Solarmodulproduktion bei der deutschen Centrosolar. / Quelle: Unternehmen

15.11.13 Erneuerbare Energie

Räumungsverkäufe machen Solarmodule wieder billiger

In Kooperation mit dem Partner pvXchange berichtet ECOreporter.de monatlich über die Entwicklung der Preise auf dem Markt für Solarmodule. pvXchange stellt dafür ein „Preisbarometer“ zur Verfügung. Dieses soll einen schnellen Überblick auf die Trends im Solarmarkt ermöglichen.

Marktkommentar zum Preisindex im Oktober 2013

Nach wochenlanger Stagnation der Preise hat im Oktober ein langsamer aber stetiger Preisverfall begonnen. Das gilt insbesondere für Module aus Deutschland beziehungsweise Europa und auch für Produkte aus Japan und Korea. Zwar befinden sich die Preise für Silizium, Ingots und Wafer auf historisch tiefem Niveau. Das ist aber keine Entwicklung der letzten Wochen. Dies taugt also nicht als alleinige Erklärung für die aktuelle Situation. Vielmehr sind die Gründe im schwächer werdenden europäischen Markt zu sehen, was zwangsläufig zu Lagerüberhängen führt. Offenbar haben chinesische Hersteller die hiesige Nachfrage unterschätzt und müssen nun schauen, wie sie die ihnen zugebilligten Einfuhrmengen in den letzten Wochen doch noch im europäischen Markt untergebracht bekommen.

Die Preisentwicklung bei rein deutschen Produkten ist aktuell hingegen von Lagerräumungs- und Restpostenverkäufen geprägt. Leider werden immer noch beinahe wöchentlich neue Insolvenzen von Herstellern und Großhändlern gemeldet. Aus Angst davor, auf wenig attraktiver Ware ohne jegliche Herstellergarantie sitzen zu bleiben, nehmen Händler lieber hohe Abschreibungsbeträge in  und stoßen die Produkte strauchelnder Hersteller schnellstmöglich ab. Der Jahresendspurt wird in diesem Jahr wohl nicht von den Käufern, sondern von den Herstellern und Großhändlern ausgetragen werden. Daher dürfen wir in den kommenden Wochen noch einige Preissenkungen erwarten.

Grafik: pvXchange

Erläuterung zur Grafik:

Die bunten Pfeile veranschaulichen die Entwicklung, der Bezug zum Vormonat oder zum Anfang des Jahr es verdeutlicht auftretende Schwankungen auf dem Markt. Das Barometer zeigt ausschließlich die Nettopreise pro Watt-Leistung für den gewerblichen Handel mit Photovoltaik-Modulen, Endkundenpreise werden nicht genannt. Als Faustregel gilt dennoch: Für eine durchschnittliche schlüsselfertige Solaranlage mit kristallinen Modulen muss der Wert in Deutschland etwa mit 1,8 multipliziert werden.Das Barometer zeigt immer den arithmetischen Mittelwert eines gesamten Monats für Module einer Technologie sowie der Herstellerregion an.

Die Angaben für Europa enthalten nach Angaben von pvXchange fast ausschließlich die Module von deutschen Firmen. Die wenigen spanischen, italienischen und skandinavischen Angebote seien statistisch nicht mehr relevant. Daher sei das Barometer zum 1. Januar 2011 entspre chend angepasst worden. Japan und China sind zwei weitere wichtige Herstellernationen. Sie werden getrennt aufgezählt, da die PV-Preise der beiden asiatischen Länder in der Regel in Europa sehr unterschiedlich sind.Wie pvXchange erläutert, werden die Daten nicht über Hochrechnungen oder Umfragen erhoben. Die Preise würden stattdessen hunderte von realen Angeboten widerspiegeln, die jeden Monat auf dem internationalen Spotmarkt für Photovoltaik-Module, pvXchange, veröffentlicht werden. Zur möglichst exakten Darstellung der Preisstruktur eines Monats würden nur die Offerten hinzugezogen, bei dem die Module in dem entsprechenden Monat ausgeliefert werden. Die Preise würden sich zudem nur auf gehandelte Modulkontingente zwischen 5 und max. 999 kWp beziehen, da größere Abnahme-Mengen die Preise für gebräuchliche Anlagen verfälschen.

Bis September 2013 erfasste der Preisbaromenter auch ähnliche Dünnschicht-Solarmodule. Dabei waren ähnliche Technologien zusammengefasst dargestellt. Die Preiserhebung für Dünnschichtmodule wurde jedoch eingestellt. Mangels verfügbarer Produkte ist eine representative Erhebung für pvXchange in diesem Bereich nicht mehr möglich. Um der Entwicklung am asiatischen Markt gerecht zu werden, hat pvXchange einen neuen Preispunkt mit dem Titel „Südostasien“ eingeführt. Dazu zählen unter anderem Thailand, Indonesien und - geografisch gesehen nicht ganz korrekt - Indien. Aus wirtschaftlicher Sicht macht die Umstellung laut pvXchange Sinn. Denn den für diese Gruppe angegebenen durchschnittlichen Marktpreis kann man pvXchange zufolge für chinesische Module ansetzen, die nicht in die EU eingeführt werden müssen – er bildet also den Weltmarktpreis für asiatische Ware allgemein ab. Die bisherige Preiskurve für chinesische Module wird repräsentativ für EU-Importe weitergeführt. 

Die Daten werden mit freundlicher Unterstützung von pvXchange zur Verfügung gestellt. pvXchange wurde 2004 gegründet und ist eigenen Angaben zufolge der weltweit größte markenunabhängige Marktplatz für Solarmodule und Wechselrichter im Geschäftskundenbereich. Im Juni 2012 erfolgte die zwischenzeitliche Umbenennung in sologico. Dies ist mit einigen Neuerungen an der Unternehmensspitze und der Rückkehr von Martin Schachinger, der zum Kreis der Hauptgesellschafter gehört, im Februar 2013 wieder rückgängig gemacht worden. Zum Jahresanfang 2013 gab es bei pvXchange zusammen mit dem Wechsel des Markennamens noch eine weitere Änderung: Neben Modulen und Wechselrichtern werden nun auch ganze Projekte in verschiedenen europäischen Ländern über den Online Marktplatz vermittelt.
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