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Rutscht die Vestas-Aktie weiter ab? - Analyst trotz gemeldetem Rekordergebnis skeptisch

Dank eines starken Schlussquartals im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete der dänische Windturbinenhersteller Vestas Wind Systems 6,92 Milliarden Euro Umsatz. Das geht aus den nun veröffentlichten offiziellen Geschäftszahlen für 2010 hervor. Damit hat der in Randers ansässige Konzern seine Umsatzprognose von 6,8 Milliarden Euro übererfüllt.

Zudem hat Vestas ein neues Rekordergebnis erzielt. Demnach kletterte das operative Ergebnis (EBIT) von 251 auf 310 Millionen Euro. Belastet wurde das EBIT durch einmalige Aufwendungen in Höhe von 158 Millionen Euro für Fabrikschließungen und Entlassungen, die Vestas aufgrund einer geschwächten Auftragslage eingeleitet hat. Der Gewinn je Aktie stieg von 0,6 auf 0,8 Euro. Gewachsen ist auch der Jahresüberschuss. Nach 125 Millionen Euro im Vorjahr erzielte Vestas in 2010 in dieser Bilanzposition 156 Millionen Euro.


Insgesamt lieferte der Windradhersteller im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2.025 Turbinen mit 4.057 Megawatt Leistung (MW) aus, deutlich weniger als noch 2009. Damals lieferte der Konzern 3.320 Windenergieanlagen mit 6.131 MW. Grund hierfür sei ein Einbruch beim Auftragseingang.


Im vierten Quartal des abgelaufenen Jahres erwirtschaftete Vestas 3,1 Millionen Euro Umsatz und somit fast die Hälfte des Gesamtumsatzes 2010. Nach einem EBIT-Verlust im vierten Quartal 2009 in Höhe von 56 Millionen Euro erzielte Vestas ein positives EBIT in Höhe von 258 Millionen Euro. Auch dieses Ergebnis ist nach Angaben von Vestas von der einmaligen Aufwendung durch die Stellenkürzung belastet. Ohne diese Einmaleffekte wies Vestas 416 Millionen Euro als operatives Quartalsergebnis aus.

Für 2011 prognostiziert das Unternehmen rund 7 Milliarden Euro Umsatz, was einem Zuwachs von 1,2 Prozent entsprechen würde. Die EBIT-Marge soll auf von 6,8 auf 7 Prozent gesteigert werden. Weitere konkrete EBIT-Zahlen prognostizierte Vestas nicht. Die Auslieferungen will der Konzern auf Windräder mit 6.000 MW erhöhen.


Skeptisch bewertet  James Stettler, Analyst derUniCredit, die Geschäftsaussichten der Vestas in naher Zukunft. Mit Blick auf die wachsende Konkurrenz asiatischer Marktteilnehmer rechnent er damit, dass die EBIT-Marge von Vestas weiter unter Druck bleiben wird und empfehlen, die Vestas-Aktie zu verkaufen.


Stettler geht davon aus, dass Vestas im laufenden Geschäftsjahr 7 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften wird, was eine Steigerung gegenüber 2010 um 80 Millionen Euro bedeuten würde. Gleichzeitig prognostiziert der Experte eine Gewinneinbuße beim EBIT um 9 Millionen auf 459 Millionen Euro. Die EBIT-Marge wird ihm zufolge in 2011 lediglich 6,6 Prozent betragen.


Für 2012 erwartet Stettler dann einen Umsatzsprung um 563 Millionen Euro auf 7,56 Milliarden Euro. Dennoch werde das EBIT weiter auf 445 Millionen Euro sinken. Die EBIT-Marge dürfte dann nur noch 5,9 Prozent betragen, so der Analyst.


Beim Aktienkurs von 23,75 Euro (177,10 Dänische Kronen, DKK), Stand heute 10.30 Uhr an der Frankfurter Börse hält Stettler an seinem Kursziel von 18,77 Euro (140 DKK) fest. Die Vestas-Aktie befindet sich seit Mitte September 2010 im Sinkflug. Damals notierte sie noch bei 29,37 Euro. Auf Jahressicht hat die Aktie von Vestas Wind 55 Prozent an Wert eingebüßt. Damals lag ihr Kurs noch bei 36,97 Euro (275,63 DKK).

Vestas Wind Systems: ISIN DK0010268606 / WKN 913769
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