Aufbau einer WIndkraftanlage. / Bildquelle: Fotolia

  Anleihen / AIF

Presseschau: Kommt Bewegung in den Fall Prokon?

Möglicherweise kann der insolvente Windkraftprojektierer Prokon bald schon einen Teil seiner Windparks zu Geld machen. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge haben mehrere potenzielle Käufer ihr Interesse öffentlich bestätigt. Zu den Interessenten, die ernsthaft mit dem Gedanken spielen, Teile des Prokon-Kraftwerksparks zu kaufen zählen demnach die Stiftung des Kohlekraft-Konzerns R.A.G., der Steinkohle-Kraftwerksbetreiber Steag und die Grünstromsparte des Energieriesen RWE. Einem Bericht von n-tv zufolge bekundete der Vorstandschef der RAG-Stiftung, Werner Müller, das Übernahme-Interesse vor Mitgliedern der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung Nordrhein-Westfalens. Dabei erklärte er, in Falle von Zukäufen mit der mehrheitlich von Stadtwerjen geführten Steag kooperieren zu wollen. Der Bericht nennt zudem RWE Innogy als einen weiteren möglichen Kaufinteressenten, weil eine Unternehmenssprecherin das Interesse nicht ausdrücklich dementierte. Konkretes dazu, welche Parks die Interessenten  ins Visier genommen haben, blieb offen.

Ein im Vergleich dazu deutlich kleineres Unternehm scheint ebenfalls nicht abgeneigt zu sein, Prokon einzelne Windparks abzukaufen: Die Capital Stage AG aus Hamburg. Das ließ Vorstandschef Felix Goedhart im Gespräch mit der „Welt“ durchblicken: „Wenn zum Beispiel von Prokon gute Parks auf den Markt kommen, dann sehen wir uns die an“, so Goedhart.

Die Situation der 75.000 Anleger, die zusammen 1,4 Milliarden Euro in Form von Genussrechten bei Prokon investiert haben bleibt nach wie vor ungewiss. Zum einen hofft die Prokon-Führung weiter darauf die endgültige Insolvenz durch die Verwandlung in eine Genossenschaft zu entgehen. Die der Prokon-Unternehmensführung nahestehende Anlegerinitiative „Freunde von Prokon“ erklärte unlängst, dass derzeit Gespräche mit dem Prüfungsverband der Prüfungsverband der Genossenschaften geführt werden. Die „Freunde von Prokon“ halten die Umwandlung von Prokon in eine Genossenschaft oder Stiftung für ein Mittel den betroffenen Anlegern ein Mitbestimmungsrecht einzuräumen. Juristen warnen jedoch: Bei einer Umwandlung von Genussrechten in Genossenschaftsanteile verlören Genussrechtsinhaber ihren Forderungsanspruch gegen Prokon. Das komme faktisch einer Enteignung gleich, erklärt der Fachanwalt Matthias Gröpper gegenüber dem NDR.

Der niederländische Hedgefonds Exchange Capital N.V. bietet Prokon-Anlegern seit Ende Januar an, die Genussrechte abzukaufen. Das hatte betroffene Kleinanleger zunächst aufhorchen lassen. Medienvertretern gegenüber konkretisierte Exchange Capital N.V. nun sein Angebot: Man biete den Anlegern die Abnahme ihrer Papiere nur zu einem Preis „knapp über null Prozent“ des Nennwerts, zitiert das „Wallstreet Journal“ Frank Scheunert, Chef von Exchange Capital. Anleger, die das Angebot annehmen, bekämen also nur einen minimalen Bruchteil ihrer Investition zurück.

ECOreporter.de führt Prokon in der Wachhund-Rubrik. Hintergründe zum Geschäftsmodell und den Schwierigkeiten, die zur vorläufigen Insolvenz von Prokob führten, lesen Sie auf dieser  Sonderseite (Link entfernt).
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