Anteil einer Technologie innerhalb eines Monats bei pvXchange schwanken. Weil sich am Markt für Dünnschichtsolarmodultechnik einiges getan hat, dass zu großen Preisunterschieden innerhalb dieses Segmentes führte, wurde auch hier die Erhebung angepasst. Die preisliche Differenz zwischen reinen a-SI Modulen und Tandem-Modulen a-Si/µ-Si (Mikromorph) sind mittlerweile so gravierend, dass diese nicht mehr zusammengefasst dargestellt werden, erläutert pvXchange. Die Werte zeigen aber insbesondere im Verhältnis zu den anderen Modul-Typen an, wie sich das Preisgefüge der unterschiedlichen Technologien zueinander entwickelt.


Die Daten werden mit freundlicher Unterstützung von pvXchange zur Verfügung gestellt. pvXchange wurde 2004 gegründet und ist eigenen Angaben zufolge der weltweit größte markenunabhängige Marktplatz für Solarmodule und Wechselrichter im Geschäftskundenbereich. Im Juni 2012 erfolgte die zwischenzeitliche Umbenennung in sologico. Dies ist mit einigen Neuerungen an der Unternehmensspitze und der Rückkehr von Martin Schachinger, der zum Kreis der Hauptgesellschafter gehört, im Februar 2013 wieder rückgängig gemacht worden. Zum Jahresanfang 2013 gab es bei pvXchange zusammen mit dem Wechsel des Markennamens noch eine weitere Änderung: Neben Modulen und Wechselrichtern werden nun auch ganze Projekte in verschiedenen europäischen Ländern über den Online Marktplatz vermittelt.
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