Einblick in die Produktion des Solarausrüsters centrotherm photovoltaics AG. Die Branche hofft 2015 auf Wachstum. / Foto: Unternehmen

15.04.15 Nachhaltige Aktien , Erneuerbare Energie , Meldungen

Rosige Aussichten für Deutschlands Solarausrüster?

Deutschlands Solarausrüster haben weltweit noch immer eine starke Marktposition. Allerdings sind sie abhängig vom Auslandsgeschäft – speziell mit Herstellern aus Asien. Die Importbeschränkungen für asiatische Solartechnik nach Nordamerika und Europa belasteten das Geschäftsjahr 2014. Das geht aus der Jahresbilanz des Branchenverbands VDMA hervor.

2014 war für Deutschlands Solarausrüster ein Jahr mit „Licht und Schatten“. Dieses Fazit zog jetzt der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Der Verband zählt nach eigenen Angaben 100 Mitglieder, die „mit Photovoltaik beschäftigt“ sind.

Solarausrüster abhängig vom Asiengeschäft

Zur Herstellung von Solartechnik werden viele hochspezialisierte Maschinen gebraucht: spezielle Sägeem, Brennöfen, ganze Fertigungslinien für die Serienproduktion von Modulen, oder auch Maschinen mit denen Module beschichtet werden. Zu den börsennotierten deutschen Unternehmen zählen beispielsweise die Pfeiffer Vacuum AG, Singulus Technologies, Manz AG und centrotherm photovoltaics. Die ostdeutsche Roth & Rau AG gehört zum schweizerischen Börsenunternehmen Meyer Burger Technology AG. Insgesamt haben deutsche Solarausrüster nach wie vor einen hohen Stellenwert am Weltmarkt für Photovoltaik-Technologie. Der VDMA beziffert den Marktanteil der deutschen Solarausrüster in 2014 auf 50 Prozent. Die Kundschaft dieser Firmen sitzt dem VDMA zufolge vor allem in China und Taiwan. Die allgemeine Exportquote lag 2014 demnach bei 89 Prozent. Dabei erzielten Deutschlands Solarausrüster im vergangenen Jahr 72 Prozent ihrer Umsätze in Fernost.

Importzölle sorgen für Verunsicherung

Das Asiengeschäft verbesserte auch die Auftragslage der deutschen Marktteilnehmer. Sie sei 2014 um drei Prozent gestiegen, so der Verbabnd. Dabei stammten 71 Prozent der Neuaufträge von Kunden aus Asien. 11 Prozent der Bestellungen kamen aus den USA und nur 5 Prozent aus dem europäischen Ausland. Als umsatzstärkstes Produkt „made in Germany“ habe sich Ausrüstung für die Produktion von Solarzellen erwiesen, so der VDMA. Allein 45 Prozent des Gesamtumsatzes in 2014 sei auf dieses Segment entfallen. 25 Prozent des Jahresumsatzes wurden durch Maschinen zur Herstellung von Dünnschicht-Solartechnik erwirtschaftet, zwölf Prozent entfielen auf kristalline Modultechnik auf Siliziumbasis und 18 Prozent auf die Gewinnung bzw. Verarbeitung des Rohstoffs Silizium zu Ingots und Wafern. Die Hersteller hätten außerdem in den ersten Monaten 2014 stark in die Modernisierung und Umrüstung bestehender Anlagen investiert. „Dann kamen die Verschärfung und Ausweitung der US-Schutzzölle auf chinesische und taiwanesische Solarprodukte und mit ihnen eine Phase der Verunsicherung“, erklärt Dr. Peter Fath, Vorsitzender des Vorstands von VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel. Damit hätte einige Hersteller ihre Ausbaupläne verschoben.

Marktklima soll positiv bleiben

Dennoch soll der Aufwärtstrend der Branche anhalten: „Alle Indikatoren stehen auf Wachstum. So haben führende Photovoltaik-Hersteller ihre Investitionspläne bereits um die Jahreswende veröffentlicht. Folgerichtig erwarten wir in den nächsten Monaten einen weiteren Aufwärtstrend bei Auftragseingängen und Umsätzen“, sagt Dr. Florian Wessendorf, Geschäftsführer von VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel. 
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