Eine Fertigungshalle für Stahl: Unter den kontroversesten Unternehmen 2017 ist auch ein Stahlhersteller. / Foto: Pixabay

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RepRisk-Report: Die kontroversesten Konzerne in 2017

Die Weinstein Company aus den USA gehört zu den zehn umstrittensten Konzernen in 2017. Das geht aus dem Kontroversen-Report (Most Controversial Companies Report - MCC) von RepRisk aus Zürich hervor.

In der aktuellen Studie stellt RepRisk die zehn umstrittensten Konzerne des vergangenen Jahres aus. "Die neueste Ausgabe unseres MCC-Berichts zeigt: 2017 kann als ein Jahr der Gezeitenwende betrachtet werden - gegen Korruption im Unternehmen", sagt Philipp Aeby, CEO von RepRisk. "Acht der zehn im Bericht einbezogenen Unternehmen waren schweren Governance-Problemen ausgesetzt, insbesondere Bestechung und Korruption, die in einigen Fällen sogar Staatsoberhäupter betrafen."

An der Spitze dieses Negativ-Rankings liegt die Weinstein Company, eine Filmproduktionsgesellschaft aus den USA. Aufgrund von Vorwürfen wegen sexueller Übergriffe, die gegen ihren Mitbegründer Harvey Weinstein erhoben wurden, landete das Unternehmen ganz vorne.

Weinstein musste seinen Platz räumen und sollte den Vorwürfen seine Firmenanteile zum Verkauf anbieten. Auch die Möglichkeit einer Insolvenz stand in der Woche nach Bekanntwerden des Skandals im Raum. "Die Eskalation in so kurzer Zeit zeigt, wie leicht ein Unternehmen der negativen Publicity erliegen kann", teilte RepRisk dazu mit.

Japanischer Stahlhersteller auf Platz 2

Ebenfalls für besonders viele Kontroversen sorgte in 2017 die japanische Firma Kobe Steel. Hier habe es über einen Zeitaum von zehn Jahren Datenmanipulationen gegeben, berichtete RepRisk. Japans drittgrößter Stahlproduzent fälschte die Produktdaten seiner weltweiten Lieferungen und panschte Metalle.

Das Beispiel zeige, wie sich die Handlungen eines Unternehmens auf die Reputation der gesamten Industrie auswirken könnten. Andere japanische Hersteller hätten sich dadurch zu ähnlichen Manipulationen hinreißen lassen.

RepRisk sammelt und bündelt in einer Datenbank unter anderem Medienberichte, Gerichtsurteile und Studien, beispielsweise von Umweltschützern und Menschenrechtlern, zu mehr als 50.000 Unternehmen weltweit. Lesen Sie dazu unser Kurzportrait von RepRisk.

Deutsche Unternehmen sind in diesem Jahr nicht in dem RepRisk-Ranking vertreten. 2016 war Volkswagen aufgrund des Dieselskandals unter den Top-10.

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