Die insolvente Teak Holz International AG aus Wien betreibt Teakholz-Plantagen in Costa Rica. / Foto: Unternehmen

18.01.16 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Sanierung von Teak Holz International geplatzt – vorerst?

Die bislang für die Teakholz International (THI) AG angestrebte Sanierung kommt nicht zustande. Der Plan, der den Gläubigern insgesamt 20 Prozent ihres Investments als Insolvenzquote bringen sollte, wurde zurückgezogen.  Damit ist THI jetzt im Konkursverfahren.

Die insolvente THI AG steuert jetzt offiziell auf ihre Zerschlagung zu. Der Anwalt der THI AG, Michel Lentsch, hat den Sanierungsplan fallen gelassen. Diese Entscheidung zeichnete sich bereits am Wochenende ab (ECOreporter.de   berichtete (Link entfernt)).

Der Sanierungsplan hatte zwei Hauptziele: Zum einen sollte er den unmittelbaren Fortlauf der Geschäfte in Costa Rica sichern. Dort betreibt THI über eine Tochtergesellschaft mehrere Teakholz Plantagen. Zum anderen sollte der Plan den Gläubigern des Unternehmens als Insolvenzquote 20 Prozent ihres Investments sichern. Vorgesehen waren direkt 10 Prozent als Barquote. Die übrigen zehn Prozent sollten über die kommenden zwei Jahre verteilt zu je 5 Prozent ausgezahlt werden. Doch dazu kommt es nicht. Um den Plan umsetzen zu können hätte THI bei Gericht nämlich 3,2 Millionen Euro bis Ende Januar 2016 hinterlegen müssen. Der Anwalt der THI AG geht davon aus, dass unter anderem die Sicherstellung des Geschäftsbetriebes den Kapitalaufwand auf einen zweistelligen Millionenbetrag steigern würde. Das hatte Lentsch österreichischen Medienvertretern erklärt. „Angesichts der Feiertage war es nicht möglich, die erforderliche Finanzierung  komplett darzustellen“, heißt es dazu jetzt in einer knappen Mitteilung der THI AG. Deshalb sei das Verfahren von einem Insolvenzverfahren nach österreichischem Recht auf ein Konkursverfahren umgestellt worden, so die THI AG weiter.

Allerdings hat Alleinvorstand Franz Fraundorfer die Hoffnung auf einen neuen Sanierungsplan noch nicht aufgegeben: „Die Bemühungen laufen weiter, gemeinsam mit den Gläubigern der Wandelschuldverschreibung 2010 noch einen alternativen Sanierungsplan zustande zu bringen“, heißt es in der Mitteilung der THI AG weiter.

Die THI AG ist seit Anfang September 2015 offiziell insolvent (wir haben  berichtet). Von der Pleite sind Anleihegläubiger und Aktionäre betroffen. Die Anleihegläubiger hatten 15,6 Millionen Euro in eine Wandelanleihe (AT0000A0K1F9) investiert, die Ende August 2015 zur Rückzahlung fällig wurde. THI hatte schon lange vor diesem Termin immer wieder mit den Gläubigern verhandelt, letztlich die Anleihe aber nicht bedienen können. Auslöser der Schieflage, die zum Konkurs führte, war ein schlagzeilenträchtiger Skandal um falsche Bilanzen. Die THI AG soll anerkannten Gutachten zufolge schon vor dem Börsengang 2007 weitaus weniger Bäume auf den Plantagen in Costa Rica gehabt haben, als in den Büchern geführt wurden (mehr dazu lesen Sie  hier).  Wegen des Skandals ermittelt auch die Staatsanwaltschaft (ECOreporter.de   berichtete).

Teak Holz International AG: ISIN AT0TEAKHOLZ8 / WKN A0MMG7
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