Das Kerngeschäft von Prokon ist die Planung und Realisierung von Windparks in Deutschland und Polen. / Foto: ECOreporter

02.10.14 Anleihen / AIF

Prokon-Pleite: Anleger trommeln für Fortführung als Genossenschaft

Mit einem Appell wendet sich die Anleger-Interessengemeinschaft 'Freunde von Prokon' an die vielen Tausend von der Prokon-Pleite betroffenen Anleger: Der Verein, der nach eigenen Angaben selbst rund 10.000 Anleger vertritt, möchte erreichen, dass möglichst wenige Anleger Prokon im Verlauf der Insolvenz den Rücken kehren. Deshalb ruft er die Anleger dazu auf, bei den anstehenden Abstimmungen über den weiteren Weg des Verfahrens entsprechend zu votieren.


„Eines ist schon jetzt klar: Wenn wir alle genügend Kapital im Unternehmen lassen, kann es fortgeführt werden, und zwar so, wie wir Genussrechtsinhaber in der Mehrheit dies für sinnvoll halten“, heißt es in aktuellen Rundschreiben  der 'Freunde von Prokon'. Demnach befürwortet der Verein die Gründung einer Genossenschaft als Prokon-Nachfolgeunternehmen.

Tatsächlich abgestimmt werden wird wohl erst 2015. So hatte es Insolvenzverwalter Holger Penzlin im Vorfeld mehrfach angekündigt. Bis dahin will er einen Insolvenzplan erarbeiten. Penzlin strebt die Erhaltung der Kerngeschäftszweige von Prokon in einer neuen Gesellschaft an. Die Genussrechte-Inhaber sollen ihre Anteile in Eigenkapital umwandeln und so Eigentümer der Prokon-Nachfolgerin werden. Diesen Plan unterstützen auch die 'Freunde von Prokon'. Allerdings sollen die Anleger, die aus ihrem Prokon-Investment heraus wollen, ihre Anteile in Anleihen mit verschiedenen Laufzeiten umwandeln können, um diese dann zu verkaufen. Eine dritte denkbare Variante wäre, dass Prokon in Einzelteilen verkauft und zerschlagen würde. Sowohl der Insolvenzverwalter als auch die maßgeblichen Gläubigervertreter in dem Verfahren hatten bislang stets öffentlich bekundet, dieses letzte Szenario vermeiden zu wollen.

Der geschasste Ex-Geschäftsführer von Prokon, Carsten Rodbertus, spielt in den Planungen keine Rolle. Seine Versuche, Einfluss auf die laufende Insolvenz zu nehmen, sind bislang gescheitert (mehr lesen Sie  hier). Aktuell wirbt er für ein neues Unternehmen, das Nachrangdarlehen anbietet und deutliche Parallelen zu Rodbertus Version von Prokon aufweist (ECOreporter.de  berichtete). Schlagzeilen machte Rodbertus auch mit der Ankündigung, er stünde vor der Privatinsolvenz. Damit reagierte er auf die wachsende Zahl der Schadenersatzklagen, die auf ihn zukämen, so Rodbertus. Auch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Rodbertus sind noch nicht abgeschlossen (wir  berichteten)


ECOreporter.de führt Prokon seit langem in der Wachhundrubrik und hat frühzeitig vor dem Investment in die Genussrechte gewarnt. Informationen dazu sind auf dieser  Sonderseite (Link entfernt) zusammengefasst.
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