Viele Solarhersteller produzieren selbst Wafer und kaufen von Herstellern wie PV Crystalox nur noch zu. Da sie oft selbst unter Druck stehen, nehmen sie die Wafer zu immer geringeren Preisen ab. Im Bild ein Test von Solarwafern bei der inzwischen insolventen SolarWorld AG. / Foto: Unternehmen

24.08.17 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Schwache Halbjahreszahlen von PV Crystalox Solar

Einen Ergebniseinbruch im ersten Halbjahr meldet die britische PV Crystalox Solar PLC. Die weitere Zukunft des Solarwafer-Herstellers ist unsicher.

Wie das Unternehmen mit Hauptsitz in Abingdon (County Oxfordshire) mitteilte, verringerte sich der Umsatz der ersten sechs Monate von 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 34,7 Millionen auf nur noch 12,6 Millionen Euro. Dies obwohl die Auslieferung von Solarwafern deutlich anstieg, von 59 auf 69 Megawatt (MW).

Allerdings sind die Preise für Solarwafer gesunken. Aus ihnen können Solarhersteller Solarzellen fertigen, die dann in Solarmodulen gebündelt werden. Doch aufgrund des Überangebots im Markt stehen sie unter starkem Preisdruck, den sie an Zulieferer wie PV Crystalox weitergeben.

Mehr Barmittel durch Verkauf von Polysilizum

Der Solarwafer-Hersteller verzeichnete für das erste Halbjahr einen Verlust vor Steuern in Höhe von 5,4 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte er noch 4,7 Millionen Euro Vorsteuer-Gewinn erreicht. Immerhin verfügte er zur Jahresmitte noch über knapp 28 Millionen Euro an flüssigen Mitteln und damit über fast so viel Kapital wie zum Jahresbeginn. Dies erreichte das Unternehmen nicht zuletzt dadurch, dass der Lagerbestand an Polysilizium weiter verringert und damit Barmittel freigesetzt wurden.

Chief Executive Officer (CEO) Iain Dorrity hofft auf einen Mittelzufluss von einem Kunden, den PV Crystalox verklagt hat. Der Fall wird vor der Internationalen Handelskammer (ICC) verhandelt. Ein Urteil soll vor Ende des dritten Quartals erfolgen. Die Briten werfen dem Kunden vor, seine Verpflichtungen aus einem langfristigen Vertrag nicht erfüllt zu haben. Erst nach dem Urteil will der CEO einen Ausblick auf die weitere Zukunft von PV Crystalox wagen.

PV Crystalox Solar hat im Juli die Produktion in Großbritannien beendet. Stattdessen will das Unternehmen fortan nur noch am deutschen Standort in Erfurt fertigen.

PV Crystalox Solar PLC: ISIN GB00BFTDG626 / WKN A1W7CZ
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