Aufbau einer Offshore-Windkraftanlage. Die Studie zweifelt am Sinn der starken Ausrichtung auf die Windkraft aud See. Die Ausbauziele dafür werden schon seit langem verfehlt. / Quelle: Siemens

17.01.14 Erneuerbare Energie

Setzen Union und SPD für die Energiewende falsche Akzente?

Bei der Klausurtagung des Bundeskabinetts in Meseberg will Energieminister Sigmar Gabriel erste Details der EEG-Novelle vorstellen, die Union und SPD im Koalitionsvertrag verabredet haben. Demnach sind vor allem bei der Windkraft an Land starke Einschnitte geplant. Hier sollen nur noch neu ans Netz gebrachte Windräder einen Anspruch auf eine feste Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) haben, die an Standorten mit besonders hohem Windangebot errichtet werden. Dagegen wird die Förderung der Windkraft auf See - offshore – nicht eingeschränkt.

Eine nun veröffentlichte Studie des Reiner Lemoine Instituts stellt dagegen fest, dass die Pläne von Union und SPD darauf hinaus laufen, dass sich die Energiewende langsamer vollzieht als möglich und zudem auf unsichere Füße gestellt wird. Auch werde es so nicht gelingen, den Anstieg der Strompreise zu bremsen. Die Untersuchung war von der Haleakala-Stiftung, der 100 Prozent Erneuerbar Stiftung und dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) in Auftrag gegeben worden. Sie trägt den Titel „Vergleich und Optimierung von zentral und dezentral orientierten Ausbaupfaden zu einer Stromversorgung aus erneuerbaren Energien in Deutschland“ und kritisiert den zentralistischen Ansatz der Pläne der Großen Koalition. Dieser zeige sich etwa im Vorhaben, sich bei der Windkraft an Land auf die besonders windstarken Standorte zu konzenrtieren und daneben einen Schwerpunkt der Förderung auf die Offshore-Windkraft zu legen. Bei einer Energiewende, bei der stark auf Offshore-Windenergie gesetzt wird, gehe regionale Wertschöpfung im Milliardenbereich verloren, zugunsten der vier großen Energieversorger. Zudem entstünden zu hohe zusätzliche Kosten für den Netzausbau und müsse man massiv in Systeme zur Speicherung des Grünstroms investieren.

Der Studie zufolge würde dagegen ein dezentraler Ausbau der Erneuerbaren Energien nicht nur keine Mehrkosten gegenüber einem solchen zentralistischen Ansatz verursachen. Man vermeide auch das Risiko von Fehlinvestitionen, das beim zentralen Ausbau durch den erhöhten Bedarf beim Ausbau des Übertragungsnetzes und von Speichersystemen entstehe. Zudem werde die Wertschöpfung bei einem dezentralen Ausbau der regenerativen Energieproduktion regional gleichmäßiger verteilt.
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