07.02.12

Roth & Rau AG: Vorläufige Geschäftszahlen 2011

Die untenstehende Meldung ist eine Original-Meldung des Unternehmens. Sie ist nicht von der ECOreporter.de-Redaktion bearbeitet. Die presserechtliche Verantwortlichkeit liegt bei dem meldenden Unternehmen.


Hohenstein-Ernstthal,- Die schwierigen Marktbedingungen in
der Solarindustrie haben sich im Geschäftsjahr 2011 spürbar auf die Umsatz-
und Ertragslage der Roth & Rau AG ausgewirkt. Nach vorläufigen Zahlen fiel
der Konzern-Umsatz im Vergleich zum Vorjahr von 285 Mio. EUR auf 208 Mio.
EUR. Der um Stornierungen bereinigte Auftragseingang betrug 153 Mio. EUR
(2010: 537 Mio. EUR). Der Auftragsbestand zum 31. Dezember 2011 belief sich
auf 141 Mio. EUR (31.12.2010: 336,5 Mio. EUR). Das Ergebnis vor Zinsen und
Steuern (EBIT) lag mit -107 Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahreswert von
-27,3 Mio. EUR. Hauptursache für das hohe negative Ergebnis im
Geschäftsjahr 2011 waren Sondereffekte in Höhe von 93 Mio. EUR. Darin sind
außerplanmäßige Abschreibungen auf den Goodwill von Tochtergesellschaften
in Höhe von 18 Mio. EUR enthalten. Wertberichtungen auf Forderungen
belasteten das Ergebnis mit 19 Mio. EUR. Darüber hinaus wurden
Wertberichtigungen auf Vorräte sowie Sonderabschreibungen auf Sachanlagen
und immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von 39 Mio. EUR vorgenommen.

Ferner wurden aus Gründen der Risikovorsorge Rückstellungen für
vertragliche Risiken in Höhe von 12 Mio. EUR bilanziert. Für das Kosten-
und Strukturoptimierungsprogramm CRiSP und für die Rechtsberatung im Rahmen der Übernahme durch die Meyer Burger Technology AG fielen
Einmalaufwendungen in Höhe von 5 Mio. EUR an. Auf entsprechend bereinigter
Basis ergibt sich ein EBIT in Höhe von -14 Mio. EUR. Das Konzernergebnis
ging auf -123 Mio. EUR zurück (2010: -25,8 Mio. EUR).

Aufgrund des negativen Ergebnisses reduzierte sich das Eigenkapital von 251
Mio. EUR auf 127 Mio. EUR. Die Eigenkapitalquote lag zum 31.12.2011 bei
soliden 53% (31.12.2010: 58%) - auch weil die Bereinigung der Sondereffekte
zu einer deutlichen Bilanzverkürzung geführt hat. Zum Bilanzstichtag
verfügte der Konzern über liquide Mittel in Höhe von 30 Mio. EUR
(31.12.2010: 108 Mio. EUR).


Weitere Zahlen und Details werden mit dem Geschäftsbericht 2011 am 22. März
2012 veröffentlicht.

Weitreichendes Restrukturierungsprogramm verabschiedet
In seiner heutigen Sitzung hat der Aufsichtsrat der Roth & Rau AG dem
Vorschlag des Vorstands zugestimmt, die im Rahmen des Kosten- und
Strukturoptimierungsprogramms CRiSP bereits umgesetzten Aktionen um
zusätzliche Maßnahmen zu erweitern. Ziel ist die kurzfristige Anpassung der
Kostenstrukturen an die veränderte Marktlage, um eine schnelle und
nachhaltige Verbesserung der Ertrags- und Finanzkraft des Unternehmens
sicherzustellen. Geplant werden Standortschließungen und ein deutlicher
Personalabbau. Nach Umsetzung aller Maßnahmen sollen von den derzeit 26
Tochtergesellschaften nur noch 12 Gesellschaften im Konzern verbleiben. Die
Belegschaft soll von 1.350 Mitarbeiter auf unter 1.150 Mitarbeiter
reduziert werden.

