11.03.13 Erneuerbare Energie

Seit Fukushima starker Anstieg der Erneuerbaren Energien in Deutschland

In den zwei  Jahren nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima haben die Erneuerbaren Energien in Deutschland kräftig an Bedeutung gewonnen. Darauf weist die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) hin. Diese wird unter anderem vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sowie dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unterstützt.

Wie Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE), erläutert, lag  die Stromproduktion aus regenerativen Quellen in 2012 um rund 32 Prozent über dem Wert für 2010. Sie summierte sich auf mehr als 136 Milliarden Kilowattstunden (kWh). Deutschlands Bruttostromverbrauch sank laut Vohrer um knapp 3 Prozent auf 595 Milliarden kWh. Dies habe den Rückgang bei der Kernkraft  mehr als ausglichen. Letztere habe mit 99,5 Milliarden kWh insgesamt  rund 30 Prozent weniger Strom produziert. Zudem habe sich Deutschlands Überschuss im Stromexport um 5,4 Milliarden auf 23,1 Milliarden kWh erhöht.

Triebkraft für den Aufschwung der Erneuerbaren Energien in den vergangenen Jahren war nach Angaben der AEE die Stromerzeugung. Dagegen sei die Nutzung umweltfreundlicher Alternativen zu fossilen Rohstoffen im Wärme- und Verkehrssektor wesentlich weniger dynamisch verlaufen oder sogar gesunken. „Dies zeigt, dass der Erfolg der Energiewende keine Selbstverständlichkeit ist. Vielmehr hat das seit dem Jahr 2000 bestehende Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) im Strombereich dafür gesorgt, dass unterschiedliche Technolgien von der Photovoltaik auf den Dächern bis zur Windenergie auf hoher See entwickelt und ausgebaut werden konnten“, unterstreicht Vohrer.

Der Geschäftsführer betont den Kostenvorteil der Erneuerbaren Energien. Laut der Studie „Was Strom wirklich kostet“ des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) wäre Strom um rund 10 Cent/kWh teurer, würde man die Belastungen des Staatshaushalts und die externen Kosten der konventionellen Erzeugung in den Strompreis einkalkulieren (ein Opens external link in new windowMausklick führt sie zu weiteren Informationen hierzu).

„Künftig wird die Nutzung Erneuerbarer Energien ohnehin kostengünstiger als konventionelle Energien, denn die technologische Entwicklung ermöglicht weitere Kostensenkungen und wir machen uns unabhängig von stetig steigenden fossilen Brennstoffpreisen“, bilanziert Vohrer.

Fukushima habe gezeigt, wie furchtbar die Gefahren der Atomkraft auch in modernen Industriestaaten sind. Erst vor kurzem habe das französische Institut für Strahlenschutz und nukleare Sicherheit (IRSN) die Kosten einer mit Fukushima vergleichbaren Atomkatastrophe im eigenen Land auf bis zu 430 Milliarden Euro beziffert.
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