Prokon ist auf Windkraft spezialisiert. / Foto: Fotolia

  Anleihen / AIF

Prokon-Anleihe: Anlegerschützer warnen vor Kaufangebot

Die SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger warnt Inhaber der Prokon-Anleihe vor einem unseriösen Kaufangebot: Ihr zufolge hat ein Beteiligungsunternehmen aus Oberfranken den Anlegern der Prokon Regenerative Energien eG ein Angebot zum Preis von 21,05 Prozent des Nennwertes unterbreitet.    


Diese Offerte sei jedoch völlig unangemessen: "Wir raten dringend davon ab, dieses Angebot anzunehmen", teilt die SdK in einem Newsletter mit. Die Prokon-Anleihe sei deutlich mehr wert als die gebotenen 21,05 Euro. "An der Börse wird diese aktuell mit rund 76 Prozent gehandelt. Bei einem Verkauf über die Börse erhalten Sie somit aktuell rund 76 Euro für eine Anleihe mit einem Nennwert von 100 Euro."

Die sei etwa das 3,6-fache dessen, was die Beteiligungsfirma anbiete. "Das Angebot hat unserer Ansicht nach zum Ziel, die Unwissenheit der Anleiheinhaber, die keine Kenntnis von der Börsennotierung haben, auszunützen", so die SdK.  

Prokon: "Es gibt kein Übernahmeangebot"

Prokon nahm auf der eigenen Homepage ebenfalls Stellung zu dem Angebot. Darin heißt es: "Die Prokon eG hat Kenntnis davon erhalten, dass die Gläubiger der Prokon-Anleihe von ihren jeweiligen Depotbanken darüber informiert wurden, dass ihnen von der OSK IT Beteiligungs GmbH, Wunsiedel eine 'Barabfindung' angeboten bzw. ein 'Übernahme- und Abfindungsangebot' gemacht wird. Die Prokon eG steht in keinem Kontakt mit der OSK GmbH. Es gibt weder ein 'Übernahmeangebot', noch wird eine 'Abfindung' gezahlt. Bei dem Angebot der OSK GmbH handelt es sich um ein freiwilliges Kaufangebot durch eine dritte Partei."

Der Windparkbetreiber und Projektentwickler Prokon hatte im Sommer 2016 eine 500-Millionen-Euro-Anleihe auf den Markt gebracht, um Forderungen der früheren Genussrechteinhaber zu bedienen. Derzeit steht die Energiegenossenschaft aus Itzehoe vor großen Herausforderungen: Für das Geschäftsjahr 2016 kündigte sie einen Verlust durch Wertberichtigungen in zweistelliger Millionenhöhe an (mehr dazu lesen Sie hier).
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