Rohsilizium, der wichtige Grundstoff für kristalline Solarmodule ist derzeit sehr billig. ( Quelle: Wacker Chemie AG.

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Schwacher Siliziumpreis drückt die Bilanz von Wacker Chemie

Sowohl im zweiten Quartal als auch im ersten Halbjahr 2013 hat der Münchener Solarzulieferer Wacker Chemie AG deutlich weniger Umsatz und Gewinn erzielt als im jeweiligen Vorjahreszeitraum. Als Hauptgrund für den Gewinneinbruch nennt die Konzernspitze das weiterhin niedrige Preisniveau von Silizium als Rohstoff für kristalline Solarmodule und Halbleitertechnologie. Die Wacker-Aktie setzte ihren Aufwärtstrend an der Frankfurter Börse zunächst unbeirrt fort. Sie legte bis 9:34 Uhr knapp vier Prozent zu und erreichte 71,90 Euro. Damit war sie 19,7 Prozent teurer als vor einem Monat und 28 Prozent stärker als vor einem Jahr. Der Solarkompromiss zwischen der EU und China hat die Gefahr verringert, dass die Volksrepublik Extra-Zölle auf die Einlieferung von Silizium aus Deutschland einführt (wir berichteten). Das gab der Wacker-Aktie seit Bekanntgabe der Vereinbarung am Wochenende Auftrieb.

Das erste Halbjahr 2013 hat die Wacker Chemie AG mit 2,23 Milliarden Euro Umsatz und 84 Millionen Euro Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) beendet. Gemessen am Vorjahreszeitraum sank der Umsatz damit um 7,9 Prozent. Das Halbjahres-EBIT hat sich auf Jahressicht sogar mehr als halbiert. Im Vorjahreszeitraum hatte es noch bei 195,8 Millionen Euro gelegen. Das Halbjahresergebnis je Aktie brach ein auf 0,36 Euro nach 2,07 Euro im Vergleichszeitraum 2012.

„Wacker hat die erste Hälfte des laufenden Geschäftsjahres angesichts des nach wie vor schwierigen Markt- und Wettbewerbsumfelds mit zufriedenstellenden Ergebnissen abgeschlossen“, sagte Konzernchef Rudolf Staudigl. Eine Herausforderung bleiben ihm zufolge das niedrige Preisniveau und die handelspolitischen Risiken im Siliziumgeschäft. Sollte die bekannt gewordene Einigung von China und der EU im Solarstreit so zustande kommen, dann könnte das "der Startschuss sein für einen weiteren weltweiten Aufschwung der Photovoltaik“, so Staudigl.

Die Bilanzentwicklung im zweiten Quartal zeigt ein ähnliches Bild. Der Umsatz ging auf Jahressicht um 5,9 Prozent zurück auf 1,15 Milliarden Euro. Das EBIT fiel mit 52,2 Millionen Euro nicht einmal halb so hoch aus wie im zweiten Quartal 2012. Damals hatte Wacker Chemie 111,9 Millionen Euro Quartals-EBIT ausgewiesen. 0,27 Euro Quartalsgewinn je Aktie für die Zeit von April bis Juni 2013 stehen 1,19 Euro im Vorjahreszeitraum gegenüber.

Das Gesamtjahr 2013 will die Wacker Chemie AG gemäß der Prognose des Vorstands mit 4,5 Milliarden Euro Umsatz abschließen. Das wäre knapp 2,9 Prozent weniger als 2012. Damals kam der Konzern auf 4,63 Milliarden Euro Umsatz. Auch der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) werde voraussichtlich unter dem Vorjahresniveau bleiben, hieß es weiter. Konkrete Zahlen zu dieser Bilanzposition nannten die Münchner nicht. Mittelfristig soll sich die Umsatz- und Ertragslage der Wacker Chemie AG allerdings deutlich aufhellen. „Bis zum Jahr 2017 soll der Umsatz auf 6 Milliarden bis 6,5  Milliarden Euro steigen. Das EBITDA des Konzerns soll im gleichen Zeitraum mit 9 Prozent wachsen und 2017 etwa 1,2  Milliarden Euro erreichen“, so der Vorstand.  Das entspreche einer EBITDA-Marge von rund 20 Prozent. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) soll dann über elf Prozent betragen.

Wacker Chemie AG: ISIN DE000WCH8881 / WKN WCH888
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