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Quartalszahlen der Nordex AG verfehlen Analystenschätzungen – Aktie im Plus

Einen Kurssprung um 6,5 Prozent auf 30,50 Euro lösten am Morgen die Quartalszahlen des Norderstedter Windanlagenbauers Nordex AG aus (Frankfurt; 10:21 Uhr). Das Unternehmen hatte ein Plus von 50 Prozent auf 231 Millionen Euro bei der Gesamtleistung gemeldet (Umsatzerlöse, Bestandsveränderungen und sonstige betriebliche Erlöse; Vorjahr: 154 Millionen Euro). Der Umsatz stieg demnach um 32 Prozent auf 199 Millionen Euro (Vorjahr: 151 Millionen Euro). Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) verbesserte sich um 18 Prozent auf 6,6 Millionen Euro (Vorjahr: 5,6 Millionen Euro). Die Umsatzrendite lag bei 3,3 Prozent (Vorjahr: 3,7 Prozent). Der Periodenüberschuss stieg um 21 Prozent auf 5,7 Millionen Euro (Vorjahr: 4,7 Millionen Euro). Das Ergebnis je Aktie gibt Nordex mit 9 Eurocent an (Vorjahr: 8 Eurocent).

Zur Differenz zwischen dem Wachstum von Gesamtleistung und Umsatz erklärte das Unternehmen, Hintergrund sei die Anarbeitung von zahlreichen Projekten in Vorbereitung auf das im zweiten Halbjahr erwartete hohe Errichtungsvolumen. Die Produktionsleistung der Turbinenmontage sei um 59 Prozent auf 210 Megawatt gewachsen (Vorjahr: 132 MW). Thomas Richterich, Vorstandsvorsitzender der Nordex AG, sagte: "In der Produktion haben wir das Notwendige getan, um das nochmals steigende Geschäftsvolumen im zweiten Semester zu bewältigen".
Die Gewinnmarge wurde den Angaben zufolge durch Kosten für den Strukturaufbau in Vorbereitung auf das im zweiten Halbjahr steigende Umsatzvolumen belastet. Der Personalaufwand erhöhte sich demnach um 41 Prozent, die Materialquote stieg auf 80,6 Prozent (Vorjahr: 79,2 Prozent).

Wie es weiter hieß, kletterte der Auftragsbestand zum 31. März um 136 Prozent auf rund 3,3 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,4 Milliarden Euro). Dies entspreche einer Auftragsreichweite bis Mitte 2010. Für 2008 geht Nordex unverändert von 1,1 Milliarden Euro Umsatz und einer Marge von 7 Prozent aus.

Wie die Nachrichtenagentur dpa-AFX meldete, hatten Analysten durchschnittlich mit 205,43 Millionen Euro Umsatz für Nordex gerechnet. Die Konsensschätzung beim EBIT hätten bei 8,35 Millionen Euro gelegen, der Überschuss sei von den Experten auf 6,98 Millionen Euro geschätzt worden. Der Windanlagenbauer hat damit die Markterwartungen deutlich verfehlt.

Analysten der Bank UniCredit bestätigten nach den Zahlen ihre Einschätzung „Hold“ für die Nordex AG. Das Kursziel liege weiterhin bei 33,80 Euro. Das Quartalsergebnis habe keine Überraschungen gebracht und im Rahmen der Erwartungen gelegen, so Unicredit. Die Experten erwarten daher ein "deutlich stärkeres" zweites Halbjahr für das Unternehmen.

Wesentlich pessimistischer fällt die aktualisierte Einschätzung der Commerzbank aus: Analyst Erkan Aycicek rechnet damit, dass Nordex die eigene Prognose im Jahresverlauf senken wird. Insbesondere im Vergleich zum dänischen Konkurrenten Vestas Wind Systems schneide das Unternehmen schwach ab. Das Rating der Commerzbank lautet „Reduce“, als Kursziel werden 25 Euro genannt.

Nordex AG: ISIN DE000A0D6554 / WKN A0D655

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