Fonds / ETF

Privatanleger bewerten nachhaltige Geldanlagen immer positiver

Nachhaltige Geldanlagen werden bei deutschen Privatanlegern immer beliebter. Das geht aus einer aktuellen Umfrage aus dem ersten Quartal 2012 hervor. Sie wurde im Auftrag von Union Investment durch das Marktforschungsinstitut Forsa bei Finanzentscheidern in privaten Haushalten durchgeführt. In Frage kamen Gesprächspartner im Alter von 20 bis 59 Jahren, die mindestens eine Geldanlage besitzen. Das Ergebnis: 38 Prozent der Befragten hielten nachhaltige Geldanlagen für attraktiv. Das waren so viel wie seit Beginn der Erhebung Anfang des Jahres 2010 nicht. Vor einem Jahr hatten 31 Prozent in der Vorgänger-Umfrage von Forsa nachhaltige Geldanlagen als attraktiv eingestuft.

Giovanni Gay, Geschäftsführer von Union Investment, führt die steigende Attraktivität von nachhaltigen Investments unter anderem auf die Euro-Staatsschuldenkrise und auf das veränderte Konsumverhalten zurück. „Die Anleger machen sich derzeit Sorgen um ihre Ersparnisse und suchen nach adäquaten Anlagealternativen. Nachhaltige Geldanlagen sind dabei eine Option“, sagt er. Gay verweist auf den Trend zu einem veränderten Konsumverhalten mit bewussterer Produktauswahl . Es gebe diesen Trend bei Lebensmitteln, Kosmetik oder Kleidung und er schlage sich nach und nach auch bei Anlageprodukten nieder. „Die zunehmende Bedeutung von nachhaltigen Konzepten zeigt, dass es sich hierbei keinesfalls um eine kurzfristige Modeerscheinung handelt“, so der Geschäftsführer von Union Investment.

Allerdings gaben trotz aller Sympathie 87 Prozent der Befragten an, dass sie noch keine nachhaltigen Geldanlagen besitzen. Dies begründeten sie in der Umfrage hauptsächlich mit fehlendem Geld (48 Prozent) und der mangelnden Transparenz von nachhaltigen Strategien (32 Prozent). Gay dazu: „Wir brauchen mehr Aufklärung. Zur Stärkung des Nachhaltigkeitsgedanken sollten in der Kundenberatung neben den klassischen Kriterien einer Geldanlage wie Sicherheit, Rendite und Liquidität auch ökologische und soziale Aspekte angesprochen werden.“ So bekämen die Anleger mehr Informationen über nachhaltige Geldanlagen und gleichzeitig einen besseren Überblick über das Angebot, was wiederum das Vertrauen in nachhaltige Kapitalanlagen stärke.

Als ein Manko erscheint der starke Fokus der meisten nachhaltigen Produkte auf Umwelt- und Klimaschutzaspekte. Denn laut der aktuellen Umfrage halten 58 Prozent der Befragten, die ihr Vermögen in eine nachhaltige Geldanlage investieren würden, soziale Aspekte im Vergleich zu ökologischen für wichtiger. Dies ist ein Anstieg um neun Prozentpunkte gegenüber dem zweiten Quartal 2011. Insbesondere für junge Menschen im Alter von 20 bis 29 Jahren (65 Prozent) und Frauen (66 Prozent) hat die soziale Komponente höchste Priorität. Nur noch 38 Prozent messen ökologischen Gesichtspunkten eine Bedeutung bei, sieben Prozentpunkte weniger als bei der letzten Befragung. „Um den Kundenbedürfnissen gerecht zu werden, muss das Angebot an nachhaltigen Investments um soziale Gesichtspunkte erweitert werden“, schlussfolgert Gay.
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