Prokon hat eine Anleihe gestartet. Das Unternehmen ist die größte Energiegenpossenschaft Deutschlands und betreibt 57 Windparks in Deutschland und Polen / Foto: Pixabay.

19.05.16 Anleihen / AIF

Prokon startet neue Anleihe - Börsennotiz geplant

Die Anleihe der Genossenschaft Prokon ist da.  Zunächst können alle Genussrechte-Gläubiger von Prokon diese Anleihen beziehen. Noch im Sommer 2016 soll die Anleihe an die Börse.

Die Prokon Regenerative Energien eG hat einen wichtigen Schritt bei der Umsetzung des Insolvenzplans der Vorgängergesellschaft Prokon Regenerative Energien GmbH vollzogen: Die Ausgabe der Anleihen der Genossenschaft hat begonnen. Noch bis zum 21. Juni 2016 können die Gläubiger der Prokon-Genussrechte ihre Genussrechte ohne Aufpreis gegen die Anleihen tauschen.

Prokon-Anleger bekamen bereits 2015 Geld
Wie im Insolvenzplan festgelegt, werden Anleihen im Gegenwert von 500 Millionen Euro ausgegeben. Der gesamte Emissionserlös dient dazu, die Forderungen der Genussrechte-Gläubiger aus dem Insolvenzverfahren von 2015 zu bezahlen. 20 Millionen Euro hatten die Prokon-Gläubiger bereits Ende 2015 erhalten (mehr lesen Sie  hier). Der Insolvenzplan soll den Anlegern insgesamt 58,7 Prozent ihres Investments zurückbringen. Gemessen an anderen Insolvenzverfahren gilt diese Insolvenzquote allgemein als hoch. Die Gläubiger, die ihre Forderungen jetzt gegen Anleihen tauschen, vertrauen Ihr verbliebenes Investment langfristig weiter der Genossenschaft an.
Diese Anleihen (ISIN: DE000A2AASM1) sind mit 3,5 Prozent jährlich verzinst und laufen über 15 Jahre.  Ab 2017 wird die Anleihe mit rund 7,2 Prozent vom anfänglichen Nennwert jährlich getilgt, kündigt die Prokon eG an. Unternehmensanleihen sind in der Regel nicht besichert. Im Fall der Prokon-Anleihe diene ein großer Teil des Windparkbestands von Prokon als Sicherheit, betont die Prokon eG. Beziehen können die Genussrechte-Gläubiger die Anleihen per Brief bei Prokon.

Prokon macht ein Angebot an neue Investoren

Die Anleihe-Emission bietet den Genussrechte-Gläubigern zugleich die Möglichkeit zum Ausstieg aus dem Investment: Das ist der Fall, wenn einzelne Gläubiger das Bezugsrecht nicht nutzen. Diese verbliebenen Anleihen sollen über sowohl an Privatanleger als auch an institutionelle Investoren verkauft werden. Auch diese Erlöse gehen ausschließlich an die Genussrechte-Gläubiger.

Prokon-Anleihe: Börse als Ausstiegsmöglichkeit für Genussrechte-Gläubiger
Auch die Gläubiger, die sich während der Bezugsfrist bis zum 21. Juni für Anleihen entscheiden, müssen nicht 15 Jahre lang investiert bleiben. Die Anleihe soll in den Handel an den Börsen in Hamburg und in Hannover aufgenommen werden. Die Erstnotiz werde voraussichtlich am 13. Juli 2016 vollzogen, so die Prokon eG. Wie hoch der Erlös bei einem Verkauf sein wird, hängt dann allerdings vom jeweiligen Börsenkurs ab. Verkaufen einzelne Gläubiger ihre Anleihen an der Börse, können auch neue Anleger über den Börsenhandel einsteigen.

Prokon schreibt schwarze Zahlen

Mit mehr als 38.000 Mitgliedern ist Prokon die mit Abstand größte Energiegenossenschaft in Deutschland. Aktuell betreibt Prokon 57 Windparks mit einer Gesamtleistung von 557 MW in Deutschland und Polen. Weitere Projekte befinden sich in verschiedenen Realisierungsphasen. Im Kalenderjahr 2015 erwirtschaftete Prokon nach bislang vorläufigen Berechnungen im Geschäftsbereich Windenergie rund 87 Millionen Euro Umsatz und knapp 66,3 Millionen Euro Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA). „Wir haben in den vergangenen Monaten wichtige Schritte in der operativen und finanziellen Restrukturierung erfolgreich umgesetzt. Die neue Prokon konzentriert sich auf ihre Kernkompetenzen rund um die Windenergie“, erklärt Dr. Henning von Stechow, Vorstandsmitglied der Prokon eG.
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