03.12.10 Erneuerbare Energie

Siemens will mit Windkraftanlagen an der Weltspitze mitmischen

Der Münchener Technologiekonzern Siemens AG hat in Shanghai seine erste Rotorblattfertigung in China und eine neue Fabrik für Maschinenhäuser in Hutchinson im US-Bundesstaat Kansas. Zudem hat sich das Unternehmen für Tillsonburg in der Provinz Ontario als Standort für seine neue Rotorblattfertigung in Kanada entschieden. Das Investitionsvolumen für die drei neuen Standorte beträgt annähernd 100 Millionen Euro. Siemens hat zudem bereits den Bau von weiteren Produktionsstätten für Wind-energieanlagen in Großbritannien, Indien und China sowie ein Joint Venture für die Fertigung von Windturbinen-Komponenten für den russischen Markt angekündigt.

„Umweltfreundliche Windenergie bietet hervorragende Perspektiven“, sagte Wolfgang Dehen, Vorstandschef von Siemens Energy in Erlangen. „Der Weltmarkt für Windenergie soll von derzeit rund 30 Milliarden Euro jährlich auf 216 Milliarden Euro im Jahr 2030 wachsen. Insbesondere in den USA und in China sehen wir für Siemens großes Potenzial.“ In den vergangenen fünf Jahren lag das durchschnittliche jährliche Wachstum der in den USA installierten Windenergieleistung bei 39 Prozent. Mit 10.000 Megawatt (MW) an neu errichteten Windkraftanlagen und einer installierten Leistung von 35.000 MW im Jahr 2009 waren die USA der wichtigste Windmarkt weltweit, gefolgt von China mit einem Zuwachs von rund 14.000 MW auf 26.000 MW. Seit 2005 hat sich in China die installierte Windenergieleistung jedes Jahr verdoppelt. Bis 2020 will China Windenergieanlagen mit einer Leistung von 150.000 MW in Betrieb nehmen. Das ist das Dreifache der derzeit in ganz Europa installierten Windenergieleistung. „Mit einem Rekord-Auftragsbestand von mehr als zehn Milliarden Euro und dem schnellen Ausbau unseres internationalen Fertigungsnetzes sind wir bestens aufgestellt, um bis 2012 einer der drei weltweit führenden Anbieter für Windenergieanlagen zu werden,“ ergänzte Dehen.

Internationalisierung ist eine der zentralen Säulen der Siemens-Strategie im Bereich der Windenergie. „In zwei bis drei Jahren werden wir über zwölf Fabriken für Windenergieanlagen in sieben Ländern verfügen. Damit rücken wir noch näher an unsere Kunden“, sagte René Umlauft, CEO der Renewable Energy Division von Siemens. Derzeit hat das Unternehmen sieben Produktionsstandorte in drei Ländern. „Außerdem arbeiten wir intensiv daran, durch die Industrialisierung der Fertigungsprozesse oder durch Innovationen wie unsere neue getriebelose Windturbine die Kosten weiter zu senken. In den vergangenen beiden Jahren haben wir unser Budget für Forschung & Entwicklung bei der Windenergie verdreifacht und im Jahr 2011 erhöhen wir unsere F+E-Investitionen im Vergleich zum Vorjahr nochmals deutlich. Unser Ziel ist es, mit dem Windstrom mittelfristig komplett konkurrenzfähig zu den fossilen Energieträgern zu werden“, sagte Umlauft.
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