24.10.14 Fonds / ETF

Presseschau: Rat für Nachhaltige Entwicklung berichtet kritisch über angebliche Spitzenvolumina nachhaltiger Investments

Mit Erstaunen hat der Rat für Nachhaltige Entwicklung auf die Zahlen reagiert, die der europäische Dachverband für Nachhaltige Geldanlagen EUROSIF (European Forum for Sustainable Investment) vor rund zwei Wochen veröffentlicht hat. Wir haben darüber  berichtet. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung bezweifelt in seinem aktuellen Newsletter, dass die von Eurosif ermittelten Volumina der sechs wichtigsten nachhaltigen Investmentstrategien ein korrektes Bild wiedergeben. Er beruft sich dabei auf eine Einschätzung von ECOreporter-Chefredakteur Jörg Weber.

„Je unschärfer und breiter die Ausschlusskriterien angelegt sind, desto größer ist das Volumen vermeintlich nachhaltiger Geldanlagen“, wird Jörg Weber vom Rat für Nachhaltige Entwicklung zitiert. Wenn institutionelle Investoren beispielsweise Anlagen in Tabak- und Alkoholproduzenten vermieden, sei dies noch keine Strategie im Sinne umfassender Nachhaltigkeit.

ECOreporter erhebt selbst Zahlen für den deutschen Markt. Demnach waren in Deutschland 2013 rund 30,4 Milliarden Euro in nachhaltigen Fonds angelegt, dem wichtigsten Marktsegment des nachhaltigen Investments. Das deutsche Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) kommt auf eine ähnliche Zahl. Sein Marktbericht 2014 nennt 30,9 Milliarden Euro. In der engeren Definition von Ecoreporter und FNG summiert sich der Anteil der nachhaltigen Fonds auf etwa 1,5 Prozent des deutschen Gesamtmarktes. Zum Vergleich: Eurosif gibt ein Volumen der sechs wichtigsten nachhaltigen Investmentstrategien von 9,9 Billionen Euro an. Das würde etwa 60 Prozent des gesamten europäischen Kapitalanlagemarktes entsprechen.
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