24.07.12 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Schwer angezählt: Sunways schreibt tiefrote Zahlen

Mit einem schweren Verlust und einem herben Umsatzeinbruch hat die Sunways AG das Geschäftsjahr 2011 beschlossen. Das geht aus der Bilanz hervor, die das Solarunternehmen aus Konstanz nun öffentlich machte. Nach 15 Millionen Euro Gewinn vor Zinsen und Steuern im Vorjahr verbucht Sunways für 2012 satte 66 Millionen Euro Verlust. Der Umsatz verringerte sich auf Jahressicht um rund 50 Prozent auf 116,2 Millionen Euro.

Als Hauptgründe für den Rückgang nennt das Soalrunternehmen den dramatischen Preisverfall bei Solarmodulen, „Verwerfungen bei der Nachfrage“ und Einmalaufwendungen im Zusammenhang mit der Übernahme durch den ebenfalls finanziell angeschlagenen chinesischen Solarkonzern LDK (mehr zur finanziellen Lage des Konzerns aus Xinyu lesen Sie Opens external link in new windowhier). All dies habe das Ergebnis belastetet, hieß es. Bei diesen Einmaleffekten handle es sich unter anderem um Kosten aus stornierten Verträgen mit Waferzulieferern. LDK produziert selbst Solarwafer. Darüber, dass Sunways sich aus Lieferverträgen herausgekauft und den Verlust der Hälfte des Grundkapitals gemeldet hat, Opens external link in new windowberichtete ECOreporter.de in der vergangenen Woche.

Michael Wilhelm, Vorstandsvorsitzender der Sunways, stellte bei der Präsentation der schwachen Zahlen fest: „2011 war für die gesamte deutsche Solarbranche ein äußerst schwieriges Jahr, was sich auch in unserem Jahresabschluss deutlich widerspiegelt.“ Ihm zufolge habe Sunways mit LDK jedoch „einen strategischen Partner gefunden, der neue Wachstumsperspektiven bietet.“ LDK habe auf die Rückzahlung von Verbindlichkeiten verzichtet, günstige Lieferkonditionen für Materialien gewährt und darüber hinaus eine bis 2014 befristete Patronatserklärung für die neue Tochter abgegeben. In dieser stellt sich LDK in die Pflicht für Sunways-Kredite.

Die Geschäftslage von Sunways werde sich auch im laufenden Jahr nicht bessern, räumte Wilhelm ein. Im ersten Halbjahr 2012 sei die Modul- und Solarzellenproduktion in China wegen Materialengpässen eingeschränkt gewesen. Zusammen mit dem anhaltenden Preisverfall habe Sunways trotz des gesteigerten Inverter-Absatzes in beiden Quartalen rote Zahlen geschrieben.

Zudem kündigte der Vorstand an, dass die Sunways-Aktie ab dem 12. Oktober 2012 im Marktsegment General Standard der Deutschen Börse gehandelt wird. Die Deutsche Börse habe dem Ersuchen auf den Segmentwechsel stattgegeben.  Der Segmentwechsel bedeutet für Sunways weniger Aufwand bei den Finanzberichten.
Sunways AG: ISIN DE0007332207  / WKN 733220
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