11.01.10 Nachhaltige Aktien , Meldungen , Fonds / ETF

Schädliche Chemikalien: Greenpeace rügt Elektronikhersteller – Umweltsünder in nachhaltigen Fonds und Indices vertreten

Trotz gegenteiliger Zusagen verwenden viele Elektronikunternehmen für ihre Produkte noch immer schädliche Chemikalien. Das geht aus einer Untersuchung der Umweltschutzorganisation Greenpeace hervor. Anlässlich der Messe für Unterhaltungselektronik Consumer Eletronics Show (CES) in Las Vegas legte Greenpeace den "Guide to Greener Electronics“ zum vierzehnten Mal vor. Auf den vorderen Plätzen seien der japanisch-schwedische Konzern Sony Ericsson und die finnische Nokia gelandet, melden die Umweltschützer. Der US-amerikanische Computerbauer Apple habe sich auf den fünften Platz verbessert. Weit abgeschlagen im signalroten Bereich seien Dell und Lenovo.

Die meisten Unternehmen im Guide hatten laut Greenpeace zugesagt, bis Ende 2009 PVC und bromierte Flammschutzmittel (BFR) aus ihren Produkten zu entfernen. Wer das Versprechen nicht einlöste, erhielt Minuspunkte. Für Samsung führten sie zum Absturz von Platz zwei auf Platz sieben. Apple dagegen konnte auf diesem Feld Pluspunkte für sich verbuchen. Hewlett Packard habe zwar Geräte auf den Markt gebracht, die vollkommen frei sind von PVC und BFR, dies aber erst Anfang Januar.

Wie die Nachrichtenagentur Pressetext Deutschland (pte) berichtete, hatte sich Samsung 2009 mit dem Smartphone "Blue Earth" betont grün gegeben. Im Produktportfolio des Unternehmens sei das Modell aber eine Ausnahme. Iza Kruszewska, Greenpeace International Toxics Campaigner, sagte gegenüber pte: "Samsung ist bei seinen Zusagen zurückgerudert. Ursprünglich wurde versprochen, bis Januar 2010 alle Produkte BFR-frei und bis Jahresende auch PVC-frei zu machen."

Laut pte nennt Greenpeace die bestplatzierten Unternehmen Nokia und Sony Ericsson als wichtiger Unterstützer eines EU-weiten Verbots schädlicher Chemikalien. Nokia zeichne sich zudem dadurch aus, im Gegensatz zur Konkurrenz gleichmäßig über alle drei Wertungskategorien des Rankings - toxische Chemikalien, E-Abfälle und Energie - zu punkten. Kruszewska: "Gefährliche Chemikalien aus Produkten zu eliminieren verbessert die Qualität des Rezyklats und damit die Wiederverwertbarkeit. Energieeffizientere Produkte reduzieren den CO2-Ausstoß, sofern zur Energiegewinnung Kohle verbrannt wird, und reduzieren auch toxische Chemikalien."


Umweltsünder in nachhaltigen Fonds und Indices vertreten

Die Aktien der von Greenpeace kritisierten Umweltsünder Dell und Samsung werden auch von nachhaltig orientierten Investoren gekauft. So findet sich die Aktie von Dell in den nachhaltigen Indices Calvert Social Index, DJSI North America, DJSI World, DJSI World 80, Domini 400 Social Index, Dow Jones Sustainability US, FTSE4GOOD Global Index und FTSE4GOOD US Index. Die Samsung-Aktie rangiert in den Fonds BankInvest - BI SICAV Global Emerging Markets Equities SRI, Dexia Equities L Sustainable Emerging Markets und Vontobel Fund Global Responsibility Asia (ex Japan) unter den zehn größten Positionen.

Noch schlechter als die beiden genannten Konzerne schneidet der IT-Riese Microsoft im Ranking von Greenpeace ab. Der wolle zum Beispiel erst im laufenden Jahr bromierte Flammschutzmittel aus seinen Produkten  entfernen. Dennoch findet sich die Aktie des Unternehmens in den Indices Calvert Social Index, DJSI North America, DJSI North America 40, DJSI US 40, Domini 400 Social Index, Dow Jones Sustainability US, FTSE4GOOD Global Index, FTSE4GOOD US Index, KLD Broad Market Social Index, KLD Large Cap Social Index und KLD Select Social Index.

Zudem investieren noch mehr Fonds nennenswert in die Aktie, sie zählt bei folgenden Produkten zu den zehn größten Positionen: BankInvest - BI SICAV Global Equities SRI, db x-trackers S&P U.S. Carbon Efficient ETF, HSBC Global Equity SRI, Kepler Ethik Aktienfonds A, SAM Sustainable Global Fund, Superior 4 - Ethik Aktien, UBS (Lux) Equity Fund - Eco Performance CHF, UBS (Lux) Islamic Fund - Global Equities und Vontobel Fund Global Responsibility US Equity.

Eine Übersicht zu den Ergebnissen des aktuellen Rankings finden Sie hier: Opens external link in new windowMausklick.
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