22.10.09 Erneuerbare Energie , Anleihen / AIF

Rückenwind für Offshore-Windkraftprojekte von Prokon Nord: hohe Nachfrage für Anleihe des Unternehmens


In den vergangenen Jahren hat Prokon Nord Energiesysteme GmbH bereits mit der Ausgabe von Genussrechten mit Erfolg bei Privatanlegern Kapital für Grünstromprojekte eingeworben. So etwa für das Biomassekraftwerk Emlichheim, für das die Nürnberger Umweltbank AG Genussscheine vertrieben hatte. Bei der aktuellen Offshore-Anleihe handelt es sich um die erste öffentliche Anleihe des Unternehmens. Bei der Anleihe gehe es  darum, Kapital für die Vorbereitung eines ganzen Portfolios von Projekten einzusammeln. Bei einem Mindestanlagebetrag von 1000 Euro will Prokon bis zu 50 Millionen Euro Fremdkapital einsammeln. Die Anleihe mit fünf Jahren Laufzeit ist mit einem Zinskupon von sieben Prozent ausgestattet.

Die Prokon Nord Energiesysteme GmbH benötigt weiteres Kapital vor allem für die Planung und die Realisierung von Offshore-Windenergie-Projekten. Die Offshore-Windkraft gilt als besonders wachstumsträchtiges Segment der Erneuerbaren Energien. Die European Wind Energy Association (EWEA) prognostiziert dem Markt bis 2020 jährliche Wachstumsraten von durchschnittlich 28 Prozent. Prokon Nord Energiesysteme GmbH zählt zu den deutschen Pionieren dieses Sektors und will hier ihr Engagement ausbauen. Geschäftsführer de Buhr hatte bereits 2001 die erste Genehmigung für den Bau eines Offshore-Windparks in der Nordsee erhalten. Das Prokon-Projekt „Borkum West“ war die planerische Grundlage für das Offshore-Testfeld „Alpha Ventus“, das seit dem 12. August 2009 erstmals Windstrom von der Nordsee ins deutsche Stromnetz einspeist. Für den Offshore-Windpark „MEG Offshore I“ wurde im Juli 2009 ein Joint Venture mit der süddeutschen FC Holding GmbH aus Wolfschlugen sowie der Norderland-Gruppe aus Westerholt gegründet. Der Windpark soll 45 km nördlich der Insel Borkum entstehen und die installierte Leistung wird 400 MW betragen. Vor wenigen Wochen hat das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) die Genehmigung erteilt.

Mit dieser Referenz kann das Unternehmen offenbar bei den Anlegern punkten. Die Nachfrage für die Anleihe sei „extrem gut, sogar überwältigend“, erklärte de Buhr gegenüber ECOreporter.de. Ursprünglich solle die Anleihe innerhalb eines Jahres geschlossen werden. Nun sehe es aber stark danach aus, dass dafür weitaus weniger Zeit benötigt werde. „Für Anleger, die mit der Zeichnung bis zum Jahreswechsel warten wollen, könne es schon knapp werden.  Laut dem Prokon Nord-Geschäftsführer wird das Kapital aus der Anleihe unter anderem für eine Jack-up-Plattform benötigt, die Aufbau und Wartung von auf See errichteten Windrädern erleichtern soll. Sie verringere die Abhängigkeit von den Wetterbedingungen und eröffne damit hohes Potenzial, Kosten einzusparen. Daneben bereite Prokon Nord weitere Offshore-Windparks vor. „Weitere Genehmigungsverfahren laufen bereits“, so de Buhr.

Er verwies im Gespräch mit ECOreporter.de darauf, dass Prokon Nord mit der Multibrid-Windkraftanlage ein Windrad entwickelt habe, das für den Einsatz auf offenem Meer geeignet sei. Das Unternehmen hatte Ende 2003 die Multibrid Entwicklungsgesellschaft mbH von Pfleiderer übernommen. Nach der erfolgreichen Fertigstellung des Prototyps der Offshore-Windkraftanlage M5000 hatte der französischen Energiekonzern Areva die Mehrheit an dem Bremerhavener Windturbinenbauer übernommen. Prokon Nord verfügt laut de Buhr bei Multibrid GmbH derzeit über 49 Prozent der Anteile. Diese lasse ihre für die 5 MW Offshore-Windenergieanlage benötigten Rotorblätter exklusiv bei PN Rotor fertigen, die Prokon Nord  im August an den französischen Atomkonzern Areva veräußert habe. Windräder von Multibrid werden aber nicht nur bei Projekten von Areva und von Prokon Nord zum Einsatz kommen. Multibrid wurde zum Beispiel von EWE, Vattenfall und E.on beauftragt, Offshore-Windräder zu liefern.

In der Vergangenheit hatte Prokon Nord zur Finanzierung ihrer Projekte auch einen Börsengang erwogen. Das sei derzeit nicht geplant, sagte de Buhr nun, für die Zukunft schließe er einen solchen Schritt aber nicht aus.

Bildhinweis: Offshore-Windturbine von Multibrid. / Quelle: Unternehmen
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