30.05.17

Studie: Ruf vieler Dax-Unternehmen ist beschädigt

Dieselskandal, Kinderarbeit in Minen, Land Grabbing: Im vergangenen Jahr waren mehrere Konzerne, die im deutschen Leitindex Dax gelistet sind, in Kontroversen verwickelt. Dies zeigt eine Studie der Schweizer Researchagentur RepRisk, die auf ESG-Risiken ("Environment Social Governance", also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) von Unternehmen spezialisiert ist.

Dem Bericht zufolge leidet nicht nur das Image von Dax-Unternehmen, wenn sie die ESG-Kriterien verletzen: Es drohen zudem finanzielle und rechtliche Risiken. In dem RepRisk-Report tauchen auch die ECOreporter-Dividendenkönige  Siemens und BMW auf. Nichtregierungsorganisationen (NGOs) wirft den ebenfalls im Dax gelisteten BMW und Daimler ebenso wie auch anderen Autokonzernen vor, bei den Angaben zum Kraftstoffverbrauch getrickst zu haben. Der Dieselskandal um Volkswagen hatte die Aufmerksamkeit auch auf andere Autobauer gelenkt.
Weshalb BMW ein nachhaltiger ECOreporter-Dividendenkönig ist, lesen Sie in unserem Unternehmensporträt.

Hat Siemens Menschenrechte in Brasilien verletzt?

Der deutsche Technologie-Konzern Siemens ist laut dem RepRisk-Report ebenfalls von ESG-Risiken betroffen: Der Industriegigant soll 2016 bei Menschenrechtsverletzungen, Umweltzerstörungen und Land Grabbing im Rahmen von Energieprojekten in Brasilien involviert gewesen sein. Dort ist Siemens an der Konstruktion von Wasserkraftwerken und Staudämmen in Belo Monte und Jirau beteiligt, beides sind bei Umweltschützern sehr umstrittene Projekte. Eine Quelle für die Vorwürfe nannte RepRisk in seinem Report nicht.

Darüber hinaus wurde Siemens beschuldigt, indirekt einen Anteil an Menschenrechtsverletzungen in Honduras (Zentralamerika) zu haben. Dorthin wollte Siemens Turbinen für das Wasserkraftwerk Agua Zarca liefern. Nach dem Mord an einem Aktivisten im März 2016 stellten Siemens und der deutsche Maschinenbauer Voith ihre Materiallieferungen ein. Weshalb Siemens dennoch ein nachhaltiger Dividendenkönig ist, lesen Sie in unserem Unternehmensporträt. 

Deutscher Bankensektor ist höchst kontrovers

Die meisten Kontroverse und ESG-Risiken gab es laut RepRisk im vergangenen Jahr aber bei deutschen Großbanken: Banken waren in Geldwäsche, Betrügereien und Wettbewerbsverzerrungen verwickelt. In den sogenannten Panama-Papers – bei dem Skandal ging es um unter anderem um Steuer- und Geldwäschedelikte – tauchten die Namen mehrerer Banken auf.

Zudem kritisierten NGOs laut RepRisk, deutsche Großbanken würden sich zwar einerseits zu nachhaltigen Investments verpflichten, aber andererseits nach wie vor kontroverse Branchen wie die Rüstungsindustrie finanzieren.

Bankkunden, die wollen, dass ihr Geld wirklich grün investiert wird, sollten über den Wechsel zu einer nachhaltigen Bank nachdenken. Hier erfahren Sie, was dort ein Girokonto kostet.

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