07.07.17 Finanzdienstleister

Report: Öl- und Gas-Projekte gefährden Reputation von Banken

Viele Großbanken sind in heftige Kontroversen um Öl- und Gas-Projekte verstrickt. Ein Report von RepRisk aus Zürich erläutert dies anhand von Beispielen von Großprojekten in Amerika und Afrika. Demnach finanzieren Großbanken Pipeline-Projekte und Unternehmen, welche diese umsetzen, obwohl solche Projekte massiv gegen soziale und ökologische Nachhaltigkeit verstoßen.


RepRisk sammelt und bündelt in einer Datenbank unter anderem Medienberichte, Gerichtsurteile und Studien über Kontroversen, in die Unternehmen verstrickt sind. Die Agentur stellt so Informationen zu mehr als 50.000 Unternehmen weltweit zur Verfügung. In ihrem Report über Öl- und Gas-Projekte trifft sie eine Auswahl, die zeigt, wie heikel Geldgeschäfte mit der Öl- und Gasbranche sein können. Und warum nachhaltige Investoren darauf einen Blick haben sollten.   Lesen Sie hier unser Kurzportrait von RepRisk (Link entfernt).

Korruption in Afrika, Sicherheitsmängel in Russland

Der Report setzt unterschiedliche Schwerpunkte. Anhand von Projekten in Afrika zeigt er die Gefahr auf, dass sich Banken und Investoren dort mit Öl- und Gas-Projekten in Korruption verstricken: Sie können dadurch Reputationsschäden erleiden. Bei den vorgestellten Projekten in Russland wiederum treten neben Umweltschäden und Menschenrechtsverstößen auch gravierende Sicherheitsmängel hervor.

Dakota-Pipeline wird auch von BayernLB und Citibank finanziert

Mehr Pressefreiheit und entsprechend mehr Berichterstattung gibt es über Öl- und Gas-Projekte in den USA. Entsprechend leicht geraten hier Banken und Investoren in Verruf, die derartige Projekte unterstützen. Jeweils erläutert RepRisk hier, wie durch die Projekte massive Umweltschäden in Kauf genommen und vor allem die Rechte von indigenen Gruppen missachtet werden.

Dies zeigt RepRisk unter anderem am Beispiel eines Projektes des amerikanischen Energiekonzerns Energy Transfer. Er steht unter anderem hinter dem ETP Crude Pipeline Projekt, bekannt auch als Dakota Access Pipeline. Es soll Unmengen von Öl quer durch die USA leiten, gegen massive Proteste der lokalen Indianerstämme der Sioux. Diese fürchten nicht nur um die Versorgung von 17 Millionen Menschen mit Trinkwasser, die durch mögliche Lecks in der unterirdischen Pipeline gefährdet wäre. Sie wehren sich auch gegen die Bauarbeiten in einem für sie heiligen Land, dessen Unversehrtheit ihnen in alten Verträgen zugesichert worden war.

RepRisk nennt 17 Finanzinstitute, darunter die deutsche BayernLB, Citibank, Intesa Sanpaolo und Wells Fargo als Kreditgeber für diese Pipeline, zudem weitere Banken wie etwa Bank of America, Credit Suisse, Deutsche Bank, Goldman Sachs, HSBC Bank, JP Morgan Chase und UBS als Finanziers von Energy Transfer und anderen Beteiligten am ETP Crude Pipeline Projekt. Einige hätten ihre Unterstützung inzwischen beendet, nicht zuletzt um nicht weiter in die Kontroversen verstrickt zu sein.
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