Vereinfachung der Konzernstruktur
Durch die Zugehörigkeit zur Meyer Burger-Gruppe seit 2011 ergeben sich für
Roth & Rau vor allem im asiatischen Markt Synergiepotentiale sowohl markt-
also auch kostenseitig. Die lokale Kundenbetreuung in Asien soll zukünftig
über die Vertriebs- und Servicegesellschaften von Meyer Burger erfolgen.
Die Roth & Rau-Tochtergesellschaften und Niederlassungen in China, Taiwan,
Indien, Korea und Singapur werden daher geschlossen. Zur Sicherstellung der
Marktpräsenz werden die Vertriebs- und Service-Mitarbeiter von Meyer Burger
übernommen. Durch die Zusammenführung der Vertriebsaktivitäten können
Kompetenzen gebündelt und Personal- und Verwaltungskosten gespart werden.

Zur weiteren Stärkung der Ertragskraft des Konzerns sollen defizitäre
Tochtergesellschaften stillgelegt werden. Betroffen davon sind die
Produktionsgesellschaft in Italien sowie die Vertriebsgesellschaften in
Australien und den USA. Im Inland soll die Komplexität der Konzernstruktur
durch Unternehmensverschmelzungen weiter vereinfacht werden.

Schaffung wettbewerbsfähiger Kostenstrukturen
Dem Ziel, die Kosten im Roth & Rau-Konzern wieder auf ein
wettbewerbsfähiges Niveau zu bringen, dienen weitere Bestandteile des
Restrukturierungspakets. Am Standort Hohenstein-Ernstthal, wo heute ca. 420
Mitarbeiter beschäftigt werden, sollen aufgrund der andauernden Krise in
der Solarindustrie ca. 15% der Stellen gestrichen werden. Der Vorstand
bedauert diese Maßnahmen außerordentlich, hält diese aber für
unausweichlich, um die Wettbewerbsfähigkeit in einem immer härteren
Marktumfeld sicherzustellen. Darüber hinaus werden in allen
Produktionsgesellschaften die Material- und Sachkosten auf den Prüfstand
gestellt, um daraus weitere Kosteneinsparungen zu realisieren.

Die vollständige Umsetzung aller Maßnahmen ist bis zum Ende des ersten
Halbjahres 2012 geplant. Ab 2013 werden jährliche Einsparungen in Höhe von
18 Mio. EUR erwartet. Die einmaligen Restrukturierungskosten werden das
Ergebnis 2012 voraussichtlich mit 3 Mio. EUR belasten. Vorausgesetzt, dass
sich die Rahmenbedingungen nicht noch weiter verschlechtern, sind mit den
initiierten Maßnahmen die notwendigen Bedingungen geschaffen, um die
Gewinnschwelle der Gruppe deutlich herabzusetzen und zu einem nachhaltigen,
profitablen Ergebnis zurückkehren zu können.

Finanzierung   
Auf Grund des Change of Controls bedingt durch die Mehrheitsübernahme durch
die Meyer Burger Technology AG wurde eine bedarfsgerechte Neustrukturierung
der vorhandenen Avalkreditlinien notwendig. Dementsprechend wurde die
bestehende Konsortialkreditvereinbarung über 75 Mio. EUR mit Wirkung zum
22. Dezember 2011 durch die Roth & Rau AG fristgerecht gekündigt. Seit dem
23. Dezember 2011 verfügt der Roth & Rau-Konzern über bilaterale
Avalkreditlinien in Höhe von 42 Mio. EUR, welche durch die Meyer Burger
Technology AG über deutsche Banken zu attraktiven Konditionen zur Verfügung
gestellt werden. Darüber hinaus hat die Meyer Burger Technology AG mit
Wirkung zum 10. Januar 2012 eine harte Patronatserklärung zu Gunsten des
Roth & Rau-Konzerns ausgestellt, mittels derer eine Liquiditätszuführung
seitens der Meyer Burger Technology AG bis zu einem Höchstbetrag von 50
Mio. EUR im Bedarfsfall entsprechend sichergestellt ist.


Kontakt:
Roth & Rau AG
Mario Schubert
Head of PR & Communications
Telefon: 03723/671-3340
E-Mail: mario.schubert@roth-rau.de

Better Orange IR & HV AG
Linh Chung
Telefon: 0211/17804720
E-Mail: Linh.Chung@better-orange.de
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