22.08.09 Erneuerbare Energie

Presserundschau: Solarbranche hofft auf politische Schützenhilfe gegen Billigimporte aus Asien

Die Deutsche Solarindustrie hat an die Politik appelliert, Zölle zum Schutz vor der Konkurrenz aus Asien einzuführen. Das berichtet die Nachrichtenagentur pressetext.deutschland (pte). Die Branche fühle sich von der chinesischen Konkurrenz mit Dumpingpreisen in die Enge getrieben, heißt es. Insider hätten sich allerdings kritisch zum Thema Schutzzölle geäußert. Sie befürchten demnach eine neue Form des Öko-Protektionismus. Um sich gegen den Massenimport von Solarmodulen aus den USA zu wehren, habe sich der SolarWorld-Chef Frank Asbeck auch für die Einführung einer "Buy European"-Regelung ausgesprochen, so pte.

Götz Fischbeck, Solar-Analyst bei der Privatbank BHF, sagte der Agentur: "Zwar belasten Überkapazitäten viele Solarkonzerne. Auch ist das Wirtschaftsumfeld derzeit alles andere als optimal. Ob man die Situation jedoch mit Schutzzöllen und Protektionismus lösen kann, wage ich zu bezweifeln." Vielmehr seien die teils großen Steuererleichterungen von Ländern wie Malaysia problematisch. So würden sich europäische Anbieter wie Q-Cells, die aufgrund von Steueraspekten dort selbst Produktionsanlagen haben, mit Forderungen wie diesen teilweise ins eigene Fleisch schneiden, fügt Fischbeck hinzu.

Conergy-Chef Dieter Ammer sieht die aktuellen Preise laut dem Bericht "am Rande von Dumping". Selbst für Produzenten aus China sei es auf diesem Niveau ohne Staatshilfen kaum möglich profitabel zu arbeiten. Einen Vorteil hätten sie nur bei den Kostenblöcken Arbeit und Energie. Nach Angaben von pte wird diese Einschätzung in der Solarbranche überwiegend geteilt.
Auch die Forderung Asbecks komme nicht von ungefähr, so der Bericht. Sowohl China als auch die USA hätten Klauseln in ihren Förderprogrammen für erneuerbare Energien. Die EU habe sich mit Protektionismusregeln in Form von "Buy European"-Maßnahmen für die Branche bislang eher noch zurückgehalten.

Eine "unerlaubte Beihilfe" sehen Asbeck und Ammer laut dem Bericht zudem darin, dass chinesische Banken einheimischen Konzernen wie Yingli bei der Finanzierung von Projekten in Europa zur Seite stehen. Auch bräuchten die Kunden erst nach einigen Monaten zu bezahlen, wenn sich gezeigt habe, dass die Anlage laufen.
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