Die Phoenix Solar AG hat ihr Kerngeschäft komplett ins Ausland verlegt. Im Fokus stehen vor allem Märkte im Nahen unf Fernen Osten sowie die USA. Im Bild eine Photvoltaikanlage der Phoenix Solar AG auf dem Gelände des King Abdullah Petroleum Studies and Research Center (KAPSARC) in Saudi-Arabien. / Foto: Unternehmen

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Projektverzögerungen verhageln Halbjahresbilanz von Phoenix Solar

Trotz eines massiven Umsatzeinbruchs hat die Phoenix Solar AG das erste Halbjahr 2014 mit weniger Verlust abgeschlossen, als im Vorjahreszeitraum. Gerade das zweite Quartal blieb unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Auch das Neugeschäft ging deutlich zurück. Der Abwärtstrend der Aktie hielt zunächst an.

Verzögerungen bei Auftragseingängen hätten den Verlauf des bisherigen Geschäftsjahres geprägt, hieß es dazu aus der Unternehmenszentrale in Sulzemoos bei München. „Wir mussten im zweiten Quartal leider feststellen, dass wir einer ganzen Reihe von insbesondere externen Faktoren ausgesetzt waren, die wir kaum beeinflussen konnten und können. In Summe führten sie dazu, dass die erwarteten Aufträge ausblieben“, erklärt der Vorstandsvorsitzende Dr. Bernd Köhler.


Der Umsatz der ersten sechs Monate lag mit 12,1 Millionen Euro um 82,4 Prozent unter dem des Vorjahreszeitraums. Ursächlich seien Verzögerungen im Neugeschäft in den USA, so der Vorstand. Stark rückläufig war das Segment Kraftwerke. Hier lag der Umsatz 83,5 Prozent unter dem der Vorjahreshälfte. Im Geschäft mit Systemen und Komponenten erzielte Phoenix Solar im ersten Halbjahr 81,9 Prozent weniger Umsatz.


Dennoch gelang es, den Verlust weiter zu reduzieren. Das Minus beim operativen Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) belief sich auf 3,3 Millionen Euro nach 3,8 Millionen Euro in der ersten Hälfte 2013. Im aktuellen Ergebnis seien 1,9 Millionen Euro an Rückstellungen für Abfindungen im Zusammenhang mit der Restrukturierung enthalten, teilt die Unternehmensführung mit. Das Konzernergebnis verbesserte sich auf minus 6,4 Millionen Euro nach 7,5 Millionen Euro Konzernverlust in den ersten sechs Monaten 2013. Im Ergebnis je Aktie sank der Verlust somit auf Jahressucht von 1,02 auf 0,86 Euro.

Ein ähnliches Bild zeigt die Bilanz für das zweite Quartal. Hier brach der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 85,5 Prozent auf 5,5 Millionen Euro ein. Im zweiten Quartal 2013 hatte Phoenix Solar noch 37,9 Millionen Euro Umsatz erzielt. Damit entstand ein EBIT-Verlust von 1,1 Millionen Euro nachdem im zweiten Quartal 2013 noch 400.000 Euro Gewinn vor Steuern und Zinsen verbucht wurden.

„Arbeiten intensiv, um die revidierte Prognose zu erreichen“

Erst vor wenigen Tagen hatte Phoenix Solar vor dem Hintergrund der Geschäftsentwicklung eine Gewinnwarnung für das Gesamtjahr 2014 herausgegeben und zugleich aber auch den Verkauf der Servicesparte für Europa an die SMA Solar Technology AG öffentlich gemacht. Das hatte auch die Aktie des Unternehmens unter Druck gebracht. (mehr dazu lesen Sie  hier (Link entfernt)). Aktuell geht der Vorstand davon aus 70 Millionen bis 100 Millionen Euro Umsatz in 2014 zu erzielen und dabei maximal 3 Millionen Euro EBIT zu erwirtschaften. Vorstandschef Bernd Köhler: „Auch wenn wir selbst mit diesen zeitlichen Verzögerungen sehr unzufrieden sind: Wir arbeiten intensiv daran, aus den unverändert vorhandenen, umfangreichen Pipelines mit mehreren 100 Megawatt (MW) an konkreten Projekten im restlichen Jahresverlauf die revidierte Prognose sicher zu erreichen.“


Der Abwärtstrend der Phoenix-Solar-Aktie setzte sich heute an der Deutschen Börse fort. Bis 9:11 Uhr verlor sie 0,2 Prozent an Wert und notierte bei 1,76 Euro. Damit ist der Anteilsschein 38,5 Prozent billiger als vor vier Wochen. Auf Jahressicht verbucht sie knapp ein Drittel Kursverlust.

Phoenix Solar AG: ISIN DE000A0BVU93 / WKN A0BVU9
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