12.04.13 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Rangliste der größten Hersteller von Solarmodulen belegt chinesische Dominanz

Vier der fünf größten Solarhersteller weltweit fertigen ihre Module in China. Allein die US-amerikanische First Solar aus Arizona konnte diese Marktdominanz der Volksrepublik durchbrechen. Das zeigt eine Studie des US-Marktforschungsunternehmens IHS iSuppli aus El Segundo in Kalifornien. Sie hat ein Ranking der der größten Solarmodulproduzenten in 2012 veröffentlicht.
An der Spitze liegt der chinesische Solarkonzern Yingli Green Energy aus Baoding, der im vergangenen Jahr seinen Absatz um 43 Prozent auf etwa 2.300 Megawatt (MW) gesteigert hat. Zum Vergleich: der weltweite Photovoltaik-Markt ist nach Berechnungen von IHS im vergangenen Jahr um 14 Prozent gewachsen.

First Solar erreichte mit einem Absatz von 1800 MW auf Platz zwei der Rangliste. Die Amerikaner profitierten dabei vor allem vom Photovoltaikboom im Heimatmarkt USA, wo First Solar auch der größte Projektierer von Photovoltaikparks ist. Darin sieht der US-Konzern für die Zukunft sein Hauptgeschäft. Er kann dabei Solarmodule aus eigener Fertigung verbauen und so die Produktion besser auslasten.

Dies gelingt den chinesischen Solarherstellern durch die stark steigende Nachfrage in ihrem Heimatmarkt, zu dem ausländische Konkurrenten nur schwer Zugang finden. China hat laut IHS in 2012 bei den Neuinstallationen Deutschland von der Spitzenposition verdrängt, die der deutsche Solarmarkt über viele Jahre einnahm. In 2013 werde die Volksrepublik diese führende Position noch ausbauen. Der Grund dafür sei eine starke politische Förderung der Photovoltaik, unter anderem durch die Einführung fester Einspeisetarife. Yingli hat in 2012 fast ein Viertel des Absatzes in ihrem Heimatmarkt erreicht. JinkoSolar aus Shanghai lieferte im vergangenen Jahr rund 900 MW aus und davon allein 400 MW an Kunden in China. Das Unternehmen rangiert im IHS-Ranking für 2012 auf dem siebten Platz.

Dass ein starker Heimatmarkt auch für chinesische Solarhersteller keine Erfolgsgarantie ist, zeigt das Beispiel der Suntech Power Holding. Die Holding ist auf den Cayman Inseln ansässig, das operative Geschäft wird aber vor allem vom chinesischen Wuxi aus betrieben. Die dort ansässige China-Tochter von Suntech ist seit wenigen Wochen insolvent und auch die Europatochter steht seit wenigen Tagen unter Gläubigerschutz. Der Solarkonzern war lange der größte Solarhersteller weltweit und hat sich völlig überschuldet. Obwohl Suntech in den letzten Monaten des vergangenen Jahres große Teile der Produktion gestoppt hat, erreichte er im IHS-Ranking mit 1.500 MW immer noch den fünften Platz.

Vor Suntech rangieren Trina Solar aus Changzhou mit 1.600 und Canadian Solar, die ihren Hauptsitz in Kanada hat, aber überwiegend in China produziert, mit 1.550 MW. Rechnet man die chinesisch-koreanische Hanwha SolarOne Inc. aus Shanghai auf Rang 10 hinzu, so stellte China in 2012 laut IHS sechs der zehn größten Solarmodulhersteller der Welt.

Mit dem Technologiekonzern Sharp als sechstgrößter Hersteller findet sich ein japanisches Unternehmen in der aktuellen Rangliste. Die Einführung fester Einspeisetarife hat auch in Japan einen Photovoltaik-Booms angestoßen. Der bescherte in 2012 auch den dortigen Anbietern Solar Frontier und Kyocera hohe Wachstumsraten. Im vergangenen Jahr erreichten sie laut IHS die Plätze elf und zwölf.

Als einziger europäischer Solarhersteller führt das IHS-Ranking die norwegische REC Group unter den Top 10. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Sandvika schaffte mit rund 750 MW auf Platz neun. Wie auch die mit 850 MW achtplatzierte SunPower aus Kalifornien produziert aber auch REC vor allem in Asien.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x