Die Zentrale der Bayer AG in Leverkusen bei Nacht: bei allen Chemiekonzernen im STOXX Europe 50 hat Inrate deutlich mehr Schatten als Licht entdeckt. / Quelle: Unternehmen

07.01.14 Fonds / ETF

Schlechte Nachhaltigkeitsnoten für europäische Großkonzerne

Der Aktienindex STOXX Europe 50 der Deutschen Börse und der SIX Group aus Zürich enthält die nach Marktkapitalisierung 50 größten europäischen Unternehmen. Etliche auf Europa ausgerichtete nachhaltige Aktienfonds richten ihre Portfolios nach diesem Index aus, aus dem sie die Nachhaltigkeitsbesten herausfiltern. Doch selbst die Nachhaltigkeitsbesten unter diesen europäischen Großkonzernen weisen gravierende Nachhaltigkeitsmängel auf. Das geht aus Nachhaltigkeitsanalysen von Inrate aus Zürich hervor. Diese Nachhaltigkeitsrating-Agentur hat die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Unternehmen im STOXX Europe 50 analysiert und dazu Nachhaltigkeitsprofile der Unternehmen erstellt. Die Ergebnisse sind Nachhaltigkeitsratings von A+ (sehr nachhaltig) bis D- (nicht nachhaltig).

Bei den Ergebnissen springt ins Auge, dass nur ein einziges der 50 Unternehmen im STOXX Europe 50 von Inrate als eindeutig nachhaltig eingestuft und mit A bewertet wird: die deutsche Softwareschmiede SAP. Die folgt laut der vorgelegten Analyse durch die gesamte Wertschöpfungskette hinweg einer konzernweiten Nachhaltigkeitstsrategie und bemüht sich dabei auf vielfältige Weise, ihre soziale und ökologische Nachhaltigkeit zu verbessern. Besonders hebt Inrate die Maßnahmen von SAP hervor, mit denen das Unternehmen Korruption vermeiden will und Unternehmen in Schwellenländern unterstützt, die Lösungen für ökologische Probleme entwickeln.

Dagegen stuft Inrate jedes siebte Unternehmen im STOXX Europe 50 als eindeutig nicht nachhaltig ein. Hierbei handelt es sich um alle drei Konzerne aus der Rohstoffbranche, die in dem Index enthalten sind. Desweiteren sin dies  vier der sieben  im STOXX Europe 50 gelisteten Energieunternhemen: die Rohstoffkonzerne BHP Billiton, Glencore Xstrata und Rio Tinto sowie die Ölkonzerne BP, Eni, Shell und Total. Doch auch mit der die Note C bewertete Unternehmen gelten Inrate nicht als nachhaltig. Die Nachhaltigkeitsrating-Agentur macht hier lediglich die Einschränkung, dass bei den mit C eingestuften Konzernen die Möglichkeit und auch ein Wille zu erkennen ist, die schweren Verstöße gegen soziale und ökologische Nachhaltigkeit zu vermindern. Inrate hat jedes zweite der Unternehmen im im STOXX Europe 50 mit der Note C eingestuft, davon acht der zwölf Finanzkonzerne, die drei Konzerne aus dem Energiesektor und alle drei Chemiekonzerne in dem Index.

Auch sechs der sieben Titel des Index aus der Nahrungsmittelbranche können laut Inrate nicht überzeugen und werden in Sachen Nachhaltigkeit mit C eingestuft. Dabei schnitten Nestle, Tesco und British American Tobacco mit C- besonders schlecht ab, während Unilever mit B+ sogar zu den insgesamt am besten benoteten Konzernen im STOXX Europe 50 zählt. Dieses Unternehmen lobt die im STOXX Europe 50 zum Beispiel für sein Bemühen, den Wasserverbrauch zu verringern, Palmöl verstärkt aus nachhaltigem Anbau zu beziehen und die Arbeitsbedingungen bei Zulieferern zu verbessern.

17 der 50 Konzerne im STOXX Europe 50 haben die Nachhaltigkeitsspezialisten aus der Schweiz mit B bewertet, stufen sie mithin nicht als nachhaltig ein, aber als Unternehmen, die sich aussichtreich um mehr Nachhaltigkeit bemühen. Dazu zählt auch der Finanzkonzern Allianz, der von den insgesamt neun deutschen Firmen in dem Index nach SAP mit B+ die zweitbeste Note erhält. Bei ihm hebt Inrate positiv hervor, dass er sich auf vielfältige Weise um mehr Nachhaltigkeit in der Versicherungs- und in der Finanzbranche insgesamt bemüht, vor allem um Maßnahmen gegen den Klimawandel. Auch weise das Unternehmen Bestleistungen beim fairen Umgang mit Mitarbeirn auf. Alle übrigen sieben deutschen Konzerne im STOXX Europe 50 stuft Inrate mit C ein: Bayer, BASF, Daimler, die Deutsche Bank, die Deutsche Telekom, E.on und Siemens.
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