LCD-TV- und Dünnschichtsolarfabrik von Sharp in Sakai. / Quelle: Unternehmen

  Erneuerbare Energie

Sharp strukturiert Energiesparte um – Solarmodulfabrik vor dem Aus?

Der finanziell schwer angeschlagene japanische Technologie-Riese Sharp aus Osaka erwägt die Schließung oder den Verkauf einer Solarfabrik. In Frage steht ein Werk im japanischen Sakai, in dem Dünnschicht-Solarmodule und Technologiekomponenten für LCD-Fernseher gefertigt werden. Das geht aus übereinstimmenden Berichten japanischer Medien hervor.

Demzufolge plant Sharp, sein Energiesegment dem Unternehmensbereich Gesundheits- und Umweltanlagen zuzuschlagen. Ein Unternehmenssprecher bestätigte den japanischen Medien lediglich, dass es Gespräche über verschiedene Optionen für das Werk in Sakai gebe. Sobald es spruchreife Ergebnisse gebe, werde Sharp dies verkünden.

Hintergrund der Überlegungen sind die katastrophalen Zahlen, die Sharp jüngst vorlegte (ECOreporter.de Opens external link in new windowberichtete). Demnach schloss der Konzern sein erstes Quartal (Bilanzstichtag 30. Juni) mit 28 Prozent weniger Umsatz  als im Vorjahresquartal und 1,76 Milliarden Dollar Nettoverlust abgeschlossen. Der Quartalsumsatz der Solarssparte war auf Jahressicht um 18 Prozent auf 532 Millionen Euro zurück gegangen. Zugleich erhöte die Sparte den  Nettoverlust um 45 Prozent auf 88 Millionen Dollar.


Das Werk in Sakai, das nun offenbar zur Disposition steht, war erst Ende 2007 eröffnet worden und wird von Sharp selbst als eine der modernsten Fertigungsstätten für LCD- und Dünnschichtsolartechnologie gepriesen, wobei der Großteil der Anlage der LCD-TV-Produktion gewidmet ist. Unter Volllast könnte die Fabrik jährlich Solarmodule mit 160 Megawatt (MW) produzieren.
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